Mache ich jetzt Schleichwerbung?
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Sie starrte mich gelb an, aber nicht giftig. Durch die dicke Scheibe des Schaufensters hörte ich sie flehen: “Schau doch wenigsten einmal rein!” Ich wußte bereits beim Durchschreiten der Ladentür, daß ich ihrem Flehen verfallen war und ihrem lockenden Gelb. Das kurze Hineinblättern war nur noch Formsache, mein Unterbewußtsein hatte den Kauf schon längst beschlossen. In der neuen Zeit WISSEN 03/2015 war es dann ein kurzer Absatz des auf Seite 44 gedruckten Artikels “ON_OFF Heute: Warten”, der auch meinen Verstand zur begeisterten Zustimmung zu bringen vermochte.
«Erzwungene Langsamkeit – oder gar Stillstand – erinnert daran, daß es zu der Geschwindigkeit, mit der wir Richtung Zukunft hasten, eine Alternative gibt: ein langsames Leben, das es ebenso wert ist, gelebt zu werden. Ohne immer kürzere Aufmerksamkeitsspannen und Produktzyklen.»
Sven Stillich in Zeit WISSEN “Das einfache Leben” 03/2015, S. 44 (leider nicht online verfügbar.
Slow food, Achtsamkeitsübungen, Genußtraining, back to nature – wozu das alles? Wozu all diese seltsamen Bezeichnungen? Brauche ich die wirklich? Helfen sie mir in irgendeiner Art und Weise?
Wenn ich mich wieder darauf besinne, daß mein Leben aus aneinandergereihten Erlebnissen besteht und nicht aus parallelen Prozessen, daß ich mich wirklich immer nur auf eine einzige Sache wirklich konzentrieren kann, daß ich Zeit brauche nicht nur zur Wahrnehmung, sondern noch mehr auch zur Verarbeitung des Wahrgenommenen: Wenn ich also wieder langsamer, in einem mir angemesseneren Tempo lebte und nicht hastete, was verpaßte ich dann? Was entginge mir, wenn ich einem Schmetterling solange beim Trinken zusähe, bis er genug hat und weiterfliegt? Was vermißte ich, wenn ich beim Essen oder Lesen nicht immerzu auf das Schmahrtfohn mit Tatschsgriehn starrte? Wenn ich beim Gehen meine Umgebung und nicht irgendein Video anschaute?
Ich glaube, dann würde ich einfach wieder Leben – nicht einfacher Leben, aber einfach Leben.
In diesem Sinne habe ich schon einen kleinen Schubs in Richtung “einfaches Leben” bekommen.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 20. April 2015 waren die leckere Nº 16 und die gescannten Zettel.
Tageskarte 2015-04-21: IX – Der Eremit.
© 2015 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Sich des Lebens überhaupt bewusst zu sein, scheint für mich die Grundvoraussetzung zu sein. Viele Menschen erleben ihr Leben nicht mehr, egal ob sie trödeln oder hasten. Ich werte beide Varianten, oder einen Mix daraus, nicht per se als falsch oder richtig. Schließlich ist jeder Mensch anders gepolt. Sich des Lebens bewusst zu sein, was nicht pausenlos der Fall sein kann, was wir uns aber immer wieder in der Hektik der Jetztzeit in Erinnerung rufen sollten, das scheint mir die einzige Möglichkeit zu sein, auch das Leben der anderen mehr zu achten (egal ob Pflanze, Tier oder Mensch). Wer sich je darüber Gedanken gemacht hat, wird sicher keinen eventuell verpassten Gelegenheiten nachtrauern, wenn der beobachtete Schmetterling weiter durch sein Leben flattert.
Ich wünsche uns ein schmetterlingsreiches Jahr!
Liebe Grüße,
Elvira
Noch bin ich kein perfekter Anhänger der reinen Lehre vom einfach langsam leben, deshalb trauere ich doch noch verpaßten Gelegenheiten nach.
Hoffentlich finde ich genügend Schmetterlinge.
„Was entginge mir, wenn ich einem Schmetterling solange beim Trinken zusähe, bis er genug hat und weiterfliegt?“ – Jedenfalls nicht die Freude und die Lust, die der Schmetterling am Leben hat.
Gut, dass du deine Gedanken weiter gibst. Ich werde sie heute mitnehmen auf die Kräuterwiese und bestimmt einige Zeit einfach weiterdenken.
Danke und Gruß von nebenan.
Auf der Wiese liegen und Blümchen schnuppern – hach. Hab viel Spaß dabei.
ich stelle fest, dass ich – je mehr zeit ich mir lasse, umso mehr zeit habe.
ich wünsche dir heute einen schmetterling, der solange trinken kann, dass dir dabei das herz hüpft. 🙂
Gab’s ja mal ein Buch dazu: „Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.“
War mir damals zu ratgeberisch.
hm … kenn ich nicht. 🙂 und wenn du sagst, ratgeberisch, dann ist das auch nichts für mich 😀
Danke für den Input.
Ich übe noch, ist aber auch meine Absicht. Eigentlich.
Das ist eine gute Idee. Üben, langsamer zu bleiben, nicht zu hasten.
Am lustigsten finde ich die Meditationskurse, in denen man für viel Geld lernt langsam zu leben. Der Lehrer achtet darauf dass man beim meditieren als richtig macht. Nix für mich. Nichts tun ist für mich das einfachste auf der Welt.
Meditieren ist aber nicht unbedingt einfach Nichts-Tun. Wenn dort aber nur gelehrt wird, wie mensch langsam lebt, dann ist es wirklich rausgeworfenes Geld für mich.
Och ich schmeiße das immer alles in einen Topf will ich von Meditation nichts halte. Nichts tun finde ich gesünder als meditieren. 😉
das ist mir zu kurz gedacht, sorry …
Kann ich gut verstehen. Ist meine Meinung für mich.
geht es um entweder – oder, oder um sowohl – als auch … wieso sich nicht in der Achtsamkeit üben, wieso mal nicht langsam machen und wieso aber auch nicht mal hasten, es eilig haben …
das Leben ist bunt und so lebe ich auch gerne bunt 😉 – gerne auch einfach, gerne auch schlicht!
Und … das Leben wartet nicht!
Flattergrüsse aus dem sommerlichen Hochschwarzwald mit zarter Mondsichel am Himmel
Das Leben wartet nicht! Ulli, das ist ja so wahr!
das hat mein Exthera immer mal wieder gerne gesagt und ich habe es sofort zu mir genommen- nehmen wir es uns, das Leben 😉