Denn es ist keine wahrhaftige Bedingung oder Begründung.
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»Wenn es die Zeit erlaubt …« Eine Aussage, die diese Phrase enthält, wird mit ziemlicher Sicherheit eine Unwahrheit, gar eine Lüge sein. Die Zeit nämlich erlaubt es entweder immer – ach nein, die Zeit ist überhaupt nicht in der Lage, etwas zu erlauben. Aber meine Planung (wie ungenau die auch sein mag), mein Umgang mit der Zeit und vor allem meine Bereitschaft, jemandem oder etwas Vorrang einzuräumen, die bestimmen, ob ich mir dafür (bewußt) Zeit einplane, vielleicht meine Pläne dafür sogar ändere. Wer »wenn es die Zeit erlaubt …« sagt, dem sind seine anderen Vorhaben mit hoher Wahrscheinlichkeit wichtiger als das, was da hinzukommen soll. Ehlicher wäre also »wenn ich es mir erlaube«.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Positiv waren am 10.02.2020 die Ruhe bei den vormittäglichen Tätigkeiten, ein voller Rucksack, beobachteter Malspaß eines kleinen Mädchens.
Die Tageskarte für morgen ist die Vier der Stäbe.
© 2020 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Ich würde nicht gleich von „Lüge“, sondern als Optimist von einer „vorsichtigen Zusage“ sprechen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie knapp die Zeit manchmal ist, um all das zu machen, was man vorhat (Zuletzt zum Beispiel in einer Woche auf Heimatbesuch in Deutschland.) Es käme auch darauf an, wie oft es „die Zeit“ schon nicht erlaubt hat, bevor ich so hart wäre.
Auch könnte man, statt den vagen Satz so stehen zu lassen, Nägel mit Köpfen und einen definitiven Terminvorschlag machen, z.B. „Würde es die Zeit vielleicht am… um … erlauben?“ Dann weiß man wenigstens, woran man ist. 😉
Natürlich, ich kann tatsächlich (auch noch nicht ganz konkrete) Zusagen machen. Aber ich möchte dieses „Wenn es die Zeit erlaubt“ nicht mehr benutzen oder hören …
(Sorry fürs edit!)
Und dann war meine Bewertung ja auch nicht absolut und dogmatisch: „mit ziemlicher Sicherheit eine Unwahrheit, gar eine Lüge“ stammt aus meiner eigenen Erfahrung (das hätte ich wohl dem Ganzen voransetzen sollen?), und vielleicht habe ich die genau so sogar selbst provoziert …
Schmerzhafte Wahrheit! Danke!
Zunächst ist es für mich eine durch (negative) Erfahrungen erlangte Einstellung zu dieser Phrase. Auch ich habe sie manchmal (oft?) so gehandhabt.
Wieso ich gerade jetzt darüber nachdachte? Es gab/gibt keinen konkreten Anlaß, da ist nur so ein ungutes Gefühl gewesen, das ich einmal herausschreiben wollte.
Ich sehe es eher so wie Corinna. Eine vorsichtige Zusage. Ich könnte auch sagen, wie meine Zeit durch Arbeit und Verpflichtungen verplant ist, ich mich aber bemühe, Zeit freizuschaufeln.
Für mich ist es eher eine verschleierte Absage (und davon habe ich mehr als genug bekommen – vielleicht ist es der Erfahrungsunterschied?), eine Ausrede, um nicht zusagen zu müssen. Mich läßt „wenn es die Zeit erlaubt“ zumindest im Ungewissen stehen …
Auch ich stimme Corinna zu. Manchmal kann man einfach keine festen Zusagen machen, weil es aus vielen Gründen Hemmnisse gibt. Und oft möchte man über die nicht reden, weil man sie selbst (noch) nicht akzeptiert oder wahrhaben möchte. Lüge ist es bestimmt nicht.
Hm. Ist die Verschleierung der Wahrheit schon eine Lüge? Genau deshalb war meine Bewertung der Phrase ja zweiteilig (und nicht absolut): „mit ziemlicher Sicherheit eine Unwahrheit, gar eine Lüge“. Und es ist NIE die Zeit selbst, die etwas erlaubt/nicht erlaubt, es ist eben mein Umgang mit meiner verfügbaren Zeit …
Meine Formulierung, die ich stattdessen verwende (mindestens verwenden will): „Ich weiß noch nicht, ob ich das schaffen kann, ob ich mich damit beschäftigen will, ob ich dafür Kraft habe. Ich muß erstmal nachdenken.“
Ja und nein. Nein, wenn man selbst noch nicht bereit ist, zu akzeptieren, dass etwas nicht so einfach geht, wenn man Angst hat, dass andere sich dann abwenden, wenn man andere und letztendlich vielleicht auch sich selbst verlieren könnte.
„Wenn ich genug Energie habe“ sage ich inzwischen meistens. Oder „falls mir nichts dazwischenkommt“.
Ich verstehe, was du meinst. Es sind Codes, die ich nicht als Lüge verstehe, nicht bei „meinen Menschen“ jedenfalls. Das „keine Zeit haben“ ist manchmal eine Form von Selbstfürsorge und Abgrenzung. Und ja, manchmal auch von Entsagung & Fehlpriorisierung.
Komplexe Geschichte.
Das finde ich sogar besser als meins. Kürzer.
Und die konkrete Phrase „wenn es die Zeit erlaubt“ ist ja noch immer etwas ganz anderes als „dafür habe ich keine Zeit“, denn letzteres läßt mich nicht so unsicher zurück.
Wenn ich »wenn es die Zeit erlaubt …« sage, dann sind meine anderen Vorhaben mit hoher Wahrscheinlichkeit wichtiger für mich als das, was da hinzukommen soll. Ehlicher wäre also die Phrase »wenn ich es mir erlaube« …
Ich empfinde bei dem Satz wie du. Es ist im Grunde eine verschleierte Absage die der Gegenüber nicht klar ausdrückt. Demjenigen ist etwas anderes wichtiger und er würde eh nicht erscheinen wollen. Diese Erfahrung habe ich auch gemacht und ist dadurch für mich negativ belegt. Ich selbst habe diesen Satz noch nie benutzt.