Ein sehr vielseitiges, altes deutsches Wort.
To get a Google translation use this link.
Oh. Ansatz. Das wird in so vielen Wendungen (und auch in mehreren Bedeutungen) verwendet, daß ich einen ganzen Blogbeitrag nur mit Beispielen für seine Verwendung bestücken könnte. Haaransatz wäre zu nennen. Und der Ansatz zu einem bzw. für einen Likör oder Wein. Der Ansatz der Brüste und der Ansatz zum Sprung. Die Stellung der Lippen beim Anblasen. Ein Teil einer mathematischen Arbeit. Die Vorstufe eines Teiges usw. usf.
Der Ansatz kann ein (mehr oder weniger abrupter) Übergang sein von einer zu einer andern Sache, von einer zu einer anderen Handlung. Er kann eine Art Anlauf sein, muß er aber nicht. Der Ansatz kann ein vorerst Unfertiges sein. Sogar als Fortzsatz kann ein Ansatz angesetzt werden, etwas Angesetztes sein. Ja, im Verb zeigen sich viele der Bedeutungen sehr anschaulich: ansetzen (nachzusehen z. Bsp. hier oder dort). Was alles setztet ihr denn so an in eurem Leben oder wozu?
Auch hier fällt mir wieder der Unterschied zwischen Substantiv (Ansatz) und substantivierter Verbform (Ansetzen) auf: beide können schwerlich synonym benutzt werden. (Ich fand auf die Schnelle jedenfalls keine solche Möglichkeit – aber soetwas wird Thema in einem anderen Text werden, denke ich.)
Ich bemerke, daß aus dem Ansatz zu einer kleinen Serie noch sehr viel mehr werden kann, wenn ich mich mit weiteren der Wörter beschäftige, in denen dieses -satz enthalten ist: Hauptsatz, Aussatz, Modalsatz, Besatz, Durchsatz, Versatz, Chorsatz, Nebensatz, Gegensatz, Kernsatz, Zeichensatz, Vorsatz, Zusatz und natürlich auch Einsatz … Es gibt sehr, sehr viele davon, die mir in den letzten Tagen auch noch einfielen. Und so viele der -sätze haben mehrere Bedeutungen, uff. Hoffentlich vergesse ich das Weiterzählen nicht. Und ich werde wohl weiterhin immer wieder einmal versuchen, Ansätze fortzusetzen mit Absätzen und Umsätzen, sicher nicht im Bleisatz, aber handschriftlich. Vorerst allerdings wird die -satz-Serie nicht von mir weitergeschrieben.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Gut fand ich am 05.10.2022 den abgeschlossenen Gerätewechsel, die vorbereitete Sendung, vier weggebrachte Bücher (und nicht eines habe ich diesmal mitgenommen nachhause).
Für morgen zog ich die Tageskarte Neun der Münzen.
© 2022 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Ach ja, Versatz in der Drucktechnik. Beim Layouten muss man darauf achten, dass die Satzspiegel der Vorderseite nicht von dem auf der Rückseite abweicht und auch dann passierten noch eine Menge ungewollter Dinge in der Maschine. Und dann „blitzt es“, wird unscharf.
Ach, glaubst du das? Ich hatte das alles schon vergessen, unterrichte es ja schon lange nicht mehr. Und nun ist es erstmal wieder da.
Grüße von nebenan
PS: Aber meinen Fadenzähler habe ich noch.
Eine Fadenzähllupe hab ich auch irgendwo. Und den Versatz kenn ich aus dem Bergbau (Auffüllen von Hohlräumen mit Taubem) und zusätzlich auch aus dem Baugewerbe, glaube ich …
Jaja, woran man sich so ab und zu dann noch erinnern kann und aus welchem Anlaß, das ist wirklich erstaunlich.
Gib gut auf Dich acht!
Es geht mir besser, wenn ich es nicht mache, das Aufpassen. Aber danke, Emil.
Versatzstücke, hin und wieder wird hingewiesen, dass ein Text, ein Roman, ein Gedicht mit vielen Versatzstücken arbeitet. Be-stückt ist.
Und die Fadenlupe liegt als schöne Erinnerung im Regal mit den Lebensstücken.
Ich weiß gar nicht, wieso und woher ich diese Lupe habe, vielleicht aus dem VEB OPEW Annaberg-Buchholz zur Wendezeit (hab dort eine berufsbegleitende Berufsausbildung gemacht, zumindest den theoretischen Teil, Praxis war im VEB Zinnerz Ehrenfriedersdorf). 😉