2021,199: Interesse

Auch an Dingen, die mich “nichts angehen”.

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Von überaus heftigen Regenfällen wurden in verschiedenen Regionen Hochwässer, Über­flutungen und ähnliches von katastrophalem Ausmaß verursacht. Wieder ist das Wort “kämpfen” – insbesondere als kämpfen gegen etwas oder jemanden bzw. kämpfen mit etwas – in vieler Menschen Munde. Von unmittelbar Betroffenen einer Katastrophe, eines großen Unglücks allerdings höre ich es kaum. Und ich wundere mich, daß eine offizielle Warnung vor dem Unwetter und seinen Folgen zwar von den internationalen Wetter­be­ob­achtern an die entsprechenden deutschen Stellen und von diesen an die zuständigen Stellen weitergegeben worden sein sollen, aber dann passierte einfach viel zu wenig. (Darüber schreibt auch der Tagesspiegel.) Gerade Überflutungen, die bei heftigstem, weit überdurchschnittlichem Regen auftreten, sind doch mit ausreichenden Vorberei­tun­gen und entsprechenden Schutzmaßnahmen zumindest deutlich abzuschwächen oder ganz zu verhindern. Wenn dann noch während des Hochwassers an einem Fluß das sich im naheliegenden Tagebau sammelnde Wasser in genau diesen Fluß abgepumpt wird – welcher Fehler, welcher Unsinn wurde denn da veranlaßt und begangen?

Ich verstehe so manches nicht, weil mir sicheres Wissen um Dinge fehlt. Ich versteh nicht, warum nirgendwo aus den vergangenen Hochwassern gelernt wurde und nur sehr wenige Hochwasserschutzmaßnahmen umgesetzt wurden. Ich verstehe nicht, warum der Kata­stro­phenschutz in diesem Lande aufgelöst wurde bzw. in einen zahnlosen Tiger ohne ausreichende technische und personelle Ausstattung umgewandelt wurde. Doch die wahren Gründe für diese Auflösung Umwandlung und die damals dabei erwarteten Effekte interessieren mich sehr. Natürlich, Katastrophenschutz war und ist teuer – aber ist er samt aller vorbeugenden Maßnahmen teurer als all die in katastrophischem Geschehen entstandenen und entstehenden Schäden samt Folgekosten?

 

Ich weiß, ich mache mir viel zu viele Gedanken über Dinge, die mich (unmittelbar) nichts angehen. Und doch frage ich immer wieder: Gewinne privatisieren und Verluste, Schäden, Kosten sozialisieren kann doch niemals im Interesse der gesamten Bevölkerung eines Landes oder der ganzen Erde sein?

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 18.07.2021 waren positiv ein Mittagsschlaf, leckere Tortellini, entspannendes Lesen in einem “seichten” Buch.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sechs der Kelche.

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Über Der Emil

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3 Antworten zu 2021,199: Interesse

  1. Elvira sagt:

    So ähnliche Fragen hat auch der Fachverband der Versicherungen gestellt, wenn vielleicht auch aus anderen Gründen. Die Verantwortlichen in der Politik werden stark kritisiert für ihre Untätigkeit, zumal das Potenzial für solche Katastrophen absolut offensichtlich für alle war und, wie ich befürchte, weiterhin sein wird. Denn schon nach den letzten Hochwassern wurde viel über Schutzpläne geredet. Ob wirklich alles umgesetzt wurde, kann ich nicht beurteilen. Im Angesicht der Bilder aus den betreffenden Gebieten, habe ich da aber starke Zweifel. Ob auch ein Umdenken in Punkto Klimaschutz folgen wird?

    • Der Emil sagt:

      Es gibt mittlerweile genügend Gegenden, in denen eine Elementarschadensversicherung (u.a. gegen Hochwasser/Überflutungen) nicht mehr abschließbar ist. Zumindest in den Gegenden, die in den letzten 20 Jahren ein solches Ereignis erlitten, wurden nach Schadensfall auch Verträge durch die Versicherungen gekündigt …

      Hierzustadt wird noch immer die Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen vorbereitet (seit 2013) …

      • Frau Momo sagt:

        Es gibt schon lange die Idee, dass alle Hausbesitzer eine solche Versicherung abschließen müßen, egal wie gefährdet das Haus ist.
        Und der Hochwasserschutz alleine ist es nicht. Wir müssen endlich aufhören, Flächen zu versiegeln und Flüße zu begradigen

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