Stadtteilfest in einem „Problemviertel”.
Und der Verein mittendrin. Also auch ich. Ab 9 Uhr Aufbau, von 11 Uhr bis 17 Uhr Publikumsverkehr. Nun gut, am ersten Ferientag war das Interesse an Lese- und Schreibübungen wirklich gering. So half ich eben aus beim Ausprobieren der Schaukampfwaffen und Kettenhemden – nach mittlerweile acht Jahren habe ich mir auch dafür ausreichend Wissen angeeignet. Und ganz ehrlich: Einen Bidenhänder am ausgestreckten Arm 30 Sekunden lang waagerecht zu halten, das schafften nur zwei der Besucher (Hut ab dafür).
Das Wetter war so lala. Nicht heiß, ohne pralle Sonne, mäßiger Wind, der die Zeltwände dennoch bewegte. Kurz vor Ende der Veranstaltung zog es sich zu, sah es nach Regen und Gewitter aus. Allein: Wir haben so gut zusammengearbeitet, daß alles trocken eingeladen werden konnte ins Fliewatüüt. Auch das, was heute an neuer Ausrüstung zum Verein kam, fand einen sicheren Platz.
Geredet wurde diesmal weniger mit Gästen, aber mehr innerhalb des Vereins. Auch mal schön. Und ich zum Beispiel konnte Erinnerungen auffrischen an Begegnungen, die fast zwanzig Jahre zurücklagen. Jaja, so lange kenne diesen und jenen Menschen schon; damals war an den Marktmöch noch längst nicht zu denken. Wie schön, daß wir uns noch immer verstehen und einander nicht gram sind oder gar sein müssen.
Am Abend verspüre ich kurz nach der Ankunft im neunten Stock etwas, das ich so noch nie benennen konnte. Heute fand ich ein Wort dafür: Ich verspürte eine deutliche K.O.-igkeit. Nachher geh ich noch Duschen – und wie lange ich danach noch wachbleiben kann, das weiß ich einfach nicht.
Erinnerung des Tages:
Manchmal traf ich vor etwa 20 Jahren Menschen in der Wohnung eines Feuerschluckers – und einige wenige davon kann ich noch heute gut leiden.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden machte mich am 04.07.2026 das überstandene Stadtteilfest, auf dem mich meine allerallerallerbeste Freundin besuchte (obwohl ich wirklich nur wenig Zeit für sie hatte), die – von mir unbemerkt – auch putzige Bilder von mir machte.
© 2026 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

