Was zur Installation bisher unnötiger Software auf dem Telefon führte
To get a Google translation use this link.
Bis zum gestrigen Tag hatte ich zwei Dinge noch nie auf meinem Telefon installiert. Das eine war Twitter &hellip– den ich mir gestern nachmittag irgendwann schon auf das Gerät prökelte. Das andere war ein QR-Scanner – ich war immer der Meinung, daß ich eine solche Spielerei nicht haben möchte und sowieso zu keiner Zeit für auch nur irgendetwas benötigen würde. Auch einen QR-Code-Scanner habe ich seit gestern …
Wie das kam?
Die Geschichte ist relativ schnell erzählt: Ich war gestern mit meinem Lieblingsdigitalphotoapparat auf dem Südfriedhof in Halle (Saale) unterwegs. Das ist ein recht interessanter Friedhof, ich kenne ihn seit Jahren, weiß auch um einige sehr photogene Motive. Und ich schätze die dort herrschende Stille bzw. die Abwesenheit einer menschgemachten Geräuschkulisse, des permanenten Lärms. Ich kann dort abschalten, mich erholen. Und immer wieder gibt es dor Neues zu entdecken, das ich bei vorhergehenden Besuchen einfach übersehen hatte oder das wirklich einfach neu ist, bisher noch nicht dort war.
Meine heißgeliebte Sigma DP2s ist nicht nur technisch etwas Besonderes, sondern hat auch eine besondere Geschichte, die ich heute aber nicht erzähle. Jedenfalls hatte ich sie lange Zeit viel zu selten in Benutzung. Aber schon am Sonntag und gestern wieder war ich mit diesem Photoapparat unterwegs. Mit dieser Kamera sehe ich vieles ganz anders, ganz andere Dinge, als ich ohne oder mit anderen Kameras sehe. Das liegt vielleicht auch daran, daß die DP2s einen ganz hervorragenden Turnschuh-Zoom hat, aber ansonsten “nur” eine Normalbennweite bietet. Allerdings ist sie komplett manuell einstellbar, automatikfrei.
Etwa 100 Bilder habe ich aufgenommen in gut zwei Stunden, von etwa dreißig bis vierzig Motiven. Eines davon zeige ich gern:
Ja. Da ist es. Dieses sonderbare Detail da mitten zwischen den Stelen. Das da:

QR-Code
Das machte mich neugierig.
Ja. Ein QR-Code. Er war der Anlaß, diese Scanner-App zu installieren. (Hier ist der Code aus Gründen nicht lesbar verändert – hoffentlich.) Übrigens gab es an einem anderen Grab sogar ein Video mit der verstorbenen Person zu sehen.
Meine Neugier hat einfach gesiegt.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 14. April 2015 war die Zeit auf dem Friedhof mit dem überraschenden Wiedersehen.
Tageskarte 2015-04-15: 0 – Der Narr.
© 2015 – Der Emil. Text & Bilder unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).



Das hätte mich auch neugierig gemacht. Schöner Grabstein.
Viel Schönes gibt’s auf unsern Gottesackern …
Warst du mal auf dem Ha-Neuer Friedhof? Wollte schon immer mal zu Bräunigs Grab. Wir feiern Weihnachten in Halle, den Besuch am Grab als Pflichtpunkt vermerkt. Früher war ih mit meiner Mutter oft auf dem Gertraudenfriedhof. Noch immer habe ich den süßlichen Geruch in der Nase und das Gurren der Tauben im Ohr.
Ich kenne beide. Neustadt ist interessant, weil er nicht im Kirchenumfeld, sondern als Bestandteil einer sozialistischen Stadt entstand … Und die Gertraude: Wunderbar, riesig.
Süßlich bis eklig süß riecht es gerade, weil viele Sträucher und Bäume bluhen.
Unsterblichkeit 2.0
Unsterblichkeit? Erinnerungskultur/Sepulkralkultur 2.0 …
Unendliche Endlichkeit …
Unendlichkeit in ihrer Begrenzung. Ohne das „Gerät“ ist Erinnern nicht möglich.
Ja, genau, das habe ich gemeint. Aber es ist auch eine Metapher, dass wir im Grunde immer Medien verwenden. Bücher, Notizbücher … Und das eigene Gehirn ist ebenfalls endlich und begrenzt. So ist jede Erinnerung eben nur immer ein Stücklein vom Ganzen. Und doch in sich irgendwie ewig. Oder so.