An unerwarteter Stelle beinahe überhört.
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Der Zug fährt mit nur einer Minute Verspätung ein. Plötzlich ist der Bahnsteig voller Menschen, alles summt und brummt um ihn herum. Er hat Mühe, all die Wagen im Blick zu behalten, wird immer wieder zur Seite gebeten, geschoben. Nur ein Hindernis ist er für die, die schnell weiterwollen vom Zwischenort Bahnhof zu ihren Zielen, zu anderen Zwischenorten wie Hotels, Restaurants, Straßenbahnhaltestellen, fremde Betten. Hindernisse muß schnell passieren, wer sich optimal selbstoptimiert hat. Der Menschenstrom wird dünner, sein Herz schwerer. Nun, es war wohl sein Fehler, dem vagen Versprechen zu trauen. Langsam dreht er sich um und geht zum Ausgang. Fiel ihm schon der Weg zum Bahnhof schwer, so ist der Rückweg alleine jetzt kaum zu bewältigen. Traurig, gesenkten Kopfes tritt er hinaus auf den Vorplatz und hört eine zaghafte Stimme beinahe nicht: »Papa?«
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Positiv waren am 21.02.2020 am Bahnhof wildfremden Menschen zuzuwinken, wunderbare Musik auf den Ohren, Festplattenpartitionenjonglage.
Die Tageskarte für morgen ist die Sieben der Stäbe.
© 2020 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Bahnhöfe und Flughäfen haben ihren eigenen Rhythmus, einen Herzschlag, den jeder anders wahrnimmt. Bahnhöfe noch eher als Flughäfen. Obwohl, wenn ich an meine Kindheit und den alten Flughafen Tempelhof denke, daran, wie meine Lieblingstante nach ihrem Besuch bei uns von dort zurück in die USA flog. Diesen Herzschlag nehmen wahrscheinlich nur die wahr, bei denen diese Zwischenorte eben keine sind.
In diesem kurzen Text so viel verpackt, gesagt, gefühlt!
Liebe Grüße Dir, Ev