Positivismusaufruf (Nº 330)

Always look on the bright side of life

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Traurig wars hier die letzten beiden Tage, ja. Aber diese Traurigkeit gehört auch zu mir. Ich zeige sie hier nur sehr selten. Würde es denn wirklich besser ankommen, wenn unten statt “Positv war …” plötzlich eine andere Rubrik auftaucht wie “Zum Kotzen war …” oder “Am meisten fehlte mir …”? Na? “Besonders weh tat heut mein Zeh, der den heißen Topf am Aufprallen auf dem Fliesenboden hinderte.” Oder soll ich den Idioten des Tages küren?

Seltsam. Nach welcher Art von Nachrichten die Menschheit, also wir, das heißt: ich so gieren soll. Unglücke, Katastrophen, Skandale … Lange dachte ich, daß die Zahl der negativen Ereignisse nicht wirklich zugenommen hat, sondern nur die Verbreitung der zugehörigen Nachrichten wesentlich einfacher und somit auch häufiger wurde. Aber das alleine ist es sicher nicht.

Wo bleiben die wirklich guten Nachrichten? — Nein, bitte nicht! Nicht etwas von Politik oder Wirtschaft, gar noch DAX … Her mit den richtig positiven Neuigkeiten! Sprecht über eure Erfolge, die Fortschritte, die Glücksmomente! Ich werde auch dabeibleiben bei meinem “Positiv war” – vielleicht kommt noch ein “Positiv wird sein” dazu?

(Ich glaube, ich wiederhole mich gerade. Aber das hängt mit einem meiner Pläne zusammen. Nachrichten, über die ich mich freuen kann, sind eindeutig viel zu selten geworden.)

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 25. November 2013 war ein angenehmer Schwatz am späten Abend, bei dem ich nicht zum pünktlichen Veröffentlichen des Beitrags kam.

© 2013 – Der Emil. Der Text steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Positivismusaufruf (Nº 330)

  1. Bei mir war positiv … *grübel* … *sehrlangesgrübeln* … das mir KEIN Topf runter gefallen ist. Na ja, man kann sich auch über die kleinen Dinge des Lebens freuen. 😀

  2. Über das Negative sprechen wir oft mehr wie über das Positive. Seit ich deinen Blog folge, freue ich es immer wieder dein Positiv am Ende zu lesen. Ich denke, das wir alle mal ein wenig Positiv denken sollten. Du gibst mir wieder mal einen Denkanstoss.

  3. Sofasophia sagt:

    du hast nicht pünktlich gebloggt?! wow, gratuliere!!!!! das ist ja klasse, dass du das locker nimmst! und nein, das mein ich nicht ironisch.

    hach, ja, diese idee ist toll und ich habe darüber schon ganz oft nachgedacht. positiv ist nicht, was wir uns schönreden, sondern was uns gut tut, uns lebendiger macht, uns gesund werden lässt (das können – je nachdem – sogar tränen sein und traurigkeit).

    dies noch: solange wir menschen in den medien schlechte nachrichten lesen, sind diese offenbar noch in der minderheit. heisst: wir können davon ausgehen, dass es mehr positives als negatives gibt. ob das allerdings ein trost ist?

    hab einen positiven tag 🙂

    • Der Emil sagt:

      Oh, ich wußte, daß ich nicht pünktlich sein werde mit dem Blog … Hab ein schlechtes Gewissen gehabt deswegen. Aber es war dann so interessant! Nein, ich hab das überhaupt nicht locker genommen. Aber es war aus dem Fokus.

  4. irgendlink sagt:

    Das Feuer hat den ganzen Tag gebrannt, obwohl ich vergessen hatte Holz nachzulegen. Zwei Räume vorbereitet zum Weißanmalen. Nicht runter in die Stadt. Kein Kommerzrummel. Morgens Sonne (und jetzt schon wieder). Anderhalb Wochen altes Brot getoastet auf dem Holzofen – es sättigt. Ohne Brille wirkt die Künstlerbude sehr sauber. Überlege, nächstes Jahr endlich das lang gehegte Projekt Ferien auf dem Bloggerhof anzugehen und Dich einzuladen 🙂 durchwegs Positives. Negativ: Katzenfutter ist all, muss irgendwann in die Vorweihnachtskommerzhölle. Hab Dein Otl Otis Buch noch nicht vergessen.

  5. Positiv war…dass mein Tanzpartner trotz na halben Stunde Verspätung doch noch aufgetaucht ist 😀

  6. Elvira sagt:

    Ich war heute beim Frisör und habe meinen Kopf zu Hause nicht unter die Dusche gehalten 🙂 Eine junge, 25jährige Frisörin, hat einer alten, fast 60jährigen Kundin, die Haare schön gemacht. Wenn das keine gute Nachricht ist! Nichts toupiert und hochgefönt, einfach mit den Fingern beim Fönen die Haare so liegengelassen, wie sie liegen wollten. Freiheit für den Kopf!
    Und damit es nicht zu glücksberauschend wird, gibt es morgen wieder eine schlechte Nachricht von dieser ach so bösen Welt!
    Bis dahin liebe Grüße!

    • Der Emil sagt:

      Ah … Frisör. da war ich 2006 zum letzten Male. Seitdem wächst, was wachsen will 😉 Als Mann konnte ich bei einem Frisörbesuch sowieso nicht nachvollziehen, was daran so entspannend pflegegenießerisch sein sollte – heute allerdings weiß ich es.

      Ich kann mich noch an die Zeiten erinnern, da in der DDR Angela-Davis-Köpfe modern waren und zu Hause Kaltwelle selbstgemacht wurde. Oder 79/80: Ondulierstaborgien vom Badspiegel!!!

  7. Gudrun sagt:

    Es stimmt schon, das Traurigsein gehört dazu zum Leben. Lässt man es nie zu, drückt es einen irgendwann zu Boden.
    Aber dein Positiv solltest du beibehalten. Es tut gut zu lesen.

  8. Gabi sagt:

    Ich frage mich auch oft – und es wird mir auch manchesmal vorgeworfen – ob die negativen Dinge wirklich immer sooo schlimm sind, oder ob nur ich das so sehe. Aber wenn diese Dinge doch da sind? Ja, ich denke selten positiv. Ob man das erzwingen kann? Und wenn ja, ist es dann noch überhaupt wirklich positives Denken? Nicht vielleicht auch ein Einreden, Wegsehen, Ignorieren, Verdrängen?
    Trotzdem finde ich Deine „Positiv-Einträge“ gut. Nur ich müsste immer lange nachdenken, bis mir dazu etwas einfallen würde.
    Natürlich gibt es positive Momente. Z.B. dass ich am Samstag einen Apfelstrudel gebacken hab und der mir gut gelungen ist und geschmeckt hat.
    Nur bin ich da vielleicht ein bisschen unzufrieden. Mir ist das irgendwie zu wenig. Wie lange halten denn diese kleinen Positivmomente an? Die negativen Ist-Zustände holen einem ja sehr schnell wieder ein und viele sind ja stetig vorhanden, ohne eine Chance, dass sie mal besser werden. Und da ist es ganz egal, ob man positiv oder negativ denkt.
    Und es stimmt. Positive Nachrichten sind selten geworden. Ob in den Medien oder im privaten Umfeld.
    LG Gabi

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