2021,306: Sensationsgier

Ein für mich unvorstellbares Ding und Verhalten.

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Ich kann diese „Lust” am Leiden anderer Menschen, die Sen­sa­tionsgier z. B. in Unglückssituationen nicht verstehen. Ob bei (Verkehrs-)Unfällen, bei Straftaten gegen Leib und Leben, ob bei Berichten über Brände oder Arme und Obdachlose usw. usf.: Was veranlaßt Menschen, in solchen Situationen dazustehen, sogar erst noch hinzugehen! und dann mit dem Smartphone zu filmen oder einfach nur zu gaffen? Und dabei vielleicht – absichtlich – Hilfe zu behindern (und mittlerweile gibt es auch da noch dokumentierte Steigerungen)? Woher kommt dieser Mangel an Mitgefühl, an Sozialität und Solidarität? Ich glaube, das war früher bei weitem nicht so ausgeprägt und auch allgemein nicht üblich. Da wurde – sofern auch nur die geringste Möglichkeit dazu bestand – mitgeholfen, unterstützt. Es waren solche „Nachrich­ten” auch nicht so präsent in den Medien … Ehrlich gesagt: Ich befürchte, daß für so manchen Menschen heutzutage schon der Gedanke an eigenes Mithelfen unmöglich geworden ist – und ich weiß nicht wieso.
 
Allfällig annehmbare Ursachen und Wege zu diesem veränderten Verhalten halte ich für plumpe Versuche der (unangebrachten) Rechtfertigung.

 

Natürlich sind diese Worte vom (von mir nicht gesehenen) Squid Game und seiner medialen Rezeption/Promotion beeinflußt. Und ganz gleich, wieviele (Meta-)Ebenen man in dieser Serie zu erkennen glaubt, so denke ich doch, daß die bewußte Inkaufnahme von Toten zur Erreichung eines individuellen Zieles eine der Krankheiten ist, die jeder Klassengesellschaft immanent sind.
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Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 02.11.2021 waren positiv viel Lesezeit, entsorgtes jahrelang Gesammeltes, ein gefundender Fehler in einem Schwibbogen (Draht gebrochen, wird ersetzt, sobald ich Draht habe).
 
Die Tageskarte für morgen ist die Neun der Münzen (gute Entscheidung gefäät, diesen Weg unbedingt fortsetzen).

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Über Der Emil

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2 Kommentare zu 2021,306: Sensationsgier

  1. Nati sagt:

    Ich finde es ganz furchtbar/schrecklich wenn ich solche Menschen sehe.
    Manchmal reicht bei mir schon ein Martinshorn dass mir ein Schmerz durch den Körper strömt.
    Erschreckend, ja schon pervers, finde ich dass schon die Kleinsten diese Serie zu kennen scheinen. In was für eine Welt leben wir nur wenn Eltern dies zulassen?

  2. Roswitha sagt:

    alle hier lesenden finden das wohl schrecklich, diese gafferei, diese neugierde und distanzlosigkeit. und trotzdem kennen wir solche menschen und müssen mit ihnen reden. es ist gut, glaube ich, das auf eine persönliche art zu tun. ich habe gesagt, ich würde mich doppelt verletzt fühlen, wenn ich opfer würde und andere gaffen oder filmen. und ich denke, auch bei diesem mitfühlen sollten wir schon bei den kindern anfangen, z.b. auch mit 1.-hilfe -kursen in der schule. da würden manche wissen, was zu tun ist…

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