Schockierende Erkenntnis Politischer Abhängigkeiten
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Kurz vor Mitternacht fiel mir erst auf, daß mein Zeitgedingens wirklich heftig durcheinander ist. Habe ich doch lange erzählt, daß ich heute, am 10. Januar, abends live im Studio sitze. Seit Dienstag allerdings war ich der festen Überzeugung, heute frei zu haben. Und so benahm ich mich auch: Ich habe sehr wenig gelesen. Jaaa. Fast nichts. (Den Blog hätte ich auch beinahe vergessen!) Als ich kurz vor Mitternacht allerdings Termine abgleichen wollte zwischen online- und Papierkalender, da fiel es mir auf: Heute Abend ist Buchfink.
Wieso ist heute eigentlich schon Freitag? Ach ja, der Montags-Feiertag … Doch liegt es nicht nur daran, daß ich aus der Zeit gefallen bin. Es heißt ja nicht umsonst, daß ereignisreiche Zeiten schneller zu laufen scheinen als ereignisarme. Ich lese ja im Moment auch an anderen Orten in ganz Bloggerhausen davon, daß der Jahresanfang turbulent, arbeitsreich, beinahe übervoll ist. Warum soll das bei mir anders sein?
Nicht nur hier im Internet geht es drunter und drüber. Laut gelacht habe ich zum Beispiel gestern darüber, daß die Umstellung auf dieses bescheuerte SEPA-Verfahren bis August hinausgeschoben werden soll. Es seien zu große Schwierigkeiten bei der Umstellung zu erwarten (war das nicht früher schon klar). Nun, eines zeigt dieses Versagen der Europäischen Gesetzgebung und Planung allerdings: Die Macht in Europa haben nicht die gesetzgebenden demokratischen Gremien und ihre exekutiven Organe (huch, gibt es da überhaupt welche), sondern ganz, ganz eindeutig die großen Unternehmen und die Banken. Wenn die nicht umsetzen wollen können, was beschlossenes Gesetz ist, dann wird das Gesetz eben nochmal geändert. Dabei arbeiten die recht gut zusammen.
Wenn Gesetze gemacht werden, die vom Bürger (gut, wo bin ich das noch: auf immer mehr Gebieten wurde ich zum Kunden oder Verbraucher oder Konsumenten oder Wähler oder Steuerzahler oder oder oder herabgesetzt) viel verlangen, gibt es keine Rücksichtnahme, keine Überarbeitung, oft nicheinmal eine Überprüfung. Die Bürger sind ja auch nicht systemrelevant, stimmt’s? Warum nur können wir kleinen Leute uns nicht zusammentun und etwas verändern? Weil keiner anfangen, niemand der Erste sein möchte? Weil sich sowieso nichts ändert? Aber wer soll denn dafür sorgen, daß sich etwas ändert? Die Abgeordneten? Warum denn, denen geht es doch gut?
Ach, ich bin schonwieder vom Hundertsten ins Tausendste gerutscht. Dabei muß ich doch heute noch so viel erledigen. In meinem Bücherschrank das Material zusammensortieren und Musik dazu zusammensuchen. Meine Texte weitersortieren, was viel zu lange dauert, da ich viele meiner Texte nicht kenne und sie alle erst lesen muß. Die Hosentasche in der einen Jeans komplett mit Leinenstoff übernähen. Hier noch wühlen, da noch schlichten und schichten. (Gestern habe ich nebenbei wieder zwei Kisten Altpapier aus meinen Schränken geholt.)
Also. Es gibt viel zu tun, für mich, für Dich, für euch, für alle. Packen wir’s an – aber erst nach dem Aufstehen.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 9. Januar 2014 war eine erledigte Behördensache.
Tageskarte 2014-01-10: As der Münzen
© 2014 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


schlaf gut! 🙂 hoffentlich kannst du alles auf nach-dem-aufstehen vertagen!
Boah. Bin k.o., habe aber (fast) alles geschafft.
Da hat Du den Nagel auf den Kopf getroffen: Die Verschiebung des SEPA-Starttermins ist der europäische Witz des Jahres. Ich hätte fast drauf gewettet, das das noch einmal verschoben wird.
ja genau, warum fangen wir nicht einfach an? gestern hatte ich immer wieder das alte Lied von den Ärzten im Kopf: Revolution … wir ham geträumt, es war ne lange Nacht, ich wünscht wir wären niemals aufgewacht …
liebe Grüße
Ulli
„Alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm es will!“
Heute Abend will ich zuhören. Freu mich schon!
Modulation der Stimme wird jedes Mal besser- heute sogar recht laut geworden an einer Stelle!
Danke für den persönlichen Gruß am Ende der Sendung!!!
Ich danke Dir: Für’s zuhören und das Lob.
Gratulation zur Sendung. Ich habe es mir angehört.
Oh, wenn ich das gewußt hätte … Danke!
Awer immer dusmo, wie man bei uns manchmal sagt, immer schön langsam. Die Erwähnung des Bücherschranks erinnert mich an Otl Otis. Hui. 🙂