So recht kann ich es nicht beschreiben.
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Schon kurz nach Acht saß ich heute früh mit Kaffee am Schreibplatz. Die ersten Zeilen flossen mühsam aufs Papier. Kurz darauf … Es fühlte sich seltsam gut an. Unbekannt oder – falls es doch schon einmal geschehen sein sollte – längst wieder vergessen war, was da passierte. Es fällt mir schwer, es zu beschreiben, aber vielleicht: Da war die Trennschicht zwischen Innen und Außen, zwischen Denken und Leben weg – nein, das beschreibt das Gefühl nicht annährend. Irgendetwas wurde durchlässig, öffnete sich, verschwand, ließ los.
Heute brachte ich es zuwege, Dinge aus meiner Vergangenheit, Dinge, für die ich mich lange Zeit schämte, aufzuschreiben. Nein, die werde ich weder hier noch in einem anderen Blog herzeigen. Aber ich schrieb auf: lange zurückliegende erotische Begegnungen, Enttäuschungen in Beziehungen und auch Momente, die ich damals als „Triumph” hätte bezeichnen können. Vielleicht, vielleicht war ich heute auch in der Lage, mir zu verzeihen, aber ich weiß nicht, ob das das richtige Wort ist für diese Veränderung meiner Sichtweise, oder ob eher Vergebung paßt. Allerdings ist das Grübeln über das richtigere Wort vergebliche Liebesmüh, wenn dieses Wort nicht anderen gegenüber geäußert werden soll oder muß, und am Ende zählt, was ich fühlte, und nicht, wie ich es beschrieb. So hörte ich damit auf. Las spätnachmittags, was ich geschrieben hatte. Versuchte, das alles zeitlich einzuordnen, schaffte das aber für zwei Erlebnisse nur auf etwa zehn Jahre genau. Und beides ist so lange her.
Selbst bei den üblichen Erledigungen im Haushalt kam heute nicht ein einziges Mal dieses „Orr, echt kein'n Bock”-Gefühl auf. Nein, ich ging bei weitem nicht beschwingt durch den Tag. Aber das Gehen fiel leichter als sonst. Vielleicht passiert es morgen wieder oder nächste Woche. Erwarten will ich das nicht. Da wären Enttäuschungen unausweichlich. Doch ich kann mich an den heutigen Tag erinnern (falls ich das Gefühl nicht gleich wieder vergesse); und ich kann immer wieder lesen, was ich notierte.
Draußen unterwegs war ich auch: Ich machte auf dem Weg zum Einkaufen einen Umweg an den Ententeichen entlang und sah eine Weile den Enten und Bleßhühnern zu und den anderen Menschen, die vorbeigingen oder anhielten. Vielleicht setzt sich irgendwann doch die Erkenntnis durch, daß das verfütterte Brot nicht wirklich gut ist für die Vögel.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 31. Mai 2023 war ich zufrieden mit dem ganzen Tag und mit fast allem, was ich heute tat.
© 2023 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Das klingt nach Frieden und Akzeptanz. 💜
Ja,danach klingt es. Vielleicht wird das auf Dauer überwiegen.