Das ist heute ziemlich alltäglich, nicht wahr?
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Gestern schon und auch heute noch geisterte mir dieses Wort durch den Kopf. Es war wie ein vermaledeiter Ohrwurm. Kabel. Kabeln. Verkabelt. Glasfaserkabel. Kabelschuhe. Kabelverlegung, Kabelführung. Stromkabel, Datenkabel, Ladekabel. Kabeltrommel. Kabeljau. Spiralkabel. Überspielkabel. Antennenkabel. Seit wann gibt es Kabel und nicht nur Draht? Und dann fiel mir nochetwas ein: Es gab Zeiten, in denen das Wort „Kabel” noch eine andere Bedeutung hatte als nur eine unterschiedliche Anzahl von Drähten, die von Isoliermaterial umgeben sind.
Es wurde tatsächlich gekabelt – ein Telegramm versendet. Und Kabel war ein druchaus gängiges Synonym für Telegramm. Spätestens seit der Verlegung des ersten transatlantischen Unterseekabels zwischen Europa und Nordamerika wurde die Nachrichtenübermittlung von Telegrammen „ein Kabel senden” genannt. Früher, als die Telefonie noch nicht flächendeckend verfügbar war (und das war sie in der DDR lange nicht), war ein Telegramm die schnellste Möglichkeit, eine Nachricht zu verschicken. Das funktionierte ziemlich zuverlässig lange Zeit auch international. Wie die Übermittlung allerdings genau ablief, das weiß ich nicht. Darüber kann vielleicht eine ehemalige Postlerin oder ein ehemaliger Postler etwas erzählen. Es gab aber eine ganze Zeit bei der Deutschen Post Telegrammzusteller, die – in Krakow am See z. B. – zu beinahe jeder Tages- und Nachtzeit und bei Wind und Wetter mit ihrem Fahrrad unterwegs waren, um die wirklich dringenden Nachrichten zuzustellen. In anderen Gegenden wurden auch Mopeds gefahren, und ja, auch mit dem Trabant wurden Telegramme zugestellt.
Ich sah extra nach: es gibt noch heute Telegramme bei der Post. Aber ihre Dringlichkeit und Exklusivität haben sie verloren. Nur die Preise sind noch exorbitant. Telegramme ins Ausland zu verschicken ist nicht mehr möglich.
Ich fand übrigens keine Jahreszahl zur Erfindung des Kabels. Wirklich nicht. Und irgendwann war mir diese Zahl auch nicht mehr wichtig. Ich stufe für mich das Jahr der Erfindung des (elektrischen) Kabels als unnützes Wissen ein.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Gut fand ich am 18.04.2022 das Wetter, die vielen freundlichen Menschen, die nackten Sschwäne von Venedig.
Für morgen zog ich die Tageskarte Neun der Münzen.
© 2022 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Ohne diese ganzen Kabel hätten wir auch keinen Kabelbinder. Eine sehr nützliche Erfindung, auch abseits des Bindens von Kabeln.
Oh. Jetzt, wo ich das in Ruhe nochmal zuhause nachlese, machen mir Deine Sätze auch noch Kopfkino … 😉