Dystopisch weitergedacht.
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Früher war das hier alles grün. Früher! Der Boden war bedeckt mit Gräsern und anderen Pflanzen. Ab und zu schlängelte sich ein Trampelpfad über die Flächen, meist sehr geradlinig, weshalb schlängeln vielleicht die falsche Benennung ist, und doch bleibe ich beim Schlängeln. Es waren Linien anderer Farbe, diese Trampelpfade, meist nur ein abweichendes Grün, ganz selten mischten sich braune Stellen blanken Erdbodens darunter. Heute ist alles nur noch grau und braun: Alle Pflanzen sind vertrocknet, gut, fast alle, doch die wenigen noch lebenden Blätter und Halme sind versteckt wie die Fehler in Vexierbildern. Der Fluß führt noch Wasser. Weniger als in all den Jahren, die ich hier spazierenging. Vom Ufer aus bis zu nassen Füßen brauche ich ein paar Meter, vielleicht vier, vielleicht zehn; ich weiß es nicht und es hängt ja auch von der genauen Beschaffenheit von Ufer und Flußgrund ab. Wasser, das die Bäume hier noch erreicht, wenigstens deren Blätter sind noch grün.
Da verschwindet nach und nach eine Farbe von der Erde, aus der Stadt, aus der Natur. Das Grün weicht immer weiter zurück, ist nur noch vereinzelt, selten zu beobachten. Es staubt hinter mir, als ich schlurfenden Schrittes durch die Hitze den Heimweg antrete. Und ich freue mich auf meine drei Zimmerpflanzen, zu deren Gunsten ich täglich auf einen kleinen Teil meiner Trinkwasserration verzichte.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 11.08.2019 waren positiv ein sehr langes Bad in der Wanne, wenige Einzelheiten eines fernen Geschehens, die wiederaufgenommene Scannerei.
Die Tageskarte für morgen ist der König der Kelche.
© 2019 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Man könnte meinen es wäre ein Zukunftsszenario, dabei ist es jetzt schon Wirklichkeit. Ich sehe immer mehr tote Bäume.
Nun, noch ist das Trinkwasser nicht rationiert. Aber dahin wird es wohl noch kommen.
In manchen Orten wurde letztes und dieses Jahr das Gießen im Garten untersagt.
Es wird bald zunehmen.
Ist hier auch nicht gestattet, mit Trinkwasser oder aus Gewässern entnommenem Wasser zu gießen. Manche haben Brunnen, und etwas Regenwasser gab es auch.
Bei mir gibt es noch keine Einschränkung.
Trotzdem finde ich es wichtig kein Trinwasser zu verplempern.
Wir haben ja unseren eigenen Brunne, muessen uns aber dennoch an die Wassersparmassnahmen der Stadt halten. Was wir aber auch so tun wuerden. Diese Sparmassnahmen haben wir hier in Fredercksburg schon seit 2011, mal strenger, mal weniger streng, aber nie ganz ohne.
Leider wird die Zukunft nur noch schlimmer werden. 😦
Ja, ich weiß….
Dystopia … ich habe auch ein paar so Texte im Kopf und fragmentarisch notiert.
Gruslig. Vermutlich unvermeidlich.
Ich war immer gern in meinem Park gegenüber. Und nun drücke ich mich. Zum zweiten Mal schon mussten 50 (!) uralte Bäume gefällt werden. Das Baumsterben ist noch nicht zu Ende und ich fühle mich so ohnmächtig.