Der Tag und die Nacht haben heute einen Namen.
To get a Google translation use this link.
Das ist der 14. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstützung benötigen, und allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für Menschen und Tiere, die Hoffnung und Trost brauchen.
Ich weiß, ich schrieb schon im vorigen Jahr darüber. Vielleicht wiederhole ich einige Aussagen. Aber: Heute ist wieder Thomastag. Früher war das auch der Gedenktag des Heiligen Thomas – aber in der katolischen Kirche wurde der aus liturgischen Gründen verlegt. Nichtsdestotrotz bleibt der 21. Dezember im Volk der Thomastag, auf den dann die Thomasnacht folgt. Die längste Nacht in den meisten Jahren. Zunächst ist heute der Tag, an dem die Sonne den niedrigsten Stand in ihrem Jahreslauf erreicht (jedenfalls in unseren Breiten). Der 21. Dezember ist einer der beiden kürzesten Tage des Jahres (wenn man die Sekunden der theoretisch möglichen Tageslichtphase nicht berücksichtigt): Gestern und heute ging die Sonne jeweils um 8.14 Uhr auf und um 15.53 Uhr unter. Der Tag morgen ist übrigens genauso lang, von 8.15 Uhr bis 15.54 Uhr. Es wird ja bis zum 3. Januar 2024 auch noch jeden Morgen ein wenig später hell (8.17 Uhr spätestens), aber abends geht die Sonne schon später unter.
Woher ich das weiß? Na klar, aus diesem WWW. Da gibt es viele interessante Dinge zu finden. Und die gerade genannten Zahlen stammen von der Seite timeanddate.de, von der sehr viele Informationen über die (Uhr-)Zeit und ähnliches abgelesen werden können.
Zurück zum Thomastag und zur Thomasnacht, die tatsächlich die längste Nacht dieses Jahre war. Moment: War? Oben schrieb ich doch, daß sie auf den Thomastag folgt? Nun, darüber streiten sich die Geister, denn manche nennen die Nacht vor, andere die Nacht nach dem Thomastag so. Wenn ich mir die Daten zu Sonnenauf- und -untergang hernehme, so wird es die kommende Nacht sein, die die längste ist. Meiner Meinung nach.
Nach diversen Volks- und Aberglauben bleibt in der Thomasnacht besonders viel Zeit für Konakte in die Anderswelt, die Geisterwelt, das Jenseits. Mancherorts wird in dieser Nacht nicht geschlafen, woanders glaubten die Menschen, die Zukunft sehen zu können. Ich werde heute Abend schlafengehen, nicht die ganze Nacht durchwachen. Und in die Zukunft sehen? Will ich das? Eher nicht. — Vielleicht habt ihr ja schon gelesen, daß die Thomasnacht in manchen Regionen die erste der Rauhnächte ist oder war. Heute werden zumeist die zwölf Nächte zwischen erstem Weihnachtstag und Hohneujahr (Epiphanias, Heilige Drei Könige, Erscheinung des Herrn) so genannt. Von all dem Aberglauben und Brauchtum in jenen Nächten ist weit verbreitet aber wohl nur das Blei- oder Wachsgießen zu Silverster erhalten geblieben.
Thomastag und Thomasnacht werden sicher auch irgendwann in Vergessenheit geraten, wie so viele andere Dinge des Brauchtums vergessen, untergehen, verschwinden werden. Advent und Weihnachten aber, so hoffe ich, werden als besondere Zeit und besonderes Fest überdauern. (Bei mir werden sie es, solange ich lebe bzw. mich daran erinnern können werde.) Ach, und noch eines: Ja, die christlichen Kirchen haben viele Feste der ehemals heidnischen Völker umgewandelt, ihre Bedeutung verändert. Wer genau hinschaut, wird allerdings oft noch Bestandteile des vorchristlichen Brauchtums finden. Ich denke da nur an meine Räucherkerzen …
Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Adventszeit.
Am 20. Dezember 2023 war ich zufrieden mit einer unerwarteten Weihnachtskarte, mir der fertigen Sendung, mit einem sehr besonderen Schwätzchen.
© 2023 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Ich habe gerade die Nachricht bekommen, dass unser Weihnachtspaket am anderem Ende der Welt angekommen ist. Und nun „rachert e Mannl“ in Kalifornien. Meine Tochter hat sich über ein Stücke Heimat sehr gefreut.
Und dir danke ich für deinen Beitrag, für ein weiteres Türchen im Adventskalender, lieber Emil.
Danke, Gudrun.
Zu dem Thema gibt es In Foro einiges zu lesen:
https://inforo1300.wordpress.com/2022/11/27/geklaute-christliche-feste-weihnachten-romer-germanen-und-coca-cola/
Ich kenne auch noch einen Aberglaube aus der Zeit der Rauhnächte: Nämlich, dass man in dieser Zeit keine Wäsche aufhängen soll (das bringt Unglück).
Angeblich geht das auf den Glauben zurück, dass in den Rauhnächten die wilde Jagd über den Himmel zieht und man Angst davor hatte, dass Geister in der Wäsche hängen bleiben. Für diese Geschichte habe ich allerdings keinen Beleg …
Das ist sogar bei Wikipedia zu finden, das mit den Wäscheleinen und der Wäsche …
Ja, angeblich soll man vom Wäschewaschen in dieser Zeit schlimme Hände bekommen. Doch in Zeiten der Waschmaschine ist das wohl kaum zu befürchten!
Nun, in den Leinen verheddert sich die Wilde Jagd. Und Weißwäsche läßt die Wilde Jagd das kommende Jahr über Leichentücher vorbeibringen.
lieber emil,
ich will nicht versäumen dir angenehme festtage zu wünschen, auch wenn ich mich sonst nicht oft melde, so lese ich doch häufiger und denke nach.
hab es gut, herzlichen gruß, roswitha
Vielen Dank, Roswitha. Auch ich wünsche Dir friedvolle, freudvolle Festtage und für das nächste Jahr viele zufriedenen Tage bei bestmöglicher Gesundheit.