Nº 301 (2022) – Schmierzettel

Ergebnis eines ergebnislosen Versuchs. Paradox.

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Es gibt diese Tage und Zeiten, an denen sitze ich am Schreibplatz und starre Löcher ins Papier. Alles ist bereit zum Schreiben. Um es mir besonders leicht zu machen, habe ich sogar Kerzen angezündet. Und Tee gekocht. Gestern Abend war es wieder so. Um ehrlich zu sein: Es war eher mitten in der Nacht. Nach meiner ersten Schlafphase. Da saß ich und wartete auf die Eingebung. Auch mit der Methode des Einfachdrauflosschreibens versuchte ich, ein angemes­senes Pensum an notierten Worten zu notieren. Doch es gelang nicht. Das Papier blieb zwar nicht leer, es entstand aber kein Text. Nichts Herzeigbares; nichteinmal etwas, das ich in meinen Giftschrank – so nenne ich meine Samm­lung selbstgeschriebener Pornographie – aufbewahren möchte.

Weil ich diese Situation kenne, habe ich auch immer zerschnittenes, einseitig bedrucktes Papier und andere Zettel bereitliegen. Und das war auch gestern Abend wieder eine sehr nützliche Vorkehrung. Auf einem dieser Schmierzettel nämlich fand sich dann doch etwas, das ich herzeigen konnte und kann:

 

Handgeschriebener Text (Kurrentschrift, schwarze Tinte)

Schmierzettel mit Text
 
Manchmal sind kleine Unverbindlichkeiten das, was Menschen aneinander bindet.
 
Klingt paradox, ist aber ein weit verbreitetes Ding.

 

Ja, den Text habe ich heute schon bei Mastodon gezeigt (und auch bei Twitter). Allerdings möchte ich genau diese Notiz auch hier aufheben. Und wie ihr seht, schreibe ich noch immer in dieser sonderbaren Kurrent, also mit den alten, deut­schen Buch­staben, und mit der Hand, mit Feder und Tinte (oder Füll­fe­der­halter).

Ich saß also nicht ganz ergebnislos am Schreibplatz letzte Nacht. Das macht mich für kommende Zeiten des Papieranstarrens ein wenig zuversichtlich.

(Äh: Wer kann meine Handschrift wirklich problemlos lesen?)

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Gut fand ich am 29.10.2022 die spärlichen Resultate vom Schreibplatz, die Kunst, den Gurkensalat.
 
Für morgen zog ich die Tageskarte Bube der Stäbe.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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16 Kommentare zu Nº 301 (2022) – Schmierzettel

  1. piri sagt:

    Klar kann ich das lesen – nur bei paradox habe ich gestutzt!

  2. Gudrun sagt:

    Ich kann das lesen, weil meine Oma so schrieb. Meine Mutter hatte mit meinem viel älteren Bruder die lateinischen Buchstaben gelernt und schrieb ein arges Gemisch. Das war für mich schwerer zu entziffern. (Und es gab auch öfter Ärger, weil ich ihre Tagesaufgaben falsch las.)

  3. Nati sagt:

    Ich habe da echt Mühe…

  4. WolfganH sagt:

    Also ich konnte es tatsächlich mal lesen, aber man nutzt das ja nicht gerade jeden Tag, deshalb tat ich mir heute schwer. Als meine Tante letztes Jahr mit 98 Jahren starb, gab es einiges davon zu lesen, einschließlich ihr Poesiealbum aus der Schule…

  5. Nati sagt:

    Ich weiß…
    Was ist Mastodon, womit kann man es vergleichen?
    Habe diese Frage dort zwar angeklickt, bin aber nicht schlau daraus geworden.

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