Unerwartet (Nº 062)

Kein Glück, aber Erleichterung

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Als ich am Freitag spätnachmittags das Haus verlies, um am Abend meine Sendung zu gestalten, fluchte ich leise vor mich hin. Der Aufzug bewegte sich nicht, stand im neunten Stock und fuhr einfach nicht. Also hieß es, aus dem neunten Stock hinabzusteigen. In mir machte sich die “Vorfreude” breit auf ein ganzes Wochenende treppensteigen.

Gegen 01.30 Uhr kehrte ich wieder heim. Ja, die kleine Party nach der Sendung dauerte etwas länger. Doch zu lang durfte sie nicht sein, denn Sonnabend und Sonntag war ich zum Workshop “Technik” angemeldet, den ich keinesfalls verpassen wollte. Also, um etwa 01.30 Uhr ging es zu Fuß hinauf in den neunten Stock. Oben angekommen war ich wieder nüchtern. Ein Sauerstoffzelt wäre angebracht gewesen.

Die Abendtoilette wurde sehr verkürzt, so daß ich von zwei bis acht schlafen konnte. Doch ich stand viel zu spät auf, das Frühstück mußte ausfallen und ich ohne Kaffee wieder neun Stockwerke hinabtrampeln. Meine Knie bedankten sich recht herzlich.

Tagsüber habe ich ziemlich viel Neues erfahren, und Wissenslücken wurden auch geschlossen. Für manche Probleme gibt es soooooooo einfache Lösungen! Und es zeigte sich wiedereinmal, daß Kommunikation extrem wichtig ist, wenn Menschen zusammenarbeiten wollen und müssen.

Oh ja, und ich habe Örtlickeiten gesehen, die ich nie zuvor gesehen habe und so schnell auch nicht wieder sehen werde …

Um 18 Uhr sollte der Tag enden. Es dauerte etwas länger, nämlich bis 18.30 Uhr. Danach fuhr ich heim. Na gut, nicht sofort; mir fehlte noch Milch für den Kaffee heute morgen. Ich war mit etwas Glück also gestern ziemlich genau um 20 Uhr zuhause und ächzte schon in dem Gedanken an des nicht funktionierenden Aufzug.

Sonnabends – ach, am Wochenende macht hier doch sowieso niemand was!

Rein ins Haus, Briefkasten leeren und – erschrcken innehalten wegen eines sehr gut bekannten Geräusches. Der Aufzug.

Der Aufzug?

Fröhlich pfeifend kam mir ein Hausbewohner aus dem sechsten Stock entgegen. Und dann hörte ich, wie sich die Aufzugtü schloß: Pffffschschschwwwkrach. Rrrummmmmssssplöpp.. Innenschiebetür, Außenstahltür.

Ach wie froh war ich beim Aussteigen im neunten Stock über die auch am Wochenende arbeitenden Aufzugtechniker, die der neue Hausverwalter – im Gegensatz zum vorhergehenden – allem Anschein nach bestellt und bezahlt. Glück? War das Glück? Ich glaube nicht; aber es war eine große Erleichterung.

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 2. März 2013 war der reparierte Aufzug nach einem ausgefüllten Tag.

© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Unerwartet (Nº 062)

  1. Anne-Marie Peters-Tipton sagt:

    Gut das es noch Hauswarte gibt die sich kuemmern!!! Ich bevorzuge untere Stockwerke, mir machen die Knie zu schaffen;tja wie heisst es „wir werden nicht juenger“ oder auch wer lange leben moechte wird eben aelter;aeh koerperlich !!!geistig,seelisch rege bleiben!!!

  2. wildganss sagt:

    Your facility management is okay!
    Mist, schon wieder die Sendung nicht gehört, juchhu, fiel mir ein, ich kann es ja morgen vormittag um 11 Uhr nachholen….
    Gruß von Sonja

  3. minibares sagt:

    Das ist ja Klasse, dass der neue Hauswart auf Zack ist.
    Und du nicht mehr deine Lunge und Knie überanstrengen musst.

  4. Gudrun sagt:

    Ach, lieber Emil, stell dir vor, es wäre die Showtreppe. Da hüpft es sich gleich besser hinauf und hinab. 😀
    Gruß von gleich nebenan

  5. Sofasophia sagt:

    toller vermieter, in der tat. ich bin dennoch ein bisschen erstaunt, dass das offenbar nicht selbstverständlich, eher sogar unerwartet ist. und wieder mal stelle ich fest, dass wir schweizerInnen wohl schon sehr verwöhnt sind, was kundendienst betrifft.
    ich freu mich mit, doch – unter uns! – das fitnesstraining hat dir sicher nicht geschadet, oder? treppensteigen erspart das fitnessstudio … 😉

    (die gewissensfrage an mich: würde ich aufzugverächterin den aufzug auch im neunten stock ächten?)

    • Der Emil sagt:

      Nein, es ist bei den Verwaltern von Insolvenzmasse nicht üblich und nicht erwartet, daß sogar am WE etwas repariert wird (Ausnahme: Leitungsschäden aller Art).

      Und einmal am Tag gehe ich die ganzen 144 Stufen zuFuß hoch. Einmal am Tag (und meistens schaffe ich es – nur selten laß ich es ausfallen).

  6. Sofasophia sagt:

    hey super, dein training … hut ab!

    ähm, insolvenzmasse? hab ich da was verpasst? heisst das, das haus wird allenfalls verkauft? und renoviert? abgerissen? du sitzst auf einem pulverfass? hm … ne, das wusst ich nicht und dann versteh ich deine überraschung umso mehr. das ist ja dann auch für deutsche verhältnisse eher aussergewöhnlich, gell?

    ich habe diesmal die sendung verpasst, weil swiss music award war und meine lieblingsband fürs beste schweizer album ausgezeichnet wurde. 🙂
    das nächste mal können wir auch nicht mithören, da sind wir zum essen verabredet. aber vielleicht dann am samstag die wiederholung? (11 uhr hab ich irgendwo aufgeschnappt?)

    liebgrüss, soso

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