Triviales Lebensmittel, und manchmal doch besonders.
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Oh, wie das duftete. Da läuft mir tatsächlich jedes Mal das Wasser im Munde zusammen. Ich hätte gern sofort anfangen zu naschen, aber dann wäre zu wenig für später übriggeblieben.
Ich hatte schon gestern damit begonnen, das Essen für heute vorzubereiten. In einem Topf ließ ich Speckwürfelchen aus, bis sie leicht gebrüunt im Fett schwammen. Nachdem die etwas abgekühlt waren, kam das Sauerkraut hinein und etwas Wasser. Ach, ein Lorbeerblatt mußte auch sein. Das Ganze ließ ich köcheln, bis es mir weich genug war. Ja, schon lange wird bei mir das Sauerkraut nach Möglichkeit einen Tag vorher gekocht; jeder weiß doch, daß das aufgewärmt noch besser schmeckt. Eines jedoch mache ich da heute anders als ganz früher. Heute kochte ich mir Salzkartoffeln, die Bratwürste wurden in Butter gebraten. Und das gestern gekochte Sauerkraut: Das wurde ebenfalls in einer Pfanne ganz, ganz leicht angebraten (ohne Fett). Genau das macht den Unterschied zu dem nur wiederaufgewärmten. Das ist der Unterschied zu früher. Und so gab es heute Bratkartoffeln, Bratwurst und Sauerkraut. Die Butter, in der die Würste schmurgelten, und die wieder zugefügte Sauerkrautbrühe ersetzen die Soße.
Ich habe das auch schon mit Wurstersatz gegessen (vegetarisch). Allerdings lassen sich weder Speck noch Butter in ihrer Aromenvielfalt ersetzen für mich (bis jetzt habe ich noch nichts auch nur annähernd Passendes gefunden). Das wird ohne diese beiden Zutaten ein ganz anderes Gericht, das weit, sehr weit weg von dem Geschmack ist, der mich an Omas Küche erinnert.
Wer hier öfter liest, weiß, daß es Sauerkraut bei mir ziemlich oft gibt. Roh als Salat, oft zu Bratwurst und Kartoffeln oder Brot oder zusammen mit Linsen als Eintopf. Und nur, wenn ich mir die Zeit dafür nehmen kann, wenn ich genügend Kraft dazu habe, kann ich es erst kochen und dann braten. So bleibt das noch immer etwas Besonderes für mich, dieses Wohlgefühl, diesen besonderen Geschmack auf dem Teller zu haben.
Erinnerung des Tages:
Als ich schwimmen lernte im Geitner-Bad in der Nachbarstadt des Heimatdorfes (vor oder während der 1. Klasse?), waren die Umkleidräume im ersten Stock oberhalb des Schwimmbeckens (sind sie wohl heute noch). Über die davor gelegene Empore und eine damals weiß gestrichene, stählerne oder gußeiserne Wendeltreppe ging es dann zum Wasser hinab.
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Eine Menge Schmierzettelpapier, die in einem weiteren Karton gesammelt wurde, ist im Altpapier gelandet, der andere Krimskrams daraus im Müll.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden war ich am 10. Januar 2024 mit zwei Kannen Tee, mit dem Essen samt dem dazugehörigen Zuhausegefühl, mit dem nächsten geleerten Karton.
© 2024 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Da läuft mir jetzt sowas von das Wasser im Mund zusammen, bei dir würde ich gerne mal essen.
Fängst Du heute mit dem Kochen des Sauerkrauts an, kannst Du morgen den Rest machen und essen.
So leckere Sauerkrautsachen. Den Saft aus dem Reformhaus würde ich nicht mögen. Aber alle anderen Rezepturen!
Zuhausegefühl ist beinahe Paradies!
Den Sauerkrautsaft aus dem Reformhaus mag ich auch nicht. Aber die Flüssigkeit, die beim Kochen entsteht und/oder zurückbleibt, die Sauerkrautbrühe, die mag ich.
Aber es muss vor allen Dingen Fasssauerkraut sein und nicht das verdammte Weinsauerkraut, dass beim Kochen echt unausstehlich riecht!
Beste Grüße
Gerel
Zum Kochen ja. Aber roh mag ich auch das Weinsauerkraut. (Und geh mir weg mit dem überwürzten Schlachtekraut!)
Mmmh, Ich habe beim Lesen deines Eintrags das Sauerkraut riechen können! So lecker! Ich mag das auch gern, kann allerdings nicht viel vom Sauerkraut essen, weil es mich schnell sättigt. Bei einer Bekannten aus Österreich aß ich einmal süßes Sauerkraut, das in der Pfanne mit ein wenig Zucker gegart wurde und deutlich dunkler, eher bräunlich, aussah, als es auf den Teller kam. Das war auch sehr lecker und es schmeckte so ganz anders als das mir bekannte Sauerkraut, dass es in meiner Kindheit zu Hause oft zum Kasseler Braten als Beilage gab.
Das süße, leicht karameliserte Sauerkraut kenne ich aus der Kindheit, meine Großeltern nannten es (wohl aber fälschlicherweise) „Bayerisch Kraut“.