Nº 147 (2022) – Brückentage

Heute ist/war einer davon. Ich aber habe andere.

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Mancher Tag ist … anders.

Stell' Dir mal vor, Du hättest Höhenangst, heftige Höhenangst. So schlimm, daß an manchen Tagen ein Stuhl zu hoch ist zum Draufsteigen. Dinge, die in hoch oben befestigten Hängeschränken liegen, sind unerreichbar. Weil es einfach nicht möglich ist, auf eine Leiter zu steigen. Schwierig. Sehr schwierig.

Heute geht es mir zwar wesentlich besser als vor vielen Jahren (wie es lange Zeit war, beschrieb ich in diesem Text). Dennoch ist die Höhenangst nicht weg. Manchmal schaffe ich es nicht, über eine Brücke zu gehen, normalerweise aber kann ich es. Doch diese damals beschriebenen Gedanken, dieses Gefühl des Versagens: Das gibt es so nicht mehr. Wirklich nicht mehr.

Und dann erlebe ich Tage, an denen sich mein Leben anfühlt, als würde ich den ganzen Tag auf schwankenden Brücken unterwegs sein. Da sind völlig unklare Ängste und Atemlosigkeit und weiche Knie und dieser Rechtsdrall da, den ich auf Brücken immer verspüre. Aber ich gehe über die realen Brücken (auch wenn es manchmal mehrere Anläufe und eine Begleitung braucht), ich steige auf Stühle und Leitern. Immer mit einem mulmigen Gefühl, immer mit dem Rechtsdrall. Doch wenn sich ein ganzer Tag so anfühlt oder gar zwei, drei Tage nacheinander sich so anfühlen … Dann kommt mir ein kurzer Ausstieg aus dem Alltag, ein Marktwochenende wie dieses sehr gelegen.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Gut fand ich am 27.06.2022 den versiegenden Regen, leckeres Schwarzbier, die Wiedersehensfreude.
 
Für morgen zog ich die Tageskarte König der Münzen.

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Über Der Emil

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