2. Drauflosgeschrieben (#096)

Noch ein altes Gedicht

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Nachdem ich schon eines meiner alten Gedichte hier vorstellte, kann ich auch ein zweites … Oder?

Mir scheint, ich hatte damals einen echten Hormonschub, der mich zu lyrischen Ergüssen antrieb. Und alles Mögliche habe ich in diesen Rhythmus gebracht, der mir heute doch leicht leiernd erscheint. Oder ich hatte vielleicht vor, eine Melodie dazu zu basteln?

 

ich hab dir meine angst gezeigt
ich stellt‘ mich vor dir bloß
du hast nur deinen kopf geneigt
und schienst mir ziemlich groß

das innerste nach drauß‘ gekehrt
die seele nackt vor dir
du hast dich nichteinmal gewehrt
du flohst auch nicht vor mir

ich weiß nicht wie ich’s deuten soll
was hast du dir gedacht
erst war ich des triumphes voll
zum narrn mich nun gemacht

hab ich mich wegen dir oh weib
die seele deck‘ mir zu
und halte meinen schwachen leib
du starkes wesen du

1995-09-04 
 

Damals habe ich heftig gespielt mit Schreibung und Schrift und Zeichensetzung. Auf dem Papier war das ja auch einfach, man konnte seine Handschrift verändern. Hier im Netz ist es schon ein wenig schwieriger, wenn ich nicht viel Geld bezahlen möchte für Gestaltungsmöglichkeiten.

Überhaupt ist es erstaunlich, wie wandelbar meine Handschrift war (und heute noch ist). Sicher hat sie sich entwickelt, ist mit der Zeit flüchtiger, unverzierter geworden. Aber sie blieb lesbar. Inwieweit daran auch meine Macke schuld ist, vieles in Kurrent zu schreiben (da achte ich mehr auf die vollständige und korrekte Ausformung der Buchstaben), weiß ich nicht.

Vielleicht sollte ich alte Autographen und neue einmal zum Vergleich hier zeigen? (Einige waren doch schon zu sehen.) Ich glaube, ich suche einmal in den wenigen Papieren, die mir verblieben sind, und entscheide mich später.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 4. April 2012 war die fast fertige Sendung und eine gefundene Händchenhalterin.

096 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 323 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu 2. Drauflosgeschrieben (#096)

  1. Follygirl sagt:

    Da bin ich hier genau richtig… meine Schrift kann ich nicht mal lesen… meistens weiß ich anhand eines Stichworts wies weitergeht… oder eben auch nicht…
    LG, Petra

  2. Inch sagt:

    Ich weiß nicht. Ich mag diese Art Gedichte sehr. Da ist auch beim Lesen ein Rhythmus drin

  3. Du hattest damals die Art zu dichten, wie ich es heute mache. Wie Inch schon schrieb, da liegt ein gewisser Rhytmus und Herzenswärme drin… Erinnert mich (vom Rhytmus) an den guten Goethe 🙂

  4. Gudrun sagt:

    Wieso erinnert mich dein Gedicht so an Heine?
    Inch hat Recht: Da ist auch beim Lesen ein Rhythmus drin. Man könnte sich ertappen, mit dem Fuß zu wippen. 😀
    (Es hat mir sehr gefallen, dein Gedicht.)

  5. der_emil sagt:

    Ich glüh hier grad vor mich hin wie eine Osram-Birne: Goethe, Heine – fehlt nur noch Shakespeare oder von der Vogelweide 😉

    • Gudrun sagt:

      Nee, die waren anders. Und den Heine hatte ich mir gemerkt, weil ich ihn nicht mochte (weil ich ihn nicht verstand) als ich noch ganz jung war (und eigentlich solche Gedichte geschrieben haben wollte, aber das natürlich gar niemels nicht zugegeben hätte. :D)
      Aber glüh mal noch ein bissel. Hast es verdient.

  6. Amelie sagt:

    Lieber Emil von der Vogelweide ;o)
    das Gedicht ist schön.
    Aber ich möchte auf das andere eingehen: Deine Handschrift, das Schreiben in Kurrent.
    Meine Handschrift sieht aus, als wäre ein Huhn übers Papier gelaufen. Ich gebe dem unendlichen Arbeiten mit dem / am Computer die Schuld. Außer der Unterschrift auf dem ec-Beleg an der Kasse schreiben wir doch kam noch mit der Hand.
    Ich will meinen guten alten Füller wieder mehr benutzen. Ich habe einen Füller-Doktor ausfindig gemacht, der ihn mir vielleicht wieder gangbar machen kann. Er lag so gut in der Hand.
    Gruß Amelie

    • der_emil sagt:

      Ich weiß nicht, warum, aber ich habe das Schreiben mit der Hand nie ganz gelassen, immer handschriftlich notiert, mitgeschrieben usw. Wenn ich zum Beispiel hier für diesen oder für einen anderen Blog oder Zweck etwas schreibe, einen Text verfasse, so tu ich das (fast) immer auf Papier (Ausnahmen sind Kommentare, auch wenn sie länger werden). Mit der Hand. Den Stift wähle ich nach Gemütslage oder lasse ich von meinem Bauch wählen. Da sind extrem feine Linien für winzige Schrift möglich oder Redis-Federn für dicke dynamische Schriften. Und im Kurrent (oder Sütterlin) ist es doch noch etwas wichtiger, die einzelnen Buchstaben exakt auszuformen, sonst lassen sich e, n, und u kaum voneinander unterscheiden.

      Handschrift, wohlgeformte Handschrift ist einfach Übungssache – wie auch Lesen u.v.a.m.

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