062.2026: Ich saß auf einem Steine

… und hatte echt nichts mit Walther von der Vogelweide zu tun.

 

Ich war heute zweimal in der Stadt unterwegs. Beim ersten Mal mußte ich einen Einkauf erledigen. Beim zweiten Mal war ich nur unterwegs. Und dann saß ich auf einem Stein. Da saß ich, saß einfach nur in der Gegend herum und schien mich zu langweilen. Aber nein, ganz im Gegenteil: Ich genoß die Muße, bis die Muse mich zu küssen versuchte. Sehr oft geschieht das sowieso nicht, auf den Musenkuß warte ich oft vergeblich. Aber wenn es passiert, dann glaube ich einen Satz zu hören, dann huscht nach einiger Zeit etwas schnell und unscharf im Augenwinkel durch mein Blickfeld. Und wie intensiv und wie lange ich auch nach einem vermeintlichen Tier Ausschau halte – am Ende war es eine Ahnung, ein Phantom, eine der ungeweinten Tränen.

Heute war die Eingebung in dem Augenblick verschwunden, da ich – endlich – die Kladde aus dem Rucksack hatte. Nicht schlimm, dachte ich, hatte ich doch eine Weile all den Ärger der Weltlage vergessen. Und außerdem: Die Zeit zum Herumsitzen nehme ich mir gern.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 07.03.2026 das gekaufte Gerät, die acht weggebrachten Bücher, die verdöste Zeit draußen.


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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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