In der Schwebe (#168)

Zwischen Wachen und Schlafen

To get a Google translation use this link.

Da es gestern um das Wachwerden, das Gewecktwerden ging, setze ich heute mit meinem derzeitigen Befinden zwei Stunden nach dem Aus-dem-Bett-fallen fort. Dann nämlich ist die Liebste unterwegs und bringt Zimtzicke in den Kindergarten. Mäkelhexe ist zu der Zeit auf dem Weg in die Schule. Ich bleibe allein zuhaus.

 

 

Eine halbe Stunde, in der ich mir gestatte, komplett durchzuhängen. In der ich nichts tue außer atmen und (innerlich) jammern. Ich sitze schlaff am Tisch, der noch nicht abgeräumt ist, bin in einem Dämmerzustand, der angenehm ist und spüre meine Muskeln, die schonwieder oder immernoch leicht verkatert sind.

Das Kinn in eine Hand gestützt, halte ich in der anderen eine Tasse Kaffee. Die hebe ich kurz an, wie um einen Schluck zu trinken, aber die Tasse ist viel zu schwer. So landen Hand und Tasse wieder auf dem Tisch. Ab und zu höre ich Geräusche aus dem Haus oder das Radio.

So sitze ich hier und bin doch nicht da. Kurze Traumszenen entführen mich ins Gestern. Der Hals kratzt, weil ich noch vor wenigen Minuten mir den Mund fuselig geredet habe, um die Mäkelhexe und die Zimtzicke vom Trödeln abzuhalten. Ja, die beiden treibe ich an. Und ich? Genau das genieße ich jetzt: Ich trödele vor mich hin.

Für genau 30 Minuten erlaube ich mir, mich aus dem “normalen” Zeitgefüge zurückzuziehen, in eine andere Welt einzutauchen.

Es ist eine fast mystische Erfahrung, die ich in den 30 Minuten mache. Unsere Welt zieht an mir vorbei, ich ruhe in mir und lasse nur mich sein. Alles andere bleibt Hintergrund, Nebensache, Unwichtig. Für genau 30 Minuten. Und danach, wenn die Augen wieder ganz offen sind und ich endlich (wieder?) in der Realität ankomme, dann räume ich den Tisch ab, starte – wenn nötig – die Spülmaschine und verziehe mich ins Bad.

Wenn die Liebste zurückkommt, muß ich doch schön und richtig wach und für sie da sein.

 
 

 

So. Genug für jetzt. Heute ist wenigstens keine Schule, also weniger Streß. Vielleicht werde ich zuhause auch einmal diese 30 Minuten Lebenspause versuchen.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 15. Juni 2012 war ein Besuch bei der Familie.

© 2012 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
über diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse können in meinem Blog erfragt werden.

168 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 412 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter Erlebtes, Gedachtes, Geschriebenes, One Post a Day, postaday2012 #oneaday abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

0 Kommentare zu In der Schwebe (#168)

  1. Gudrun sagt:

    Der Kaffee ist fertig ….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert