Schwieriges katastrophisierendes Warten.
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Wie sehr ich doch an diese Sofort-Antworten-Kommunikation gewöhnt bin, merke ich immer erst, wenn sie mir eben nicht bald die notwendigen Antworten liefert. Wenn beim Gegenüber das Telefon zuhause liegengeblieben ist. Wenn ich auf mir zugesagte Informationen, die ich unbedingt benötige, warten muß, viel länger und befürchtet sogar vergeblich warten muß. Dann hänge ich nämlich in der Luft und kann das unter der Voraussetzung, genau diese Information zu erhalten, Abgesprochene eben nicht zur vereinbarten Zeit bzw. schlimmstenfalls sogar überhaupt nicht erledigen.
Dann werde ich zum Panther, der hinter Gitterstäben patrouilliert. Nur, daß mir die Realität nicht schwindet und ich die Stäbe dann viel deutlicher wahrnehme als zu anderen Zeiten und Gelegenheiten. Ich tigere vor den Kommunikationsgeräten auf und ab, warte auf das erlösende Pling-Pling, prüfe immer und immer wieder, ob denn meine Geräte funktionieren. Und warte auf Nachricht. Es ist, als ob ich auf ein “Gut angekommen!” warte, aber die eine etwas riskante Bergtour gehenden Freunde senden genau dieses “Gut angekommen!” nicht. Sind sie nicht angekommen, haben sie nur keine Möglichkeit, diese Nachricht zu senden (Funkloch!?), sind sie zu sehr mit Anderem beschäftigt? Was ist nur los? In mir breitet sich Angst aus. Doch in einer solchen Situation macht sich wohl fast jede Sorgen, oder?
Und wenn von einer Nachricht dann abhängt, ob und wann ihr jemanden abholen könnt, in einen Zug steigen m&uul;ßt, dann ist es für euch vielleicht ähnlich kompliziert wie für mich. Dann kann ich mich kaum auf irgendetwas anderes konzentrieren, mich nicht ablenken, weder durch lesen noch durch fernsehen oder radiohören oder irgendwas. Dann traue ich mich kaum aufs Klo; und egal, wie müde ich bin: Schlafen kann ich ganz sicher nicht. (Wegen einer solchen Situation war ich schon mehr als 48 Stunden wach!) Es ist einfach eine grausame Situation, der ich nicht gewachsen bin und die ich kaum aushalten kann, aber aushalten muß. Fürchterbar! (Das ist eine meiner Lieblingsverballhornungen.)
Und dann kommt irgendwann, ich hoffe, recht schnell, nach sieben Stunden schon die erlösende Nachricht. Fast, aber nur fast zu spät. Wertvolle Zeit ist darob trotzdem verloren. Ich ärgere mich über die verlorenen Zeit und noch mehr ärgere ich mich über meine – zum Glück grundlosen – Sorgen und das, was sie mal wieder mit mir machten. Ob ich es in diesem Leben noch lerne, nicht so zu eskalieren, nicht so zu katastropisieren?
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 02.09.2018 waren ein kuscheliger Kater am Morgen, ein kurzer Mittagsschlaf, und ich bin trocken geblieben.
Die Tageskarte für morgen ist die Drei der Kelche.
© 2018 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Oooooh ja, wie gut ich das kenne. (Ist Teil meines Traumas, leider.)
Ein kuschliger Kater klingt dagegen ziemlich – nun ja – kuschlig 😊
Oh je, Selbstquälereien, oder?
Ich kenne das, male mir, wenn ich mich nicht zusammenreiße, Schlimmstes aus! Was gäbe ich dann dafür, eine coole Socke zu sein. In anderen Fällen nicht ratsam. Vielleicht würde bisschen Gedankentraining helfen, nur auf den Atem achten, sowas in der Art…
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Das hilft dann auch nicht, weil dieses Gefühl alles überschattet und man sich noch nicht einmal aufs Zählen konzentrieren könnte.
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Ich hasse es zu warten, ob auf Menschen oder Nachrichten.
Da könnte ich zum Tier werden. Das ist eines der Dinge die ich noch lernen muss im Leben.
Ich kann ganz gut nachvollziehen wie du dich fühlst.
Dass mit dem Trocken bleiben weiß ich ja, wie es gemeint ist – meine Erfolgsmeldung, eigentlich Wiebkes: Sie ist auch trocken geblieben!
Oh, es war ausnahmsweise wirklich der überraschend einsetzende Regen gemeint. Aber anders stimmt es auch.
ooooch