Als Beispiel. Natürlich ehrenamtlich.
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Seit vielen Jahren schon arbeite ich ehrenamtlich bei einem nichtkommerziellen UKW-Lokalradio hier in der Stadt. Als Mitglied des den Sender betreibenden Vereines. Ich habe dort auch 18 Monate BFD geleistet als Sendetechniker.
Seit einigen Jahren gestalte ich zudem eine Freitag-Abend-Sendung, in der ich, um Lust auf Lesen und Bücher zu machen, aus Büchern vorlese. Lange Zeit habe ich den „Buchfink” live gesendet, seit Corona produziere ich die Sendungen vor, zeichne sie im Laufe der Sendewoche auf. Für eine Stunde Sendung brauche ich etwa zwei Stunden im Studio (aufnehmen und nachbearbeiten). Selten nur dachte ich darüber nach, wieviel Zeit ich für die notwendige Vorbereitung brauche: Ich muß die Bücher auswählen (okay, manchmal greife ich ohne nachzudenken in meine HuSuB) und die Stellen, die ich dann in der Sendung vorlesen werde. Weil ich es genauer wissen wollte, habe ich in diesem Jahr mal notiert, wie lange das dauert. Ergebnis: mit Musikauswahl sind es etwa sechs Stunden zusätzlich zur Studiozeit. Klingt nach wenig, nicht wahr, acht Stunden in zwei Wochen? Was würde es an Lohneinkommen bringen, wenn das bezahlte Arbeit wäre?
Nun: Es ist Arbeit. Arbeit, die ich gerne mache, Zeit, die ich gerne dreingebe. Es ist unbezahlte Arbeit, ja. Aber es sollten viel mehr von den ehrenamtlichen Tätigkeiten wieder zurückverwandelt werden in bezahlte Arbeit. Ich bin es leid, daß so vieles (nur noch und ausschließlich) von vielen unbezahlten Freiwilligen erledigt werden muß (oder soll), weil „dafür” kein Geld ausgegeben werden kann (um nur nicht das Betriebsergebnis zu schmälern o. ä.).
Ich bin mir nicht mehr sicher, ob meine, ob die ehrenamtliche Arbeit wirklich eine so natürliche Sache ist, so oft, wie „bürgerschaftliches Engagement” (also ehrenamtliche, unbezahlte Arbeit) heutzutage gefordert wird in Bereichen, die früher durch bezahlte Arbeit abgedeckt waren.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 26. April 2023 war ich zufrieden mit einer produzierten Sendung, mit einer in einer „Zu Verschenken!”-Kiste gefundenen Handkurbelkaffeemühle, mit der mir wegen meines konstanten Aussehens verliehenen Bezeichnung „Neustädter Original”.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

