Der hat ja mehr als ein Rad ab.
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Politik ist ein Springturnier mit trojanischen Pferden.
Heinz Erhard
Und der zur Zeit eifrigste Reiter trojanischer Gäule ist der Bundespahn, äh, der sogenannte Bundesminister für Gesundheit, vulgo Stußlaberer, Jens Spahn. Seine (?!) Ideen sind herzerweichend bescheuert, mit Verlaub gesagt. Einen seiner neuesten “Verbesserungsvorschläge” im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) findet man im § 92: Wer Psychotherapeutische Hilfe benötigt, muß zuerst zu jemandem, der die richtige Therapieform “festlegt”, und dann zum “vorgeschlagenen” Therapeuten. An diesem Paragraphen – siehe S. 16 im Bundesrats-Dokument (pdf): “Zu Artikel 1 Nummer 51 Buchstabe b (§ 92 Absatz 6a Satz 4 SGB V)” – übt sogar der Gesundheitsausschuß Kritik und will einiges davon gestrichen wissen. Also: Laut Gesetzesentwurf werden von den ohnehin zu wenigen psychotherapeutisch Arbeitenden eine ganze Anzahl nur noch diese Vordiagnosen treffen (und damit keine Therapie mehr anbieten können). Und das Recht der Patienten auf die freie Wahl des Arztes/Therapeuten wird massiv eingeschränkt. Und ganz sicher wird man erst etwa ein halbes Jahr auf den Termin zur Steuerung warten und dann nochmal sechs Monate auf den Therapietermin. Klasse. Beinahe “besser als jetzt”.
Ich glaube, der Bundesspahn braucht dringend einen Realitätsabgleich, nicht mit seiner abgehobenen Wahrnehmung, sondern mit der Realität, die den Patienten bzw. potentiellen Patienten täglich droht.
Mit der Realität der Mitarbeiter am Klienten/Patienten in der Pflege auch.
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 13.11.2018 waren eine unbürokratische Hilfe, ein interessantes Telefonat, leichte Verbesserung der Rückenschmerzen.
Die Tageskarte für morgen ist der König der Kelche.
© 2018 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Gerade für Menschen die dringend Hilfe benötigen, solch einen murks zu veranstalten.
Schon allein 6 Monate zu warten, ist für die Meisten unerträglich. Daran müsste gearbeitet werden. Aber dafür gibt es zu wenig Ärzte in diesem Bereich.
stimmt Emil, er ist auch aus meiner Sicht absolut realitätsfern, er hat ja immer wieder so abstruse Vorschläge … hoffentlich nicht mehr lange!
Spahn hat in etlichen Beziehungen ein ziemlich paternalistisches Modell von der Bezeihung der Betroffenen/Patienten zum Gesundheitssystem und desssen Playern (Kassen, Behandlern, Leistungserbringern etc.)
Das ist ein allgemeines Problem, wenn Menschen (in der Mehrzahl Politiker) über Regelungen im Bereich Gesundheits- und Sozialpolitik entscheiden, von denen sie in ihrem weiteren Leben mit großer Sicherheit nie betroffensein werden (GKV versichert sein, Transferleistungen beziehend ect.)
Ist wie meist: Betroffene haben in solchen Entscheidungsprozessen i. d. R. keine Möglichkeiten zu Mitsprache (sie werden ihnen nicht gewährt).
Früher konnte man das mit Wandlitz erklären …
Jain, Ich bin ja selbst als Bundesvorsitzender eines Krebsselbsthilfeverbandes als Betroffenenvertreter aktiv.
Inzwischen werden Betroffene durchaus in etlichen Gremien zumindest gehört, z.B. im GBA, in medizinischen Leitliniengremien u.v.a, in manchen hab sie auch Mitspracherechte. Referentenentwürfe werden Betroffenendachverbänden regelmäßig zur Stellungnahme vorgelegt, und immer wieder, werden die jeweils genannten Punkte auch mal berücksichtigt.
Das alles ist natürlich noch nicht ausreichend. Am wenigsten Kompentenz und eigene Betroffenheit haben am Ende diejenigen, die die Entscheidungen treffen. Letztlich sieht es bei den meisten Gesetzgebungsverfahren so aus, dass die Franktionen eine Entscheidung nahegelgt bekommen und die einzelnen Abgeordenten im großen und ganzen dieser Empfehlung folgen ohne im Detail darüber Bescheid zu wissen was sie da gerade beschließen. Beim Umfang der meisten zugrundeliegenden Drucksachen ist das auch kaum anders möglich.
Ein Problem ist, dass bei vielen Entscheidungen im Gesundheits- und Sozialwesen eben politische Absichten oft eine größere Rolle spielen als sachliche Aspekte.