Diese verdammt unruhige Faulheit – ich versteh sie nicht.
Sonntag. Langsam hab ich ihn begonnen, gegen Neun. Aber …
Ich hatte irgendwie keine Ruhe und Hummeln im Hintern. Doch ich konnte mich zu nichts aufraffen. Zu gar nichts. Ja, eine Festplatte habe ich kopiert, eine in einem alten Notebook. Ich werde mir die Daten nochmal ansehen, mit denen im aktuellen Hauptrechner vergleichen und dann wohl löschen. Und irgendwann das alte Notebook zerlegen und bis auf RAM, Festplatte und DVD-Laufwerk entsorgen müssen. Weitergeben kann ich das Ding nicht, der Akku ist nicht wechselbar und tot.
Ich habe zu schreiben versucht. Das leere Blatt in der Kladde blieb leer; selbst auf den bereitliegenden Schmierzetteln änderte sich nichts. Und die alten Texte, die ich noch immer weiterführen möchte, inspirierten mich auch zu keinem einzigen Satz. Und die Unruhe blieb. Die Unzufriedenheit wuchs. Ich packte die Kamera in den Rucksack, eine Flasche Wasser. Dann machte ich mich auf den Weg. Wollte eine Runde durch die Stadt drehen. Es dauerte, bis die Unruhe über die Faulheit Lustlosigkeit siegte …
Als ich am Hauptbahnhof ankam, begann es zu regnen. Mist. Zum Rumstreunern war mir das zu naß. Ich blieb ein Weilchen im Bahnhof, die Kamera aber blieb im Rucksack. Hmpf. Aus dem Gang durch die Stadt wurde dann eben nur eine Straßenbahnrundfahrt. Ich sah mir die Stadt an durch die regennassen Scheiben. Wartete an zwei Endhaltestellen jeweils 20 min auf die nächste Funkenkutsche. Aber auch da sah ich nichts, was ich hätte fotografieren wollen.
Nun ja. Kein Bild. Aber die Rundfahrt half gegen die Hummeln im Arsch. Jetzt setz ich mich hin und seh mir die alten Daten an, ich verschaffe mir zumindest einen groben Überblick. Ob ich etwas Besonderes finde?
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

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