Unterwegs zum Schreibideen-Sammeln.
Gestern schon: Ab in Bus, Funkenkutsche und sogar S-Bahn, kreuz und quer durch die Stadt damit und die Ohren aufgesperrt. Es muß doch irgendwo ein Satz fallen, der bemerkenswert genug ist, oder?
In der Straßenbahn wurden keine Gespräche geführt, denen ich eine Schreibidee ablauschen konnte. Seit wann ist das so? Und warum fiel mir das nicht schon viel früher auf? Ist es meine Unaufmerksamkeit, die mich nichts hören oder zumindest nichts bemerken ließ? Und wann habe ich mich zuletzt mit fremden Mitreisenden unterhalten? Gut, neben denen mit Telefonen sah ich auch Menschen, die Bücher oder Zeitschriften in den Händen hielten. Das zumindest fiel mir auf. (Und was ich so alles zu sehen bekomme, wenn ich zufällig auf einen Smartphon-Bildschirm blicken muß – uiuiuiuiui.)
Später in der S-Bahn dann hörte ich dieses standardisierte Männädscherr-Säggs'sch: „Ja, bidde äsäbb!” „…” „Na schbädsdns Diensdaahch!” Ja, ich brauchte eine Weile, bis ich das „äsäbb” als a.s.a.p. identifizieren konnte. Und laut war der an seinem Telefon! Mir ist dieses Gebrülle immer peinlich, das ist einer der schlimmsten Fremdschäm-Momente. Nachdem der Typ ausgestiegen war, konnte ich noch zwei Sätze notieren, die vielversprechend scheinen.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
© 2026 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

