Familientradition, wegen des Weihnachtsfestes geschaffen.
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Das ist der 14. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstützung benötigen, und allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für Menschen und Tiere, die Hoffnung und Trost brauchen.
Ich weiß nicht, ob ich das hier schonmal erwähnte, aber: Es gab in der erweiterten Familie eine ganz besondere Weihnachtskonstellation. Nichts davon ist von mir ausgedacht oder erfunden.
Einer meiner Onkel war ein Weihnachtskind, wurde am 24. Dezember geboren. Er bekam zwar zu Weinachten etwas mehr geschenkt als seine Geschwister, aber er bekam nur einmal im Jahr Geschenke. Als er sich dann im Alter von etwa 20 Jahren in seine zukünftige Frau verliebte, in einem Januar, da wußte er noch nicht ihren Geburtstag. Ja, auch sie war ein Weihnachtskind, geboren an einem 24. Dezember. Die beiden heirateten nicht zu Weihnachten, sondern in einem der nächsten Sommer. Da war die Frau schon schwanger.
Das Kind wurde dann etwa zwei Wochen zu früh geboren. Am 24. Dezember. Es war wirklich so, ich hab' das nicht erfunden. So wurde in dieser Familie am Heiligen Abend viermal Geburtstag gefeiert: Vater, Mutter, Kind und natürlich die Geburt des Christkindes, also Weihnachten. (Gut, beide Eltern hatten nichts mit Kirche und Christentum am Hut.)
Zwei Jahre später war das nächste Kind unterwegs. Wieder sollte es ein Januarkind werden. Aber auch die zweite Tochter kam deutlich zu früh zur Welt. Nein, nicht am 24. Dezember, das nun wirklich nicht. Sondern einen Tag füher, an einem 23. Dezember. Und diese Cousine erzählte mir, als wir Kinder waren, daß sie ja wohl den bescheuertsten Geburtstag von allen hatte. Zumindest in dieser Familie. Alle anderen Gebutstage – ihr erinnert euch, Vater, Mutter und Schwester hatten am 24. – wurden halbwegs gefeiert, und zwar am richtigen Tag. Nur an ihrem Geburtstag passierte nicht viel; sie mußte mit dem Feiern auf den Tag nach ihrem Geburtstag warten. Und auch für sie gab es Geschenke nur an einem Tag im Jahr.
Ein paar Jahre später, die Mädchen gingen noch zur Schule, hatte sich in eben jener Familie etwas geändert. Für meine Tante, meinen Onkel und meine beiden Cousinen hatten sie sich selbst Schenktage geschaffen. Tage, an denen die Geburtstagsgeschenke übergeben wurden. Irgendwann im Lauf des Jahres, jedem an einem eigenen Tag. Für die Kinder war das schön, für die Eltern … Naja, zweimal im Jahr Geschenke besorgen war in der DDR nicht einfacher als nur einmal Geschenke besorgen zu müssen.
Meines Wissens behielten die Eltern das auch nach dem Auszug der Töchter bei, diesen besonderen Schenktag für jedes Kind und für sich selber. Nun sind Onkel und Tante schon einige Zeit tot und ich habe keinen Kontakt mehr zu meinen Cousinen. Ich weiß also nicht, wie sie es heute damit halten.
Als Kind war ich ganz froh darüber, nicht am Heiligen Abend Geburtstag zu haben, denn so bekam ich zweimal im Jahr Geschenke. Und noch heute kann ich mir nicht vorstellen, wie das wohl ist: Geburtstag am Heiligen Abend, am 24. Dezember.
Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Adventszeit.
Am 21. Dezember 2023 war ich zufrieden mit den weggebrachten 13 Büchern, mit Nachrichten über die angekommenen Karten, mit dem neuen Pyramidenstein (ein kleines Glasteil, in dem die Achse sich jetzt wieder störungsfrei dreht).
© 2023 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


@deremil (Nur 29. Februar ist schlimmer, dachte ich als Kind über die Weihnachtsgeborenen.)
Pyramidenstein – ein Wort, das mir bisher gefehlt hat, danke!
@famoseWorte
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Das hab ich auch erst nach der Wende gelernt, bis dahin war das einfach das Glaslager …
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