2025 – 077: Ablenkung

Ich bin unsicher, ob sie notwendig und/oder sinnvoll ist.

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Natürlich ist es eine altbekannte, „altbewährte” Methode, die bei der Bewältigung des Lebens hilft: die Ablenkung. Aber … Sie hilft eben nicht dabei, Probleme zu lösen, nicht wahr?

 

 

Was wir Menschen dringend benötigen: etwas Sinnstiftendes, das wir dem allgegenwärtigen Wahnsinn entgegensetzen können.

 

 

Also nicht nur ablenken, sondern wehrhaft sein, stark, um entschieden auftreten zu können. Immer dann, wenn wieder etwas völlig Unsinniges eingeführt/durchgesetzt werden soll oder etwas Sinnvolles gestrichen/gekürzt. Schon im Kleinen, im Viertel, im Ort. Und um Veränderungen anzuregen, zu fordern und dann auch mit der Kraft der Massen versuchen durch-/umzusetzen. Ja, ich weiß, das klingt in vielen Ohren utopisch, weltfremd, unmöglich. Aber ich war einer von den Vielen, die damals die Veränderung in meinem jetzt nicht mehr existierenden Heimatland in Gang setzten (doch ich war nicht bei denen, die es untergehen sehen wollten). Haben wir nichts aus diesem Teil der Geschichte gelernt?

 

Erinnerung des Tages:
Die DDR zu verändern, schien unmöglich, gelang uns aber anfänglich – bis dann „der Goldene Westen” für viele zu verlockend wurde.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 18. März 2025 war ich zufrieden mit der Physiotherapie (trotz autsch), mit dem endlich ausgelesenen vierten Band von „Otherland” (der aber deutlich weniger fesselnd ist als die drei davor), mit der Pasta Carbonara zum Abend.


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Über Der Emil

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6 Kommentare zu 2025 – 077: Ablenkung

  1. Ablenkung kann manchmal hilfreich sein. Etwa, wenn man sich ablenkt, um nicht Tag und Nacht über eine chronische Krankheit nachzudenken. Andererseits kann und will ich mich von der Politik derzeit nicht ablenken lassen. Man muss etwas tun, und ich bin eine, die nur die kleinen Schritte machen kann – Solidarität im direkten Umfeld, auf Demos gehen, einen Button der Omas gegen Rechts tragen (und diskutieren, wenn ich darauf angesprochen werde) etc. etc. …
    Im Moment bin ich sehr pessimistisch und rechne fast damit, als alte Frau im KZ zu enden, wenn in ein paar Jahren die AfD an die Macht kommt.

    • Der Emil sagt:

      Ja, da stimme ich Dir zu, zu allem, was Du schreibst. (Auch ich hab die Befürchtung, meine letzten Jahre ganz anders verbringen zu müssen, als ich es mir noch vorstellen kann, als kranker alter Mann.)

      Ich hab ein wichtiges, verlorenes „nur” im Text ergänzt.

  2. Flusskiesel sagt:

    Allerdings dürfen wir Menschen uns auch mal ablenken. Als ich seinerzeit in der Klinik mal die Krise gekriegt habe, hat mir der Pfleger im Nachtdienst den Rat gegeben:
    ,,Lenken Sie sich einfach mal ab! Sehen Sie fern oder so. Das darf man auch mal machen. Ich verstehe nicht, was alle immer gegen die Ablenkung haben!“

    Damit meinte er diesen Drang, jetzt immer und überall im Hier und Jetzt zu sein und dass es auch mal gut tun kann, sich einfach mal in der Hängematte der Ablenkung auszuruhen.

    Da die Ablenkung und ich ein kompliziertes Verhältnis zueinander haben (ist Sucht nicht eigentlich auch eine Art Ablenkung), setze ich sie gezielt und begrenzt ein.

    • Der Emil sagt:

      Oh, vielen Dank für Deine Worte! Genau so mache ich es nämlich auch.

      Und noch einen Dank: Ich bemerkte soeben, daß beim Abtippen aus der Kladde gestern ein kleines Wörtchen vergessen wurde. Ich habe dieses „nur” jetzt ergänzt und damit die Mißverständlichkeit (nach meinem Eindruck) verringert.

  3. Der Emil sagt:

    Da war mir doch beim Abtippen das kleine Wörtchen „nur” verlorengeganen. Ich habe es grad ergänzt, denn es ist wesentlich für den Text:

    Also nicht nur ablenken, sondern wehrhaft sein …

  4. Gudrun sagt:

    Oh doch, ich finde Ablenkung oder sich mit etwas Schönem beschäftigen durchaus gut. Als ich in der tiefsten Krise meines Lebens steckte, haben mir Schafe und zwei Hütehunde das Leben gerettet. Ich hatte dann zwei wunderbare Sommer mit ihnen und das hat mir geholfen, mein Leben neu auszurichten und zu strukturieren.
    Schafe hüten kann ich nicht mehr, aber die Wolle verarbeiten schon. Wenn es dicke kommt, setze ich mich ans Spinnrad. Sind die Hände beschäftigt, wird der Kopf frei. Dann finden sich wieder Ideen und auch Lösungen.
    „Ablenkungen“ als oberflächlich oder ähnliches zu bezeichnen, wie ich es manchmal lese, halte ich für falsch. Lebensstrategien finden würde ich schon in der Schule unterrichten.

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