Sonntagsabendeinfall Buchprojekt
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Sonntag. Vor sieben Uhr wachgeworden. Kaffee angesetzt. Eine Tasse getrunken, zwei Kekse dazu gegessen. In den Schlaf fand ich nicht zurück. Naja, da hab ich eben ein paar Zettel gescannt und danach die gescannten Dateien – nein, nicht kopiert oder verschoben, sondern gelöscht. Nun, das Häufchen wird dann eben nocheinmal gescannt. Hab ja nichts weiter zu tun.
Nach einem Frühstück bin ich dann in den Sender gefahren. Für heute hatte ich mich bereiterklärt, den Dienst als Sendetechnker zu übernehmen. Es gab keine Live-Sendungen, die Arbeit hätte sich auf die Überwachung und Neubestückung der Ausspielautomatik (ein Computer mit einem speizeillen Programm) beschränkt. Einfach irgendwann die vorbereiteten Sendungsdateien in die Abspiellisten einpflegen, Fehl- und Überzeitausgleich durch Jingles und Fades vornehmen: Fertig. Aber Pustekuchen. Eine der Dateien war dann eine falsche, sogar fehlerhaft und brachte das Programm zum Absturz. Ganze 18 Sekunden brauchte ich, um wieder zu senden. Rekord. Danach habe ich eine Ersatzsendung herausgesucht, die eingepflegt und gestartet; im Anschluß dann den Rest in Ruhe und mit einer Kontrolle mehr als notwendig erledigt. Zwischendurch gab es Döner, extra scharf und wie von diesem Laden gewohnt auch extra lecker. Irgendwann war alles fertig.
Fast wäre ich zu früh heimgegangen! Aber noch rechtzeitig erinnerte ich mich daran, daß am Nachmittag noch Veranstaltungstechnik aus der Ausleihe zurückkommen sollte. Und pünktlich zurückkam. Danach war der “Arbeitstag” beendet. Ja, die Anführungszeichen stehen da nicht ohne Grund. Als ganz Freiwilliger hat man durchaus die Möglichkeit, nebenher noch privat etwas zu telefonieren, zu chatten oder andere Dinge zu tun. Einen Text konnte ich zwar lesen und auf Auffälligkeiten prüfen, aber in der Datei noch keine Änderungen vornehmen und keine Anmerkungen machen. Ein paar Bilder konnte ich auch sortieren und nachbearbeiten (vom Sonnabend waren über 80 Blümchenfotos geblieben!) und von der Bemusterung des Senders das eine oder andere auf mein Klappechnerlein packen zur Bearbeitung für das Musikarchiv des Senders. Langeweile kam nie auf, nicht eine einzige Minute.
Am Abend saß ich zuhause. Nein, nicht am Scanner, das war mir nun wirklich vergangen für den Tag. Es liegen hier noch ein paar Texte herum, an denen ich mir noch immer die Zähne ausbeiße. Immernoch, immerwieder. Vor einiger Zeit tat ich mich noch schwer, diese Stücke überhaupt anzufassen, heute kann ich schon daran herumprobieren. Das heißt allerdings nicht, daß dabei irgendetwas mich zufriedenstellendes entstehen würde – verzwickte Lage, verzwickte Texte, verzwickte Stoffe. Vermaledeite Kopfdinge.
Ein Buch hätte ich ja schon fast fertig. Eines mit ca. 700 Seiten. Arbeitstitel: Anfänge ungeschriebener Geschichten.
Eigentlich auch ein schöner Titel für eine Textserie hier im Blog, oder?
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 17. April 2016 waren das gelöste Problem im Sender, ein begonnenes Gespräch, Herumprobieren an Texten.
Tageskarte 2016-04-18: Der König der Kelche.
© 2016 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Ungeschriebene Geschichten – wollen sie wirklich geschrieben werden?
Zumindest ihre Anfänge sind da und müßten nur noch abgetippt werden …
…. und so viele ungeschriebene Geschichten …. im Kopf …. im Herzen ….
Segen ….
M.M.
Dort auch noch. Aber die schon notierten Anfänge stapeln sich auch …
Emil – dir nur das Beste und ll jenen die du im Herzen hast….
Segen!
M.M.
Interessant beschrieben, und ganz nebenbei, durch den „Klapprechner“ verknüpft. den Döner als Weiterentwicklung der Klappstulle identifiziert.
Also ich komme ja auch auf Ideen, gegen die, wenn Absurdität rund wäre, Buslenker echt quadratisch erscheinen; aber Klapprechner und Döner: Das hab ich nicht geschafft 😉
Es war eine hervorragende Vorlage.
Vielleicht wird es doch noch ein „Kramkalender“. Ich fände das gut.
Nein, den gibt es schon, damit mag ich mich sicher nicht messen.
Aber einen Kalender der Anfänge, den könnte ich mir vorstellen.
Wie immer man ihn nennt, gut ist’s.
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