Noch ein Moment krude philosophierender Betrachtung.
Eine meiner Phantasien; eines meiner Gedankenspiele, das ich noch längst nicht zuendedenken kann. Weil ich nichts darüber weiß und nicht sagen kann, welche ganz individuelle Einstellungen, Erfahrungen und Erwartungen eine Rolle spielen.
Wenn es plötzlich überall auf dieser Welt zur Erkenntnis käme, daß kein Gott, kein höheres Wesen existiert, sondern alles nur entsprechend den gegebenen Naturgesetzen, soweit deren Gültigkeit derzeit allgemein anerkannt ist und sie im Moment auch nicht widerlegbar sind, geschehen und sich entwickeln kann und muß: Wäre die Welt eine friedlichere?
Es wäre doch ein Streitpunkt kein Streitpunkt mehr – meine Religion ist die einzig wahre, Du hängst einem Unglauben an, Dein Gott ist weniger wert als meiner oder wie auch immer man das ausdrücken würde – und damit wären die allermeisten Scheinargumente für viele Konflikte einfach nicht mehr vorhanden.
Vielleicht wäre eine gottlose Gesellschaft auch nicht der Schrecken aller Menschen, sondern eher eine erlöste Art zu existieren? Denn gottlos ist in meinen Augen nicht gleichzusetzen mit moralfrei … Und das Versprechen einer Glückseligkeit bleibt vage in seiner nachweisbaren Erfüllbarkeit …
Unausgegorenes aus meinem Denkicht, nicht mehr.
Erinnerung des Tages:
Die seltsamsten Religionen bzw. Denkgebäude, mit denen ich mich beschäftigte, waren der Jainismus und Chaosmagick.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 18. Juni 2025 war ich zufrieden mit den abgeholten Medikamenten, mit den Vorbereitungen auf das Wochenende, mit meinem Gurkensalat.
© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


ich glaube ja tatsächlich, dass nicht der Glaube an einen Gott- egal welcher- diesen Unfrieden hervorruft.
das schafft der Mensch ganz allein.
er schiebt nur oft genug den Glauben vor
Ja, ich dachte gerade: wenn der Mensch sich nicht mehr über Religion streiten muss, findet er etwas anderes. Andererseits sehe ich, die ich nicht übermäßig religiös bin, meine Religion als die Basis meiner Lebensmoral an. Unsere europäische Kultur ist vom Christentum geprägt, auch wenn viele von uns sich nicht mehr als christlich empfinden. Das heißt, die christliche Religion gehört immer noch zur Allgemeinbildung (und damit auch die jüdische, auf der die christliche ja basiert). Übrigens entstehen und wachsen Religionen ja auch nicht im luftleeren Raum, d.h. nolens volens gibt es bewusst oder unbewusst immer auch einen Dialog mit dem Islam, dem Buddhismus etc. pp
Ganz und gar d’accord.
Nur eines bitte ich zu bedenken: Niemand weiß, wie Menschen ohne religiöse Prägung (auch ohne negative, d.h. Religion ablehnende) sich verhalten würden, enwickelt hätten. Ich weiß um die Bedeutung von welterklärenden Theorien und Mythen und Glaubensgebäuden – und kann mir die menschliche Existenz ohne sie nicht wirklich vorstellen. Deshalb ist das alles ja unfertiges Denken …
Ich denke, Menschen haben ein Bedürfnis nach Moral und innerer Führung, und deshalb haben sie Religionen und Götter erfunden. An einen Gott als Person kann ich nicht glauben, eher an etwas, das in uns allen ist und das manche von uns eben Gott nennen.
Ohne die Religioten allerdings …
Nun, da spielen sehr viele persönliche, ganz persönliche Dinge eine Rolle, von denen ich nicht weiß und über die ich nicht urteilen kann/möchte. Ohne Doktrinen – denke ich – wären Menschen allerdings menschlicher.
Ich fände das sehr gut. (Hoffentlich werden dann aber nicht alle Feiertage gestrichen, sondern in neutrale Frei-Tage umgewidmet.)
@deremil Es gibt nichttheistische Quäker:innen 😉
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Das Schema „keinen Gott – keine Konflikte“ ist doch sehr naiv.
Es gibt viele Menschen, die in ihrem Glauben eine Quelle friedlichen Zusammenlebens sehen und mit anderen Glaubenden gemeinsam (die mit anderer Religion an den gleichen Gott glauben) nach einem interreligiösen und spirituellem Ethos suchen.
Gottesfurcht und Vertrauen verursacht keine Kriege.
Streben nach Macht und Geld schon. Dafür kann man Religion funktionalisieren. Sie wird dann gekapert und kann die Kraft, die in ihr steckt, nicht entwickeln.
Dieses Schema habe ich in meinem Text nicht wirklich erwähnt. Ich sprach von Scheinargumenten für viele Konflikte …