Ganz privat
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Nachdem vorgestern dieses Telefonat in der Straßenbahn mich in meinem Zustand der absoluten Feierabendschlaffheit ereilte (so daß ich tatsächlich zu kaputt war zu anderer Reaktion als stillschweigendem Erdulden), waren es heute zwei Gespräche, in denen ich den Notfallseelsorger am Telefon ersetzte oder vielleicht auch nur ergänzte.
Zum einen hatte ich die Gelegenheit, entscheidende Hinweise zur Lösung eines Amtsproblems zu geben. Zwar habe ich da zum hundertsten Male vorgebetet: “Nicht alleine hingehen! Keine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben! Garnichts unterschreiben! Nachfragen, in welchem Paragraphen welchen Gesetzes das steht und sofortige Einsicht in dieses Gesetz verlangen!”
Am späten Nachmittag erfuhr ich dann, daß nach diesem Hinweis gehandelt wurde und ein Mensch sehr zufrieden dieses Dshoppßenter verließ.
Im zweiten Fall bin ich jetzt zumindest wieder über den Stand einer Beziehung auf dem Laufenden. Bisher konnte ich mit meiner doch größeren Lebenserfahrung oft einen Hinweis geben. Diesmal aber war ich mit meinem Latein am Ende. Weil es auch nicht in der Zuständigkeit meiner Bekannten liegt, da noch irgendetwas zu verändern.
Nicht helfen zu können, mich so hilflos zu fühlen: Kein schönes Gefühl für mich. Aber es schickt mich nichtmehr ins depressive Loch.
Daran hatte unter anderem das Resultat des ersten Gespräches seinen Anteil.
Ach ja, das Leben kann doch noch schön sein.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 5. Februar 2013 waren eine gelöste Aufgabe beim Radio (echt knifflig) und zufriedene Menschen.
© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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die zufriedenheit oder den schmerz anderer mitzufühlen macht uns zu lebendigen menschen.
das maß zu finden bei „fremden“ leiden find ich verdammt schwer. ich versteh dich soo gut!
und ja, das leben ist AUCH schön – zum glück. 🙂
Klasse !!!!
Den Anspruch, jedem immer helfen zu können, halte ich für entschieden zu hoch, lieber Emil. Du gibst Dein Bestes. Mehr geht nicht! Mehr kann niemand! Und die wenigsten geben wenigstens das. Ich finde es toll, dass Du im ersten „Fall“ einem Menschen sehr helfen konntest!
Ich will ja nicht immer. Und mittlerweile kenne ich auch meine Grenzen.
Ja, das Dshoppßenterding hat mich echt aufgebaut.
Helfen können mach echt happy.
Es setzt tatsächlich Glückshormone frei.
Leider kann es nicht immer klappen. Das gehört einfach dazu.
Leider, das stimmt. Oder auch: Zum Glück. Sonst käme ich zu nichts Eigenem mehr.