Hauptsache, es hilft gegen den Lärm
To get a Google translation use this link.
Der Schläfer
Seit zwei Stunden sitzt er im Tanzschuppen direkt vor den Boxen am Bühnenrand. Zusammengekauert schläft er dort tief und fest, wo ich selbst mit Gehörschutz nicht einschlafen könnte.
Aber ich weiß, wie er das kann, weil auch ich es einstmals konnte.
Er braucht zusätzlich zu den satten Baßvibrationen im ganzen Körper diese extrem laute Musik, weil nur sie den dissonanten Lärm in seinem Kopf übertönt: das Durcheinander der Erinnerungschöre, das ihn tagtäglich am Einschlafen hindert und am Leben …
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 19. April 2015 waren Ausschlafen, erledigte Schnittarbeit, zweisame Zeit, Schaumbad.
Tageskarte 2015-04-20: Das As der Stäbe.
© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


ja, da hast du wohl recht. extrem laute musik half früher bei mir auch, dachte ich.
heute weiß ich, dass es nur kurz betäubt und die kleinen härchen im innenohr absterben läßt.
die chöre bleiben …
Wie Ritzen!
Verrückt eigentlich, wie man sich selbst immer wieder davonzurennen versucht …
mich erinnert dein Text an eine Zeit, als ich im SO 36 in B Türsteherin war, da galt es auch die Notausgänge zu „bewachen“, eine davon war direkt neben den grossen Boxentürmen- ein Kollege von mir sass gerne auf einem Barhocker, klemmte sich zwischen die Türpfosten und schlief tief und fest, während Musik und Leute um ihn herum tobten. Für mich unvorstellbar, für ihn ein willkommenes Nickerchen. Wenn wir dann, wenn alles vorbei war, noch die Halle ausfegten, war er wieder topfit und ich sehnte ich nach meinem Bett …