041.2026: Durch die Stadt

Weil ich merkte, daß ich mit den Versuchen zu oft scheitere.

 

Normalerweise – ja, genau – normalerweise gehe ich einmal am Tag raus. Einkaufen, irgendwo nach Fotomotiven suchen, öffentliche Bücherschränke abklappern. Oder: Einfach mit Straßenbahn und Bus durch die Stadt gondeln. Dabei Wege zu Fuß zurück­legen. Lauschen. Ja, einmal am Tag. Das ging jahrelang. Nur seit Weihnachten nicht mehr. Da blieb ich zu oft zuhause, und zwar nicht wegen des Wetters. Mir fehlte die Motivation. Weil ich sehr lange Zeit z. Bsp. nichts fand, das mir ablichtenswert erschien, nahm ich keine Kamera mehr mit beim Rausgehen. Es gab also wenig Gründe für Umwege.

Heute war ich zweimal draußen. Erst zum Einkaufen, und dann gleich danach ziellos in in der Stadt unterwegs. Ich hab es bis zum Bahnhof und zu dem in der Nähe stehenden Wasserturm geschafft. Ein paar Notizen habe ich gemacht, damit ich nicht vergesse, was ich mir bald einmal ansehen oder wieder einmal ansehen möchte. Die Freiraumgalerie, den alten Schlachthof, den Güterbahnhof, die älteren Häuser um den Bahnhof herum. Das meiste sehe ich bei jeder Vorbeifahrt – aber dabei kann ich nur wenige oder keine Einzelheiten erkennen. Und die will ich doch wieder entdecken lernen. (Oh ja, ich wollte schon so viel wieder machen oder neu beginnen und habe nur wenig davon umgesetzt. Die Hoffnung aber gebe ich noch nicht auf.)

Ich merke, das ist alles irgendwie durcheinander und unspezifisch und überhaupt. Welche Schlüsse ich daraus ziehe, welche Regeln ich daraus ableite für mich, kann ich noch nicht wissen. Vielleicht reicht es nicht, nur eine Nacht darüber zu schlafen. Was mir für eine wirksame Veränderung noch fehlt, ist etwas, das mich antreibt, mich auf irgendeine Weise zufrieden machen kann. Zufrieden mit mir, mit dem, was ich mach und tu. Ideen habe ich viele, doch zu den meisten fehlt mir jemand, mit dem ich diese Erlebnisse teilen kann. Und die Neugier und die Freude und die Zufriedenheit mit dem Geschafften, Erlebten. Doch ich habe deutlich bemerkt, daß ich meine Versuche vernachlässigte, weil ich manchmal mit ihnen keinen Erfolg hatte. Aus diesem Wissen in Zukunft „etwas zu machen”: nicht einfach, befürchte ich, trotzdem erreichbar.

 

Erinnerung des Tages:
Ich sah mir heute meine Fotos aus den Jahren 2010 und 2011 an. Hach!

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 10.02.2026 der Kurzbesuch von Tante Erdmute, die gesehene „kurze” TINA (Straßenbahntyp), saurer Fisch zum Abendessen.


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Über Der Emil

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