Einfache Schriftstellerei (Nº 035)

Übers Schreiben und übers Papier

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Am Freitag las ich aus dem Buch «Die Reise der kleinen Prinzessin» von Arnd Alberti.

 

Ein Buch zu schreiben, ist ganz einfach. Es braucht dazu einen Stuhl und einen Tisch, an den der Schreiber sich setzen kann, und irgendein Schreibgerät – ein Bleistift oder ein Füller. Wer schneller mit seinem Buch zu Ende kommen möchte, nimmt eine Schreibmaschine.

Dann beginnt der Schriftsteller mit seiner Arbeit, reiht einen Buchstaben an den anderen und läßt, wenn es genug sind, dazwischen auch einmal eine Lücke frei. Das macht er solange, bis das Buch fertig ist. Buchstaben stecken genug in so einem Bleistift oder einer Schreibmaschine, was soll also noch schiefgehen. Es ist alles ganz einfach.

Arnd Albert: Die Reise der kleinen Prinzessin, S. 5
© Eichborn Verlag Frankfurt/M. 1988. ISBN 3-8218-0146-8
 
 
 

 

So einfach ist es also mit der Schreiberei. Zum Blog braucht’s dann noch einen Computer, einen Internetzugang und ein Blogsystem. Hat man ja heutzutage sowieso.

Was Arnd Alberti da vergessen hat, ist schon essentieller für das Leben eines deutschsprachigen Schreibenden: Papier. Zum einen zum Schreiben. Da tut es einfaches weißes Papier für die Schreibmaschine, oder kariertes, liniertes, zu Kladden gebundenes oder loses Papier für die Stifte. Aber wem es nützt, der darf auch auf hangeschöpft Bütten schreiben.

Viel wichtiger als das Schreibpapier ist (noch) das Papier, auf dem das Buch dann gedruckt wird.

Und das Klopapier.

Wenn das Klopapier nämlich fehlt und nichteinmal zerknüllbare Zeitung oder Tempos als Ersatz zur Verfügung stehen, so wird das mit dem Buch nichts. Denn dann bleiben die, die schreiben wollen, irgendwann wegen Papiermangel auf dem Porzellan mit Brille sitzen – schlimmstenfalls müssen sie das, was sie zuvor mühevoll geschrieben haben, hier mißbrauchen.

Manchen Schriftstellern würde ich trotzdem ihr eigenes Buch zum Abwischen des Allerwertesten empfehlen, damit es überhaupt noch einen Nutzen zeitigt.

Das von Arnd Alberti gehört ganz sicher nicht dazu. Es ist amüsant, es machte auch bei mir noch “Ah!” Und es erinnert nicht so sehr an den “Kleinen Prinzen” von Saint-Exupery wie sein Titel vermuten lassen mag.

Für Kinder aller Altersstufen – besonders älter als sechs Jahre – wird «Die Reise der kleinen Prinzessin» von Arnd Alberti als Lektüre von mir empfohlen (es geht im Buch nicht ums Schreiben, jedenfalls nicht hauptsächlich).

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 3. Februar 2013 war das Frühstück, das Mittagessen (lecker!!!) und der fertig geschnittene Buchfink (Link auf Anfrage).

© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Einfache Schriftstellerei (Nº 035)

  1. Anne-Marie Peters-Tipton sagt:

    oh,Buchstaben einanderreihen;sollte einfach sein;ist es leider nicht (es gibt gaaanz wenige Ostfries/innen die gut schreiben koennen)die hier scheitert regelmaessig !!!! Mal in das Buch gucken?

  2. Sofasophia sagt:

    mir hat deine lesung von der kleinen prinzessin total gut gefallen. du müsstest hörbücher machen, sagten jürgen und ich zueinander. gerne hätte ich da weiter und weiter zugehört. ich fand dich schon viel lockerer in der sendung. schade, dass der anrufer so schnell wieder draussen war. dem hätte ich auch gerne noch ein bisschen länger zugehört. aber die zeit lief euch davon …

    deine kollegin liest gedichte ziemlich gut, aber bei den prosatexten muss sie noch ziemlich üben, finde ich.

    den ramona-text fanden wir auch super – was haben wir gelacht. 🙂
    ich bin gespannt auf die fortsetzung.

    herzliche grüsse, soso

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