#Adventskalender 2019: Das 12. Türchen Dunkelheit

Die längsten Nächte des Jahres.

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Meinen Adventskalender hier widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen.
 
Ich wünsche all diesen Menschen und mir eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Meine Kerzen brennen für alle, die Hoffnung brauchen.
 

 

Im Advent feiere ich die langen, ja, die längsten Nächte des Jahres. Die, in denen ich mich ausstrecken kann in die Dunkelheit, in denen ich mich an den Kerzen erfreue. Die längsten Nächte, die mit einem Tee beginnen, nachmittags, mit einem Tee, der auch ein wenig nach Kreuzkümmel, Orangen und Zimt schmeckt. Zum Tee gibt es Pfeffernüsse, Spekulatius und, wenn ich welche habe, auch Weihnachtsplätzchen. Ja, ich feiere diese Nächte, ich zelebriere ihr Durchleben. Auch mit dem Anzünden von Kerzen. Und vielleicht ist es ja doch kein Wunder gewesen, daß ausgerechnet diese Zeit auf dieses eine (christliche) Fest zugeht mit so vielen Kerzen, so viel Licht in und an den Fenstern, in den Stuben und Kirchen. Und ja, ich weiß natürlich, daß im Rahmen der Christianisierung Europas dem alten heidnischen Sonnenwendfest, so es das denn gab, eine neue Bedeutung übergestülpt worden sein soll. Aber den Nächten und der Dunkelheit ist das egal – und mir gefällt das geborgene Gefühl in dieser Zeit. Mir fehlt zur Zeit nur der dazugehörende Schnee.

Und für mich spielt auch da wieder die Bergmännische Tradition des Erzgebirges eine Rolle. »In dr Nacht fängt ah de Schicht / un wenns finster is do kumm mr wieder« – diese Zeile aus dem alten Lied »Kummt, Bargbrüder, fahrn mr aus« stimmt ja zur Adventszeit noch mehr als sonst. Ja, ich verstehe den Wunsch nach Licht, Sonne, Helligkeit. Nur mich, mich gelüstet es nicht nach kürzeren Nächten und längerem Sonnenschein. Denn ich, ich feiere die langen Nächte der Adventszeit, der Weihnachtszeit und der Raunächte. Wenn ich mich in die Dunkelheit einhüllen kann, mich in sie zurückziehen kann. Wenn ich lesen kann und schreiben kann und meinen Gedanken nachhängen, die kein Sonnenlicht benötigen. Ich habe viele solcher Gedanken, die sich in der dunklen Wärme einer Höhle bzw. der Adventszeit wohlfühlen. Kann schon sein, daß all das Ausdruck meines Wunsches ist, in die Geborgenheit der heimischen Höhle zurückzukehren …

Die längsten Nächte des Jahres sind bald vorbei, dann werden sie wieder kürzer, die Nächte auf dieser Halbkugel der Erde. Ich nutze sie weidlich aus in ihrer ganzen Länge. Ihre Dunkelheit. Auch die Nacht, die gerade hinter mir und euch liegt, werde ich genutzt haben, um viele Dinge gedanklich zu sortieren und aufzuschreiben. Und wie jeden Morgen endet diese langen Nacht dann (nachher, so um neun rum) mit einem Kaffee, wie alle anderen Nächte des Jahres normalerweise bei mir enden.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Adventszeit.

Der Emil

 

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das täglich ab 21 Uhr des Vorabends bei der Versteigerung von #hand2hand tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür.

 

P.S.: Am 11.12.2019 waren positiv Nudeln auf alte Art, Schreibübungen, Alleinsingen.
 
Die Tageskarte für heute ist XVI – Der Turm.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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1 Antwort zu #Adventskalender 2019: Das 12. Türchen Dunkelheit

  1. frauholle52 sagt:

    Mir wird beim Lesen ganz weihnachtlich zumute,

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