Es ist so kompliziert, deutlicher geht es nicht.
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Wie schwierig es doch ist, nur eine Vorarbeit zu leisten für die Beschäftigung mit einem völlig neuen Thema, einem Gebiet, das (noch) nicht zu meinem Erleben gehört und auf dem ich keinerlei Erfahrungen habe. Schon eine dafür angemessene Sprache zu finden ist Schwerstarbeit!
Stell Du dir zum Beispiel vor, daß Du ein Gespräch führen mußt. Mit jemandem aus Deiner Familie. Und in diesem Gespräch soll es darum gehen, wie die Versorgung dieses Familienmitgliedes im Notfall aussehen kann und wird, wobei Du weder von der Art des Notfalls noch vom Zeitpunkt seines Eintreffens auch nur eine vage Ahnung haben kannst. Stell Dir genau das als Beispiel für dieses bisher abwegig erscheinende Thema vor (aber es ist nur Beispiel für das, was ich da wälzte). Und nun versuche, mehrere sinnvolle Vorschläge herauszuarbeiten und sie alle sprachlich so zu formulieren, daß es zu keinen Mißverständnissen, Irritationen oder gar Gefühlen wie von Über- oder Hintergangenwerden, Entmündigung oder ähnlichem kommt. Und überlege Dir auch gleich Argumente, die für Deine Vorschläge einsetzbar sind. Vergiß nicht, daß Du im Gegenzug mit Ideen konfrontiert werden kannst, die Dir (und nur Dir) keineswegs einleuchten, sondern in Deinen Augen sogar hinderlich, kontraproduktiv, ganz und gar unrealistisch erscheinen werden.
Kannst Du noch folgen? Schwierig? Unmöglich? — Stimmt. Und trotzdem ist es nötig, genau dieses eine (hier Beispiel-) Thema zu beackern, vorbereitend. Ganz plötzlich scheint das Hirn leer zu sein. Nichts scheint mehr planbar, vorhersehbar. Selbst Ahnungen wandeln sich zu Befürchtungen, kleinste Erschütterungen des Gedankengebäudes lassen alles zusammenstürzen, bringen Dich nur zu einer scheinbaren Erkenntnis: Hier und jetzt kann nichts geklärt werden. Es ist kein wie auch immer gearteter Plan, keine theoretische Vorbereitung möglich. Ich erkenne, daß es mir einfach nicht gelingen wird, mich angemessen und erfolgreich jetzt und im Vorhinein mit einem bestimmten, nämlich diesem mir bisher fremden Thema zu beschäftigen. Material konnte ich zusammentragen, anhäufen. Aber es wird in seinem Ordner bleiben, bis es wirklich dringend gebraucht wird, bis ich mit dem Ungeheuerlichen umgehen muß.
Für heute habe ich genug theoretisiert. Genug schwarzgemalt, obwohl ich eben genau auf dem von mir bearbeiteten Gebiet nie schwarzsehen möchte. Hellsehen ist mir aber auch nicht gegeben. Die Zukunft wird mindestens ein Geheimnis für sich behalten. Ich hab Kopfweh.
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 19.11.2018 waren gesammeltes Material, mein Tempo, Bratwurst mit Kartoffelbrei.
Die Tageskarte für morgen ist die Zwei der Schwerter.
© 2018 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Gelesen habe ich den Beitrag, will aber nicht „liken“ – muss ich ja auch nicht.
Jedenfalls klingt es klingt es intim, gleichzeitig unangenehm. Ist das zwingend?
Gruß von Sonja
Es erinnert mich an gewisse Problematiken. Und daran, dass es Konstellationen gibt, die unlösbar sind. Nicht nur keine gute Lösung, sondern gar keine. Und dass manchmal der Zufall, das Schicksal ein Einsehen hat und hilft.
Es wird irgendwann notwendig und es wird eine vernünftige Lösung geben. Es ist nur ähnlich kompliziert wie das Beispiel.