Achtung Baustelle!

Es wird Zeit, daran zu arbeiten

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Schmerzhaft an die eigene Vergangenheit erinnert zu werden, weil es Probleme in der Gegenwart gibt: Das zehrt am Nervenkostüm. Nicht zu wissen, wie auf bestimmte Provokationen (die vielleicht garkeine sind) reagiert werden kann, bringt mich immer sehr nahe an den Versager-Modus. Das ist extrem unangenehm und macht mich handlungsunfähig …

Da ist er wieder, der Staub. Die Abstellkammer habe ich aus guten Gründen lange Zeit wieder nicht betreten. Bewußt nicht betreten. Der Mantel des Vergessens leistete einige Zeit wieder gute Dienste … Ich weiß, daß die Lampe in dem Haufen noch leuchtet; ich sehe ihren Schein durch die Spalten in der Tür und durch die Löcher, die die Schrauben vom “Betreten Verboten”-Schild hinterließen.

Ich hatte gehofft, daß das Leben einfacher ist. Ist es aber nicht. Es ist noch immer kompliziert, anstrengend, schmerzhaft. Hach. Das nervt. Und dann habe ich hier jetzt ganz bestimmt viel zu viel geschrieben (für einige Leserinnen) und zuwenig gesagt (für andere Leser).

Es bleibt mir keine andere Möglichkeit, als doch wieder hinaufzugehen in die Abstellkammer, vorsichtig ein Stück nach dem andern anzufassen, anzusehen, einzuordnen. Schwer wird es mir fallen, ich weiß, und es wird wehtun. Macht nichts, denn es muß irgendwann vollständig aufgearbeitet sein.

 

(Nach dem Muster jetzt gleich noch eine intrapersonale Baustelle anzugreifen war nicht vorgesehen. Ich bin gestern auch nicht von alleine drauf gekommen, sondern sehr, sehr deutlich mit der Nase darauf gestoßen worden. Und das alles zu einer Zeit, da ich sowieso schon genug Schiß vor einer ganz bestimmten Gegebenheit habe … Doch zuerst muß ich das alles in mir einmal durchsortieren, nach Dringlichkeit gruppieren. Wortwörtlich geht mir das alles an die – auch heute deswegen schmerzenden – Nieren. Und beim Aufschreiben kann ich sortieren, Denkansätze finden, festhalten, Taktiken entwickeln …)

Und doch ist das alles nicht so akut, nicht so drängend, nicht so zwingend. Es ist nur: notwendig.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 28. Mai 2014 waren die Denkanstöße, die ich bekam.
 
Tageskarte 2014-05-29: Die Sieben der Kelche

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Achtung Baustelle!

  1. livia83 sagt:

    Hat diese Abstellkammer nicht jeder?
    Ich auf jeden Fall!
    Aber man muss leider damit Leben, aber vieleicht nicht allein, nicht abgeben, vergessen oder schönreden aber vieleicht einen kleinen Spalt zu öffnen dass der Mensch in der Gegenwart einen Blick für die Vergangenheit bekommt! Nicht um den Presslufthammer anzusetzen, zu verletzen sondern zu zeigen, das Gefühl zu geben: Du lebst nicht erst seitdem du jemand anders kennenlernst, sondern dein Leben hat dich geprägt, verletzt, bist geliebt worden, hast viel erlebt, viel verloren, warst am abgrund, hast gekämpft und schon sehr viel erreicht! Ich weiss nicht wie oft ich vor meiner Abstellkammer stehe und mir denke und sage: Nein, nein, aber irgendetwas kommt doch hoch! Und das tut meist verdammt weh und wenn es das nicht ist dann wirft es mich aus der Bahn! Wünsche dir viel Kraft, Zeit, Geduld das du es schaffst nach und nach, Stück für Stück in deiner Abstellkammer etwas Ordnung zu bringen und vieleicht ein bischen Frieden damit! Glaub an Dich! Du bist kein Versager, Du bist was sehr besonderes!

  2. Gudrun sagt:

    Nimm doch jemand mit in die Abstellkammer, jemand dem du vertraust und der dir zu hört, während du die Gegenstände aufsammelst und sortiertierst.
    Es kommt vieles zusammen, nicht wahr? Einmal gibt es immer wieder Menschen, die tatsächlich provozieren, die sich vielleicht besser fühlen oder größer, wenn sie versuchen andere klein zu machen. Vielleicht sind sie auch nur gedankenlos, schludrig im Umgang mit anderen. Und dann gibt es immer wieder das kräftezehrende Bestreben, besser sein zu müssen als andere, um bestimmte Kreisläufe durchbrechen zu können. Einerseits eine Arschruhe zu bewahren und andererseits mit der Faust auf den Tisch zu hauen, wenn es nötig ist, die Balance zwischen beiden zu finden, ist doch alles andere als leicht. Und eigentlich ist es egal, wo die Denkanstöße herkommen.
    Du bist sicher auf einem guten Weg, lieber Emil. Du suchst ihn, du gehst ihn, es ist dein Weg.

  3. Sofasophia sagt:

    notwendend also. viel guten mut dabei!

  4. Amelie sagt:

    „Ich hatte gehofft, daß das Leben einfacher ist. Ist es aber nicht. Es ist noch immer kompliziert, anstrengend, schmerzhaft. Hach. Das nervt.“

    Aus dem sich zusammen krampfenden Herzen gesprochen …
    A.

    • Der Emil sagt:

      Hm, mit diesem langsam sich in Tonhöhe und Lautstärke steigernden Wutschrei eher im Moment der Entkrampfung. Sozusagen eine Art Kiai mit Anlauf …

  5. Xeniana sagt:

    Es sind diese Blogbeiträge von dir die ich besonders mag, weil sie das benennen, was wir alle kennen. Weil die Gefühle beim Betreten der Abstellkammer nicht die schönsten sind, weil es Kraft kostet. Das Gute ist nur, dass jeder sie hat, aber nicht jeder hat den Mut sie zu betreten. Viel Kraft und Mut und eine große Portion Selbstliebe wünsche ich dir. LG Xeniana

  6. wildgans sagt:

    Man sollte sich vor der Abstellkammer in Acht nehmen. Ist nicht ungefährlich, das neuerliche Betreten. Aber das weißt Du ja selbst- und Du hast meines Wissens auch gute Ressourcen – und lässt nichts und niemanden so richtig ran, Dich überrennden, Dich reinziehn ohne Wiederkehr. Die Spiralform des Lebens…immer wieder an ähnliche Punkte kommen, doch jedes Mal mit mehr Erfahrung und “wachsenden Ringen”.

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