Ich wünschte, manchmal hätt' ich keine.
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Am liebsten würde ich heute einfach einen alten Beitrag von mir wiederholen. Weil … Weil er auch zur jetzigen Zeit paßt. Mehr als paßt, bin ich zu schreiben versucht. In diese elendigliche Pandemiezeit paßt. Aber ich tu es nicht. Weil … Weil ich … Nun, es ist mein Text, und meine Texte haben so viel Aufmerksamkeit ja nun überhaupt nicht verdient, sie steht ihnen nicht zu. Sind ja nur von mir. Wenn das Achim von Arnim geschrieben hätte oder Jurek Becker oder Golo Mann oder oder oder. Aber doch nicht Zusammengeschreibseltes von mir. (Und doch habe ich ihn kurz vor Neun noch verlinkt.)
Hm. Auch das ist in letzter Zeit wieder gewachsen, die Selbstzensur, die Selbstabwertung, der Zweifel an dem, was Meines ist. Weil es noch unwichtiger wirkt, wenn ringsumher viel andere Sachen in der Bedeutungslosigkeit versinken, die … Ich als das kleine Rädchen, dessen Fehlen niemandem auffallen würde (hypothetisches Denken, unrealistisch, aber doch so ablaufend). Andere Menschen denken anders, leben anders, sind aber nicht ich. Ich laß mal wieder die Fassade fallen und jammere über meine miserable Einstellung zu diesem und jenem Bereich des Lebens. (Und frage mich gleichzeitig, ob es wirklich eine Einstellung ist.) Der Mensch in mir zweifelt am Schreibenden in mir, der Schreibende in mir kann sich dem Mensch in mir nicht wirklich verständlich machen. Ein Teufelskreis, ein Dilemma, eine Zwickmühle – jedenfalls ist es anstrengend und ich bin davon genervt.
Ich habe heute nachmittag wieder eine Kladde vollgeschrieben. Einiges von dort ist hier gelandet (im Prinzip findet sich jeder Beitrag hier auch in der Kladde, ich schreibe daraus ab.) Welche von den vielen Dutzend in meinem Schrank nehme ich denn als nächste? Keine karierte, und gleich gar keine mit dieser “Dotted”-Scheinlineatur, das geht nicht, echt nicht. Also schwanke ich zwischen Blanko (in weiß, cremeweiß, vergilbt oder blendendweiß) und diversen einfach linierten Kladden hin und her. Wenn ich mich nur schon entschieden hätte, dann wäre dieser Text nicht auf Schmierzetteln entstanden … (Ergänzung: Es ist eine rote, linierte Kladde in A5 aus DDR-Zeiten um 1975 geworden, meine nächste Immerundüberalldabeihabenkladde.)
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 23.02.2021 war positiv eine vollgeschriebene Kladde, die letztendlich gelungene Auswahl der nächsten Kladde, die erste darin vollgeschriebene Seite.
Die Tageskarte für morgen ist das Ass der Münzen.
© 2021 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Wir beide kennen noch die Zeit vor dem Internet. Da hat vielleicht ein einziger Mensch deine Texte gelesen, oder meine Musik gehört, allein dadurch waren sie bedeutungsvoll, und es hat uns glücklich gemacht. Nun lesen viele deine Texte, hören viele meine Musik. Und doch haben wir das Gefühl, es sei bedeutungslos…. (bei meiner Musik ist es vielleicht so, aber nicht bei deinen Texten). Es fehlt der/die Eine von früher.
(Zum Veröffentlichen oder nur für dich)
Kennst Du noch dieses Lied von Udo Jürgens über die beiden Brüder, die Maler und Sänger waren? Wir beide sind grad ein wenig wie die zwei … 😉
Ich glaube das kenne ich nicht. Aber ich glaube dennoch zu verstehen, was du meinst. 😉
Auch, wenn Du es jetzt schon gefunden hast, bastele ich mal schnell eine Verion hier dran:
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=Kf9wjRAac7M&w=560&h=315%5D
Das ist ein Vorteil des Internets: seit gerade eben kenne ich es. Aber verstanden hatte ich dich schon davor 😉
Danke, Emil.
Ueber den Link zum ersten Text freue ich mich, gerne wiedergelesen.
Über den Rest schweige ich, du kennst alle Argumente des Fürs und Widers selbst.
Lange her, das Text alle …
Vor allem „Kopf bums“. Manche Texte verlieren nie ihre Gültigkeit. Heute nicht, gestern und morgen auch nicht.
Liebe Grüße,
Elvira