Zumindest hörbar
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Gestern Abend in der Straßenbahn. Ein Mobiltelefon klingelt. Es wird aus der Tasche geholt, der Anruf wird angenommen und das ganze mit Freisprecheinstellung (Lautsprecher!) abgewickelt in einer Lautstärke, die eines Fischmarktweibes würdig ist:
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(freudig) Hallo, wie gehts denn?
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(erstaunt) Ach je.
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(amüsiert) Hach!
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(interessiert) Soso.
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(resigniert) Und nun?
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(desinteressiert) Interessant.
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(lakonisch) Ehrlich?
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(ablehnend) Weiß ich nicht.
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(ausweichend) Natürlich.
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(abwiegelnd) Aber gerne.
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(ablehnend) Klar!
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(erleichtert) Bis dann!
*) – Selbst einzusetzende ausführliche und unwesentliche Dialoganteile.
Ziemlich wörtlich … Ziemlich unerträglich … Zum fremdschämen.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 4. Februar 2013 war Lob vom Chef.
© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
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Tja ja, ja ja … das ist neue Literatur … Lob vom Chef … gut gut (anerkennend) …
Von wegen Literatur… So was hält mich in der Bahn ab von echter Literatur. Besonders wenn es in dieser von dir beschriebenen Lautstärke erfolgt könnte ich immer ausrasten. Gestern hatte ich sogar zwei von denen, einer schräg rechts, einer direkt hinter mir. NACH der Arbeit, wenn ich mich entspannen will. Hart an der Grenze der Erträglichkeit.
PS Gut fand ich aber neulich folgendes. Junges Mädchen telefoniert, (S-Bahn, draußen schneits). Sie: „Sag mal schneit es noch?“ 🙂 Ohje.
Manchmal bin ich geneigt, meine Ohren zu verstöpseln und mit Mucke zu berieseln, damit ich nichts mehr hören muss, was in der Bahn so abgeht. Immer finde ich das nämlich auch nicht lustig, eher unglaublich nervend. Ich weiß nicht, woran das liegt, dass das gesammte Privatleben so in aller Öffentlichkeit ausgebreitet wird. Neuerdings treffe ich immer auf heulende Verlassene. Wenn ich Zeit und Geld hätte, würde ich wahrscheinlich so manchem einfach auf die Schulter tippen und sagen: Komm, wir gehen mal ein Bier trinken. Ich fürchte aber, dass mein Arzt etwas hätte gegen meinen gestiegenen Alkoholkonsum. 😀
Ich mag solche lautstarken Gespräche auch nicht. Ich würd nie in einer Straßenbahn solche sehr persönlichen Gespräche abwickeln und schon gar nicht über Lautsprecher. Der Anrufer wusste vermutlich nicht mal, dass die ganze Straßenbahn mithörte und das ist doch gegenüber demjenigen eine Frechheit. Der erzählt da vielleicht was ganz persönliches und weiß Gott wie viele Leute hören mit?
lg Gabi
bei einer solchen Gelegenheit sagte einmal ein Freund von mir zum Lautstarktelefonierer: „Bestell mal schöne Grüße …“ ich hätt mich wegwerfen können, besonders wegen dem Gesicht des Nervers …
Das finde ich eine echt clevere Reaktion. Werde ich mir merken!
Lieber Emil,
ist Dir schon mal aufgefallen, dass bei solchen Situationen die Umgebung leise wird – um den Angerufenen nicht zu stören? Wobei dieser komplett ungestört und ungeniert …… Naja, ich habe mir angewöhnt in solchen Situation NICHT leise zu sein. Und wenn ich mit Selbstgesprächen anfange. „Wo hab ich jetzt nur meinen Zettel hingesteckt“ oder so ähnlich. Das ist ganz spannend zu beobachten – wie dann die Angerufenen plötzlich in eine andere Ecke gehen. 😉
Vorgestern ist mir nichts aufgefallen, ich war auch zu k.o. für so ziemlich alles.
Es ist eigenartig, dass sie dann immer besonders laut sprechen.
Sie fühlen sich halt wohl in der Straßenbahn, grins.
Die Ratschläge von Frau Blau und Mia sind klasse, ich werde sie in meinen aktiven Sprachschatz übernehmen…
Wenn ich im Zug telefoniere, dann in der Regel kurz und leise, wobei meine Nachbarn dann folgendes zu hören bekommen:
1. Ich bin im <> Zug.
2. Okay, darüber reden wir später…
3. Ich lege jetzt auf…..
🙂
Liebe Grüße, Ulf
in den spitzen Klammern hatte ich folgenden Text vorgesehen:
„Bitte Uhrzeit einsetzen“.
Ich weiß nicht, warum das jetzt verschwunden ist…