Aus «Sand im Getriebe | Doras Tagebuch» (No. 24 #oneaday)

Meine Denkfalle

fand ich letztens bei Dora Asemwald wieder, allerdings zu einem völlig anderen Thema, nämlich zu Stuttgart 21.

 
Doras Tagebuch | das Fachmagazin für erfolgreiche Lebenslügen
Sand im Getriebe

Eine ungünstige Ausgangslage dient gerne als Steilvorlage für vorauseilendes Scheitern.

Nicht das Scheitern, sondern die Furcht davor ist, was uns scheitern lässt.

Der alte Optimismustrick, sich selbst zum Erfolg zu überreden, funktioniert eh nur bei Angelegenheiten, die uns selbst betreffen.

Vorauseilendes Scheitern durch Nichtversuch.

Wir werden noch oft scheitern, aber eben so oft werden wir wieder aufstehen und weiterkämpfen.

Mit vorzüglichem Dank an die Autorin von Doras Tagebuch | das Fachmagazin für erfolgreiche Lebenslügen.
 

All das sind Sätze, die ich lange Zeit immer wieder vor mich hergebetet habe oder an die ich mich immer wieder geklammert habe. Es sind die typischen Sätze, die zu einer Depression gehören.

Nicht zu einer depressiven Phase, also einer «kurzen» Phase der Niedergeschlagenheit. Diese Sätze gehören zu einer echten Depression, bei vielen Menschen, die daran leiden. Viel zu spät habe ich das erkannt – und mich nach außen viel zu gut getarnt.

Der Zusammenbruch des Ganzen kam 2009, und im Spätherbst desselben Jahres erst konnte ich mich aktiv um Hilfe für mich kümmern. Und ich fand die Hilfe, die noch heute regelmäßig notwendig ist.

Ein Teil der Therapie ist bei mir die Aufarbeitung, nein, die Bewältigung der Vergangenheit. Ich begann im November 2010 vorsichtig, mich an meine Herkunftsfamilie anzunähern. Zunächst suchte ich nur nach verfügbaren Informationen.

Ja – und nun erschien mein Sohn, nach acht Jahren ohne Kontakt. Und mein vorsichtiges Lavieren wurde extrem beschleunigt. Zum Teil finde ich es gut, daß mir ein Teil der Verantwortung somit aus der Hand genommen wurde. Trotz aller Freude aber geht es mir damit (noch) nicht wirklich richtig gut.

Und so habe ich heute Doras Artikel zu Stuttgart 21 zitiert, ohne auf seinen Inhalt zurückzugreifen. Nein, ich nutze die von ihr gefertigten Sätze, um die Bedeutung dieser Geschichte mit meinem Sohn aufzuhellen.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

If you would try out Google translations of this blog into english, use this link.

024 / 365 – One post a day

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter Erlebtes, Gedachtes, postaday2011 #oneaday abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

0 Kommentare zu Aus «Sand im Getriebe | Doras Tagebuch» (No. 24 #oneaday)

  1. frizztext sagt:

    zu Stuttgart
    http://flickrcomments.wordpress.com/2011/01/07/police/
    man kann doch froh sein,
    wenn einem wenigstens nicht die Augen ausgequetscht wurden …

  2. Nur wer der eisigen Kälte der Depression ins Auge geschaut hat, versteht genau, was ich da meine. Das im Überwinden gelernte kann man dann auch auf Bahnhöfe anwenden, oder viele andere Probleme, die einem Begegnen. Es sind immer die selben Muster. Leider reicht es nicht, sie zu erkennen, man muss immer aufs neue gegen sie ankämpfen.

  3. Pingback: Träume und konzentrierte Luft (Nº 256) | Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert