Ergebnis eines ergebnislosen Versuchs. Paradox.
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Es gibt diese Tage und Zeiten, an denen sitze ich am Schreibplatz und starre Löcher ins Papier. Alles ist bereit zum Schreiben. Um es mir besonders leicht zu machen, habe ich sogar Kerzen angezündet. Und Tee gekocht. Gestern Abend war es wieder so. Um ehrlich zu sein: Es war eher mitten in der Nacht. Nach meiner ersten Schlafphase. Da saß ich und wartete auf die Eingebung. Auch mit der Methode des Einfachdrauflosschreibens versuchte ich, ein angemessenes Pensum an notierten Worten zu notieren. Doch es gelang nicht. Das Papier blieb zwar nicht leer, es entstand aber kein Text. Nichts Herzeigbares; nichteinmal etwas, das ich in meinen Giftschrank – so nenne ich meine Sammlung selbstgeschriebener Pornographie – aufbewahren möchte.
Weil ich diese Situation kenne, habe ich auch immer zerschnittenes, einseitig bedrucktes Papier und andere Zettel bereitliegen. Und das war auch gestern Abend wieder eine sehr nützliche Vorkehrung. Auf einem dieser Schmierzettel nämlich fand sich dann doch etwas, das ich herzeigen konnte und kann:

Schmierzettel mit Text
Manchmal sind kleine Unverbindlichkeiten das, was Menschen aneinander bindet.
Klingt paradox, ist aber ein weit verbreitetes Ding.
Ja, den Text habe ich heute schon bei Mastodon gezeigt (und auch bei Twitter). Allerdings möchte ich genau diese Notiz auch hier aufheben. Und wie ihr seht, schreibe ich noch immer in dieser sonderbaren Kurrent, also mit den alten, deutschen Buchstaben, und mit der Hand, mit Feder und Tinte (oder Füllfederhalter).
Ich saß also nicht ganz ergebnislos am Schreibplatz letzte Nacht. Das macht mich für kommende Zeiten des Papieranstarrens ein wenig zuversichtlich.
(Äh: Wer kann meine Handschrift wirklich problemlos lesen?)
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Gut fand ich am 29.10.2022 die spärlichen Resultate vom Schreibplatz, die Kunst, den Gurkensalat.
Für morgen zog ich die Tageskarte Bube der Stäbe.
© 2022 – Der Emil. Text & Bild unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Klar kann ich das lesen – nur bei paradox habe ich gestutzt!
Von Dir weiß ich das ja … Und das kleine X habe ich einige Zeit anders und falsch geschrieben.
Naaaaatürlich kann ich das lesen, konnte es früher auch mal schreiben.
Ich kann das lesen, weil meine Oma so schrieb. Meine Mutter hatte mit meinem viel älteren Bruder die lateinischen Buchstaben gelernt und schrieb ein arges Gemisch. Das war für mich schwerer zu entziffern. (Und es gab auch öfter Ärger, weil ich ihre Tagesaufgaben falsch las.)
Oh ja, von den Mischformen kann ich Balladen singen … Grauslich.
Ich habe da echt Mühe…
So schwer ist das gar nicht. Ich z. Bsp. üb das ja erst seit ziemlich kurzer Zeit, seit 1978 (44 Jahre), und kann mittlerweile fas alle alten Handschriften lesen 😀
Hahaha, ist ja nicht lang, nur mein Geburtsjahr.
Dann ist es kein Wunder, dass ich etwas länger benötige um diese Schrift zu erlesen.😉
Ich hab’s damals für Mathe auf der EOS gebraucht …
Ich hatte früher, für den Konfirmanden Unterricht, ein Gesangsbuch in altdeutsche Schrift. Das klappte einwandfrei.
Frakturdruck ist ja auch etwas GANZ anderes.
Also ich konnte es tatsächlich mal lesen, aber man nutzt das ja nicht gerade jeden Tag, deshalb tat ich mir heute schwer. Als meine Tante letztes Jahr mit 98 Jahren starb, gab es einiges davon zu lesen, einschließlich ihr Poesiealbum aus der Schule…
Hm. Das ist meine tägliche Handschrift, ich nutze es also täglich.
Wenn es Adolf nicht verboten hätte, wäre es leichter, damit umzugehen …
Ich weiß…
Was ist Mastodon, womit kann man es vergleichen?
Habe diese Frage dort zwar angeklickt, bin aber nicht schlau daraus geworden.
Mastodon ist Teil des Fediverse … Twitter per eMail, Bloggerhausen mit 500 Zeichen. Dezentral. Nichtkommerziell. Kuschelig.
Danke dir.