Anzugskampf – oder so ähnlich.
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Gestern am frühen Morgen kämpfte ich mich in meine alte Arbeitskleidung. Ach was soll ich sagen: Es war ein Kampf mit mir selbst. Kleide ich mich normal (also wie immer in Schwarz) oder zieh ich das Zeug an? Beige Hose, trachtiges Hemd, helle Lederweste, kein Kopftuch, sondern Mütze. Es paßte noch alles, das war nicht der Grund für meine Schwierigkeiten.
Vielleicht ein wenig zu leichtsinnig hatte ich jemandem versprochen, daß er mich in diesem “Outfit” sehen wird, leibhaftig.
Fast befürchtete ich, daß ich gewinne. Dann aber siegte ich doch. Und ging in diesem Aufzug hin, wo ich hingehen mußte. Im Aktenkoffer einmal komplette Wechselgarderobe: Socken. Schuhe, T-Shirt, Hemd, Kopftuch, Jeans – alles in Schwarz. Falls ich es nicht hätte aushalten können bis zum Nachmittag.
Ungefähr sah ich gestern tagsüber wieder so aus wie auf diesem Bild. Und seit 2007 hatte ich das alles nur sehr selten wieder an, weil – naja, es gehörte zu meiner Vergangenheit, nicht mehr so ganz zu mir …
Zunächst wurde ich von einigen Menschen nicht mehr erkannt. Dann redeten fast alle auf mich ein, wie toll das doch aussähe. Und ich? Ich fühlte mich in meinen ehemaligen Lieblingsstücken nicht sehr wohl. Nein, überhaupt nicht wohl.
Als spielte ich eine schlechte Rolle in einer noch schlechteren Verkleidung, so fühlte ich mich. Aber ich hielt bis zum Feierabend durch.
Und schon zu Mittag konnte ich feststellen: Das bin nicht mehr ich. Das gehört nicht mehr zu mir. So muß ich mich nicht mehr verkleiden. Wenigstens das habe ich gestern daraus gelernt.
Nächste Woche werde ich doch darüber nachdenken, ob ich die Sachen weiterhin um der Nostalgie Willen in meinem Schrank lasse. Gestern noch tönte ich, daß ich alles zur Reinigung bringe und dann zur Kleiderkammer, weil ich es nicht mehr sehen will.
Nun bin ich unschlüssig. Weil auch die Liebste mich nocheinmal so sehen möchte …
Ein paar Wochen / Monate / Jahre werd ich wohl noch …
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 18. November 2011 war die eingegangene Kostenerstattung, Weinen, Versprechen und ein kleines Geschenk für mich.
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Letztendlich sollte man doch meinen, das sind nur Äußerlichkeiten. Kann ich aber nachvollziehen, ich muß mich auch Wohlfühlen in meiner Kleidung, da ich damit auch immer ausdrücke wie ich bin/denke/fühle…. allerdings wäre für mich ein schwarzes Qutfit völlig undenkbar. Komisch, wie man doch unterschiedliche Empfindungen hat. Sicher würdest Du meine Farben auch nicht mögen..
Als es mir nicht so gut ging trug ich fast nur GRAU…. und dann ROT und LILIA und…!!!
LG und einen schönen Samstag, Petra
An Anderen mag ich alle Farben 🙂
Wenn ich nachdenke, ist es tatsächlich die Farbe, nicht der Stil …
Mir geht es genau so, wenn ich mich für’s Büro mal wieder in einen Anzug quälen muss. Ich habe allerdings festgestellt, dass ich meine Lieblingskleidung danach um so mehr schätze. Aber dafür, dass dir die Kleidung von 2007 noch passt, hast du meine Bewunderung. Meine Anzüge aus dieser Zeit sind längst in der Altkleidersammlung.
Also ich zB habe nach meinem Ehrendienst im der NVA gewaltig abgenommen 😉 Damals trug ich die 46, heute nur noch die 28 *lach*
Und daß mir die Sachen noch paßten,liegt wohl eher daran, daß ich 2006 die 30 kg abgenommen habe, die ich in den beiden Jahren zuvor mir anfraß. Seit 2006 kreise ich immer um die 105
Also Emil, wenn Du Dich darin nicht wohl fühlst, wenn Du das nicht mehr bist, dann weg mit den Sachen. Auch für die Liebste solltest Du Dich nicht verkleiden. Und sie sollte das nicht von Dir verlangen, sich nicht einmal wünschen!