Die letzte Schicht des Jahres (2017: 361)

Ich könnte jetzt faulenzen.

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Das war also die letzte Schicht im Radio für dieses Jahr. Das live gesendete Morgenmagazin begleiten, die restlichen Sendungen für heute, die alle vorproduziert waren, zusammensuchen, noch einfordern, mit den Redaktionen/Sendungsmachern eventuelle Wiederholungen absprechen … Und dann die Automation bestücken. Überlängen kürzen, fehlende Zeit mit Jingles ausgleichen. Es muß ja alles zusammenpassen, klanglich, zeitlich.

 

Dann ging ich viel später als geplant heim. Ich holte den am Morgen verpaßten Schlaf nicht komplett nach. Drei Stunden Mittagsschlaf waren einfach genug. Schließlich war für heute auch noch der letzte Einkauf vor dem Jahreswechsel geplant. Ich habe ihn tatsächlich erledigt und bis auf Eier alles gekauft, was auf meinem Einkaufszettel stand. Und alles, was nicht darauf stand, kaufte ich nicht. Mein kleines Gefrierfach ist rammelvoll. Das einzige, was jetzt noch fehlt, sind Eier, die ich aber auch nicht unbedingt brauche. Knallerei werde ich sowieso nicht kaufen. Alles andere ist da. Theoretisch kann ich bis nächstes Jahr zuhausebleiben.

Theoretisch. Praktisch werde ich es nicht tun. Hinaus muß ich, jeden Tag, irgendetwas draußen machen. Da ist nämlich noch immer diese unterschwellige Angst vor den “alten Zeiten”. Vor dem, was mich in der Wohnung hielt, mir das Hinausgehen unmöglich machte. Das möchte ich nicht wieder erleben; und deshalb gehe ich jeden Tag raus. (Ja, manchmal mache ich das nicht, selten, sehr selten. Wenn ich krank bin zum Beispiel.) Der Rüsselseuche, die mich gerade befallen will, werde ich hoffentlich auch widerstehen, indem ich morgen vormittag ein gemütliches Erkältungsbad nehme, Tee trinke und mich einbalsamiere. Fieber werde ich hoffentlich keines bekommen.

Und am Sonntag bin ich wieder auf dem Damm, vollständig. Dann werde ich das Silvesteressen fertigmachen. Einen Rollbraten soll es geben, dazu Rosenkohl oder Möhrengemüse, vielleicht auch beides. Und ich werde mich köstlich amüsieren, wenn ich den vier Herren am Tisch zusehe, mehrfach. Sir Toby, Admiral von Schneider, Mister Pommeroy und Mister Winterbottom. Die abwesenden Anwesenden, die in der Gestalt ihres Stellvertreters James am Tisch von Miss Sophie zu Gast sind. Das gehört seit was weiß ich wann zu meinem Jahreswechsel, wie die der Klang der Freiheitsglocke, wie das Glas, erhoben auf ein ungewisses Neues Jahr. Auf eines, für das ich keine Vorsätze fassen werde; die letzten faßte ich für 1989 und konnte sie nicht halten, nicht umsetzen.

Ach ja. Statt eines Rückblicks auf 2017 schaue ich schon auf das nächste Jahr 2018. Hoffentlich wird es nicht schlechter als 2017, für niemanden. Aber es ist ja noch ein wenig Zeit bis dahin, die werde ich genießen.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 27.12.2017 waren die letzte Schicht in diesem Jahr, die erledigten Einkäufe, ein Plan.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Zwei der Schwerter.

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Über Der Emil

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