Meine kleinen Probleme und Erfolge.
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Zurück zum »Alltag« bzw. zu dem, was davon zur Zeit noch übrig ist. Ich habe mich ja schon von der Idee verabschiedet, daß es irgendwann wieder so werden wird, wie es vor Corona war oder gewesen sein soll.
Ich gestehe: Ich hoffe sogar, daß vieles anders wird als »vorher«. Es muß nie wieder so viel in der Welt herumgeflogen werden zum Beispiel. Ich gönne jedem, der sich das leisten kann, eine Flugreise in den Urlaub und auch eine vom Urlaub zurück. Aber reicht es nicht, ein- oder zweimal im Jahr zu fliegen? Und muß es wirklich sein, daß wegen eines geschäftlichen Gesprächs von Hamburg oder Köln oder Nürnberg nach Leipzig oder Hannover oder Berlin geflogen wird? Also: Bestenfalls ändert sich das menschliche Verhalten in eine klimafreundlichere Richtung. Noch besser, wenn auch Interaktionen zwischen Menschen sich verändern, wenn es nach Corona mehr miteinander und füreinander geht statt gegeneinander. Allerdings sehe ich den Zeitpunkt »nach Corona« überhaupt nicht. Einen Virus auszurotten ist eine Sisyphus-Arbeit in einer Gesellschaft, die bezüglich jenes Virus' wie ein Augias-Stall funktioniert. Es wird meiner Meinung nach nur ein Leben mit SaRS-CoV2 und Impfungen wie gegen Grippe werden.
Ach ja, mein Alltag, wie er jetzt ist: Ich habe ein paar Wochen erst weit nach Mitternacht einschladen können und brauche tatsächlich mittlerweile neun Stunden Schlaf. Vier bis dreizehn oder fünf bis vierzehn oder sechs bis fünfzehn Uhr – in aufsteigender Häufigkeit – waren jetzt sehr lange Zeit üblich. Die letzten Tage hat sich das wieder etwas in die von mir seit Wochen gewünschte Richtung verschoben. Wenn ich müde bin, kann ich jetzt auch schon vor ein Uhr einschlafen und werde gegen neun Uhr wach. Das unendliche Grübeln ist leichter zu beenden. Und wenn das jetzt nur vorübergehend so ist und ich irgendwann wieder bis fünf oder sechs wachbleibe, in dieser Zeit nicht mehr mit meinem Schlaf-Wach-Rhythmus hadere und einfach wieder zufriedenstellend schreiben kann, dann ist es auch gut. Ich merke grad, daß ich nicht nur in meinen Schränken aufräume, langsam und wenig, aber doch aufräume. Denn auch im Kopf bin ich dabei, wieder etwas mehr Ordnung zu schaffen. Das ist ein Schritt, der mir den Weg aus dem Schwarzen Loch heraus erleichtert. Das, dieses Erkennen und Sehen einer Veränderung »zum Guten«, ist gerade überlebenswichtig. Wie gut, daß mich heute jemand auf genau diese Tatsache hinwies: Da ändert sich was.
Allerdings war ich heute wieder dwei Stunden ergebnislos beschäftigt damit, Dinge zu suchen. Ja, nebenbei fiel da auch viel Altpapier an, v. a. Kalender und Zeitungsausrisse. Ja, nebenbei habe ich aus zwei Stellen, an denen ich etwas horte, eine Stelle gemacht. Und ich habe mich davon überzeugt, daß ich vor 2025 keine weiteren Kladden kaufen müßte – aber ich kenne mich: Es gibt zu viele interessante, die ich unbedingt haben und vollschreiben möchte. Die mir zugesteckten Schulschreibhefte, in denen ich Schrift übe, die sind jetzt auch an einer Stelle versammelt und lassen sich so leichter nach und nach verbrauchen. Ach ja: Ich besitze auch ungezählte Blöcke in DIN A4, A5 und A6. Wann werde ich all das Papier beschrieben haben?
Nun ja, ein paar Seiten habe ich heute notiert, zwei voller Stichpunkte, drei voller Text (da kommen nachher noch zwei dazu) und die beiden hier natürlich auch. Ich brauche noch ein vernünftig geordnetes Abheft-/Ablagesystem. Mit dem jetzigen bin ich nicht so recht zufrieden. Aber das gehört zu meinem Alltag.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 19.03.2021 waren positiv Gemüsesuppe, Aufgeräumtes, Aussortiertes.
Die Tageskarte für morgen ist der Bube der Münzen.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Es ist für mich immer wieder überraschend, deine Beiträge zu lesen. Sehr oft entdecke ich Parallelen in unseren Lebensauffassungen, Strategien zur Problemlösungen oder Fetische. Also ich liebe „Diarien“, Füllfederhalter aus Metall und im Moment den Hang zum Schaffen von „Ordnung“.
Das schwarze Loch ist mir in dieser Dimension fremd, aber das scheint nur eine Nuance der Sozialisierung zu sein. Und natürlich Ergebnis unterschiedlicher – durchaus von glücklichen Zufällen abhängenden – Erfahrungen zu sein. Aus der Ferne – lass dich vom schwarzen Loch nicht fressen – so platt sich das auch immer anhören mag …
Karsten
Pingback: Ordnung schaffen - Die Welt und ich
Dieses Ordnung schaffen scheint offensichtlich die Runde zu machen. Es ist mehr, also bei mir, als der übliche Frühjahrsputz. Mein Bruder meinte letztens, als ich ihm ein Foto aus einem meiner Küchenschränke schickte, dass Monk sicher seine Freude daran hätte. Aus einem Sammelsurium verschiedenster Aufbewahrungs- und Vorratsbehälter, die sich im Laufe der Jahre ansammelten, ist eine einheitliche Vorratshaltung geworden. 18 identische Boxen, alle ordentlich beschriftet, mit Kreidestift auf schwarzen Etiketten. Ich wünschte, dass ich auch so in meinem Kopf aufräumen könnte. Die Wattebäusche, die sich da angesammelt haben, werde ich nicht los. An manchen Tage Klumpen sie sich zu einem Riesenwattebausch auf und lähmen mich.
Wie es dir mit Kladden geht, geht es mir mit Magazinen/Büchern. Gestern hatte ich einen Zhnarzttermin. Im Nebenhaus befindet sich eine dieser wunderbaren Buchhandlungen, die keiner Filiale angehören. Dort gibt es ungewöhnliche Grußkarten, von denen ich einige auf Vorrat kaufte. Auf dem Weg zur Kasse sah ich in einem Ständer ein Magazin aus der GEO-Epoche-Edition „Rembrandt“. Es geht nicht ausschließlich um den Maler, sondern um diese Epoche der Kunst um der Niederlande. Beim Preis schluckte ich zwar etwas, aber dann musste ich es haben. Auch wenn es heute die Möglichkeit gibt, alle Informationen im Netz zu finden, ist es doch etwas völlig Anderes, ein Buch oder Magazin in den Händen zu halten. Denn dort bekomme ich Informationen, nach denen ich gar nicht gesucht hätte.
Ich schicke dir liebe Grüße,
Elvira
Alles Gute Emil und Segen!
Ob wir das Virus jemals los werden?