Vergib die Sünde (Nº 324 #oneaday)

Die Frage nach der Lieblosigkeit

To get a Google translation use this link.

Manchmal, manchmal sündige ich: Als Diabetiker mampfe ich – wie am vergangenen Nachmittag – einfach zwei Tafeln Schokolade weg. Es mußte sein! Denn Schokolade macht glücklich. Außerdem war ich extra deswegen in einem Supermarkt und habe nur diese zwei Tafeln geholt.

 

Kleine Sünden sind keine Verbrechen, aber es steckt meist viel Lieblosigkeit darin.

 

Ein geflügeltes Wort, für das ich auch in längerer Suche
im Internet keinen Autor fand. Kann jemand helfen?
 
 

Jetzt habe ich ein zweifach schlechtes Gewissen. Weil ich erstens eine (kleine?) Sünde beging und weil ich zweitens zwar den Spruch kenne, aber nicht weiß, woher ich ihn kenne. Geschweige denn weiß ich, von wem er ist! Da habe ich fast 30 Minuten mit verschiedenen Suchmaschinen nach diesen paar Wörtern gesucht (okay, nicht mit gockle – die verabscheue ich), aber nichts gefunden.

Bin ich jetzt lieblos zu mir gewesen, weil ich meinen riesigen Appetit auf (Nougat-)Schokolade stillte?

Bin ich lieblos zum Internet gewesen, weil ich den gockle-Suchdienst absichtlich ignorierte?

Bin ich lieblos zum Autor des Zitates gewesen, weil ich seinen Namen nicht fand, aber seinen Satz so sehr liebe, daß ich ihn mit meinen Lesern teilen möchte?

Ah, Moment. Da, da steht es doch. Der (vermutete) Autor hat doch vorgesorgt:

Meist. Meist viel Lieblosigkeit. Also nicht immer. Und diesmal bei mir nicht.

Jetzt bin ich wieder beruhigt. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

Und wenn ich heute nachmittag meine Liebste sehe, dann werde ich sehr liebevoll sündigen …

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 19. November 2011 war, daß ich mich schonwieder aufgerafft habe, um im Vereinslokal mitzuputzen und mitzuarbeiten.

P.P.S.: Keine Sorge. Daß in diesen beiden Sätzen auch eine Glaubensdimension steckt, weiß ich sehr wohl. Denn manchmal liebe auch ich zu wenig, und dann sündige ich auch anders …

© 2011 – Der Emil. Dieser Text steht unter einer creative common license für Deutschland 3.0
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung): CC by-nc-nd Website

324 / 365 – One post a day (WP-count: 338 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter Erlebtes, Gedachtes, Geglaubtes, postaday2011 #oneaday abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

0 Kommentare zu Vergib die Sünde (Nº 324 #oneaday)

  1. anniefee sagt:

    Nun ja.. noch immer benutze ich ja mitunter gockle, wenn die anderen Suchmaschinen versagen – was leider bei fast allem vorkommt, was nicht auch so im Lexikon stehen würde. Es gibt dann schon Ergebnisse, aber deren Relevanzlistung ist eher mäßig.
    Dein Zitat ist vermutlich von einem bescheidenen Pfarrer, der seinen Namen nicht groß verbreiten will.

  2. Himmelhoch sagt:

    Dein Beitrag steckt so voller Philosophie und Lebensweisheit – da spielt es für mich keine Rolle, ob du bei Gockel nun gesucht oder gesündigt hast. – Danke!

    • der_emil sagt:

      Ohhhhh! Ach Du böses Weib! Mir auch noch Lebensweisheit zu unterstellen, mir, der ich doch Lob nicht vertragen kann! Ganz puterrot bin ich geworden grad beim Lesen Deines Kommentares. Vor Freude über soviel unverdiente Wertschätzung usw. usf.

      Bittesehr. Danke.

      • Himmelhoch sagt:

        Wie heißt es doch so schön: „Wie man’s macht, macht man’s (frau’s) falsch – das nächste Mal lobe ich dich nicht, auch wenn es schwer fällt. Ich beiße mir dann eher die Zunge wund *grins* (beim Essen, nicht beim Kommentieren)

        • der_emil sagt:

          Jetzt sitze ich geknickt und fast hoffnungslos vor meinem PC. Dabei habe ich doch wirklich ganz deutlich gesagt, daß ich mich über Deinen Kommentar freute und Dir dafür danke?

          • Himmelhoch sagt:

            Das habe ich auch wirklich und ganz deutlich so verstanden, lieb(st)er Emil – jedoch mir gestattet, in der mir eigenen Art zu beantworten, da ich der Meinung bin, dass dauernder Blutfluss ins Gesicht auf etwas anderes als Schamesröte ob des Lobes schließen lassen könnte. *grinsgrinsgrins*

  3. Elvira sagt:

    Mein lieber Emil!
    Eigentlich wollte ich Deinen Beitrag kommentieren, nun äußere ich mich aber zu Deiner Antwort auf Claras Kommentar.
    Unverdiente Wertschätzung? Was wäre denn verdiente? Wert-Schätzung=Werte schätzen=Emil+heutiger Beitrag ergibt einen Wert, den wir auf einer Skala von na, ja bis umwerfend einschätzen? Lassen wir diese Skala mal einfach weg und schauen, wieviele Menschen täglich Dein Blog besuchen. Einer, zwei, zehn? Kann ich nicht schätzen. Aber ich sehe, dass täglich Besucher in Dein Haus gehen, weil DU sie interessierst, weil das, was DU schreibst, es ihnen Wert ist! Du musst Dir Wertschätzung nicht verdienen – nur einfach annehmen!
    Einen herzlichen Sonntagsgruß schickt
    Elvira (und eine Mail!)

  4. Schokolade kann doch niemand widerstehen…etwas das so gut schmeckt kann doch keine suende Sein ;D liebe Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert