Nº 007 (2019): Eier mit Speck

Gerührt, nicht geschüttelt.

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Ich schrieb sogar eine Karte an Ruth. Und brachte mir Eier mit und Speck.

Dann habe ich Speckwürfelchen geschnitten, eine Handvoll. Und eine Zwiebel hab ich auch gewürfelt. Zum Glück hat es im Holzhaus scharfe Messer, richtig scharfe Messer. Das eine, das, das ich benutzte für Zwiebel und Speck, das ist wohl ein Filetiermesser, das die Angler für ihre Fische nutzen, die sie aus dem Teich, nein, aus dem See holen. Draußen hab ich wieder Feuer gemacht. Und die schwere gußeiserne Pfanne aufgesetzt. Den Speck darin ausgelassen, die Zwiebeln angeschwitzt. Und dann sechs Eier verquirlt mit etwas Milch, Salz, Pfeffer, Paprika und ganz wenig Kardamom (daß es den hier gibt). Schön langsam stockte das Rührei in der Pfanne. In der Zwischenzeit schnitt ich Brot und bestrich es mit Butter. Mit gelber Butter, die nicht so blaß daherkam wie die, die ich mir zuhause beim Discounter immer hole. Und einen Krug Wasser hab ich mir geholt von der Quelle.

Rührei mit Speck auf Butterbrot. Draußen, am Abend. Sechs Eier und ganz alleine sein. Aber ich erinnerte mich kaum daran, wann mir Rühreier zuletzt so gut schmeckten. Ich hätte liebend gern noch mehr davon gegessen. Am Ende wischte ich die gußeiserne Pfanne mit trocken Brot aus. Und das Feuer branne noch und mein Stift und meine Kladde lagen bereit. Und ein paar Scheite legte ich noch drauf, obwohl es hell und warm war. Wahrscheinlich waren die klare Luft und das leckere Essen und die wenigen Schäfchenwolken am Himmel gut für meinen Appetit und meine Phantasie. Denn nach den sechs Eiern wußte ich, daß ich mindestens eine weitere Kladde benötigen würde. Zum Aufschreiben all der Dinge, die ich meinem Telefon erzählte in den Tagen, die ich bisher im Holzhaus verbrachte. Bei der nächsten Einkaufsfahrt …

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Am 07.01.2019 waren positiv das Bad in der Wanne, ein Gespräch mit der allerallerallerbesten Freundin, ein Feierabendbier.
 
Die Tageskarte für morgen ist der Ritter der Stäbe.

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Über Der Emil

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0 Antworten zu Nº 007 (2019): Eier mit Speck

  1. Sofasophia sagt:

    [Fehlt da ein ‚Fortsetzung folgt‘-Hinweis? 😉 ]

    • Der Emil sagt:

      Schon zum dritten Male …

      • Sofasophia sagt:

        [Ist das irgendwie ersichtlich? Oder absichtlich nicht? Im Reader wird mir jedenfalls kein Vorher angezeigt und da ich ja auch andere Blogtexte lese & im Kopf habe, bin ich jetzt mit ‚suchen‘ überfordert. Ich lasse es darum einfach so stehen und freue mich darüber, dass dir das fortsetzen ja doch gelingt.]

        • Der Emil sagt:

          Bisher folgen die drei Teile direkt aufeinander, ohne etwas anderes dazwischen. Geplant war das so nicht, es ergab sich. Bzw. es ergibt sich, sicher noch ein- oder zweimal. Aber ich weiß es nicht.

          • Sofasophia sagt:

            Da siehste mal, wie viel ich in einem Tag lese, dass ich nicht mal mehr weiß, was gestern stand … (ist das jetzt dieses Altwerden?)
            Aber das mit dem Fortsetzungen schreiben, na, das geht ja doch! (Ich wiederhole mich, ich weiß …)

  2. Lo sagt:

    Als Film wären diese Szenen ein idealer Vorspann für die Marlboro-Werbung.
    Eine schön geschilderte Stimmung
    Beim Lesen über das Rührei und den Speck lief mir gerade das Wasser im Mund zusammen.

  3. Martinsblog sagt:

    Gesundes neues Jahr, lieber Emil.

  4. Nati sagt:

    Soviel zum Thema du kannst keine Fortsetzung schreiben.
    Ich finde es wunderbar.

  5. Pingback: Nº 009 (2019): Fangen Eulen Fische? | Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen

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