#Advent 2022 (357): Das 23. Türchen


Ich möchte mir die Hoffnung bewahren.

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Strichzeichnung eines Nadelbaumes an einem Hang, Hörnerschlitten davor 
Das ist mein 13. Adventskalender. Ich widme ihn allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen insbesondere für Menschen und Tiere, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Es wollte bei mir in diesem Jahr keine rechte Weihnachtsstimmung aufkommen. Manchmal gelang es für kurze Zeit, mich mit Räucherkerzchen und Kerzen und Musik ein wenig einzustimmen. Aber nachdem aller Schnee wieder weg war … Wißt ihr, was mir in diesem Jahr zur Advents- und Weihnachtszeit am meisten gefehlt hat und mir ganz sicher auch für den Rest des Jahres fehlen wird? Die Hoffnung. Und dennoch möchte ich mir genau die, meine Hoffnung nämlich, be­wahren. Sie ist doch wichtiger Bestandteil des Zuwartens auf die Weihnacht. Überall wird auf – ich bin realistisch genug, das zuzugestehen – die Geschenke gewartet, auf besondere Formen der Menschlichkeit, auf das Erlebnis der Familie o. ä.

In diesem Jahr ist mir anscheinend noch etwas abhandengekommen, daß für meine Weihnachtszeit immer ganz wichtig war: der Kinderglaube an die Weih­nacht. Ich gestehe: Diesen Preis wollte ich für das Erwachsensein nie zahlen! Und bisher war er immer da. Nur heuer, heuer (also in diesem Jahr) stellte er sich nicht so zuverlässig ein wie in den letzten fünfzig Jahren. Ein ganz kleines Fünkchen aber ist wohl noch erhalten geblieben. Ich werde heute alles aus­blen­den, was nicht zur Weihnacht gehört. Und morgen und an beiden Feiertagen auch. Werde mich in die erzgebirgischen Weihnachtslieder kuscheln. Werde Dickens lesen und „Behüt eich fei dos Licht” – das erzgebirgische Weihnachts­buch. Ich werde heute nachmittag Kaffee kochen und dazu dann Spekulatius und Pfefferkuchen essen. Und die Pyramiden werden sich drehen.

Am Abend dann suche ich mir heute die kitschigste aller Weihnachtssendungen aus und seh mir die an. Und Glühwein hab ich mir besorgt, für Heute und für Morgen. Es wäre doch gelacht, wenn es mir nicht doch noch weihnachtlich werden würde, da ich auf Teufel komm raus genau das erreichen möchte. Jedenfalls hoffe ich, das es mir gelingt.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Adventszeit.

Der Emil

 

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das im Dezember täglich ab 21 Uhr des Vorabends bei der Versteigerung von #hand2hand22 tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür von ganzem Herzen.

 

P.S.: Gut fand ich am 22.12.2022 sehr erfreuliche Post, elf ins öffentliche Regal gestellte Bücher (ohne ein einziges mitgenommen zu haben), den heißen Met am Abend.
 
Die Tageskarte für heute ist das Ass der Kelche.

© 2022 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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12 Kommentare zu #Advent 2022 (357): Das 23. Türchen

  1. Nati sagt:

    Und ich dachte stets dir gelingt es immer, weil du diese Zeit so sehr liebst.

    • Der Emil sagt:

      Ja, ich liebe diese Zeit. Und wenn es dann nicht so funktioniert wie immer, dann frustriert das und es wird noch schwieriger.

      Ich hoff‘, das hat niemand am Adventskalender wirklich bemerkt.

      • Nati sagt:

        Nein, überhaupt nicht. Er ist wie jedes Jahr ganz wunderbar, Emil.
        Bei mir reicht es schon wenn ich nach Totensonntag alles weihnachtlich schmücke um in diese Stimmung zu kommen. Es kommt wohl viel mehr aus dem Inneren, als dass es etwas mit den weltlichen Barometer zu tun hätte, zumindest bei mir.

      • Nati sagt:

        Ich wünsche dir, dass es dir gelingen möge. 🍀

      • C Stern sagt:

        Definitiv habe ich es nicht bemerkt! Ich empfinde Deine Gedanken als sehr engagiert, eingängig und wie eine passende Meditation für diese Zeit! Erstaunlich, was Du alles bringst … Danke dafür!

        Ich glaube, dass es heuer jedenfalls mehr Menschen so geht wie Dir und mir. Aus welchen Gründen auch immer.
        Allein hier bei Dir lese ich von einem Menschen, der großen Kummer hat. Ich glaube, es gibt auch in diesen Tagen nichts, was uns wichtiger ist als die Gesundheit unserer Kinder und Enkelkinder und unsere eigene. All die Kriege und all die anderen schrecklichen Vorkommnisse in dieser Welt, sie erschöpfen uns zunehmend. Gegen Bilderfluten kann man sich nur wehren, wenn man sich von den Medien zurückzieht.
        Manchmal wird einem das fälschlicherweise als Desinteresse oder Kälte ausgelegt – die Wahrheit steckt darin definitiv nicht. Ich glaube allerdings, dass Frieden erstmal ganz bei einem selbst beginnt! Und zwar bei den eigenen Gedanken, diese gilt es als erstes zu prüfen. Daran können wir ermessen, wie schnell in uns selbst Unzufriedenheit über etwas oder jemanden entsteht …

        Ich bin müde, erschöpft und oft tieftraurig! Texte wie Deine sind helle Sterne in dieser Zeit!
        Ganz liebe Grüße!

  2. C Stern sagt:

    Bei mir zeigt sich dieses Jahr aus unterschiedlichen Gründen ebenfalls keine Weihnachtsstimmung. Ich bin innerlich leergefegt,
    von vielen Anstrengungen. Auch eine ständige Alarmbereitschaft hat sich breitgemacht, dass bei den hochbetagten Eltern etwas passieren könnte,
    das ist erschöpfend. Am Weihnachtsmarkt war ich genau zwei Mal, ganz schnell etwas konsumiert, dann war ich schon wieder weg.
    Es ist alles geschmückt wie immer, aber ich glaube, die großen und kleinen Katastrophen in der großen und in meiner kleinen Welt, die haben sich auf mein Gemüt geschlagen.
    Liebe Grüße, C Stern

  3. Sonja sagt:

    Das Lesen hier zeigt mir ein paar mehr Zugänge zu meiner ganz persönlichen inneren Geborgenheit auf, beinahe täglich!

  4. annette sagt:

    Lieber Emil, Dein Adventskalender ist wieder einmal wunderbar!
    Ich habe ihn auch jeden Tag genossen- mit dem Schnee zusammen hat er mich tatsächlich in Weihnachtsstimmung versetzt, schon sehr früh. Ja, dieses Jahr ist wieder alles anders, anders als die letzten zwei Jahre und erst recht als all die Jahre davor. Alle haben sich da immer „wieder Normalität“ gewünscht…
    Welche Spannbreite hat eigentlich „Normalität“?
    Ich wünsche Dir ein paar stimmungsvolle und ganz viele glückliche Tage!

    • Der Emil sagt:

      Vielen Dank, wirklich.

      Normalität hab ich nie gewollt, schon gleich gar nicht eine, in der die Durchseuchung ungebremst laufen darf. In der in KH und PflH Land unter ist. Nein. Anders und gut hätte es werden können.

      Seit heute nachmittag allerdings ist bei mir jetzt auch Weihnachtsstimmung, endlich, Und ich genieße sie sehr.

      Eine friedvolle Zeit wünsch ich.

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