Ärgerlich

Meine Schusseligkeit tut manchmal weh

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Gestern wollte ich ganz pünktlich zur Bibliothek gehen, schließlich hatte ich mir den 20. März extra in meinem Kalender notiert. Zuhause schaute ich schnell nochmal online in mein Benutzerkonto, damit ich auch keines der entliehenen Bücher vergäße. Abgabetermin: 19. März. Fünfzehn Bücher zu je einem Euro Versäumnisgebühr.

Waaaaaaaah! Das tut weh, zumindest im Portemonnaie.

Und dann ist mein Benutzerausweis auch noch abgelaufen. Zu seiner Verlängerung müßte ich entweder nochmal fünfzehn Euro berappen oder aber einen gültigen Halle-Paß vorlegen und dank eines Vereines eine absolute Sozialgebühr zahlen. Nun, der war am 28. Februar abgelaufen, den neuen Halle-Paß habe ich vor etwa zwei Wochen beantragt. Er müßte schon längst bei mir im Briefkasten gewesen sein. War er aber nicht. Also hätte ich keines der Bücher verlängern oder irgendein anderes wieder aus der Stadtbibliothek mitnehmen können.

Hätte. Denn zwei der Bücher durfte ich dann doch wieder mitnehmen, ganz unbürokratisch. Man erkennt mich eben doch immmer wieder und kennt mich auch. Außerdem habe ich auf Nachfrage erfahren, daß ich in den letzten zwölf Monaten beinahe hundert Euro an Mahngebühren gezahlt habe. Immer aus ähnlichen Schusseligkeiten wie gestern.

Mal sehn, wann ich es wirklich im Griff habe. Bis dahin ist das Lesen für mich eben «etwas» teurer …

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 20. März 2014 waren eine gemeisterte stressige Schicht Sendetechnik, eine sehr, sehr nette Bibliothekarin.
 
Tageskarte 2014-03-21: Ritter der Stäbe.

© 2014 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Ärgerlich

  1. Sybille Lengauer sagt:

    wenn du das lange genug machst, benennen sie vielleicht mal nen ganzen flügel nach dir – der emil-schussel-gedenk-bibliotheks-trakt. na, wie klingt das? 😉

  2. danke fürs teilen und alles gute fürs nächste mal

  3. Anna-Lena sagt:

    Da hattest du ja Glück im Unglück. Versuche es doch mal mit bunten Merkzettelchen. Die lassen sich gut an die Kühlschranktür kleben und sind ein ständiger stummer Impuls.

  4. Ohh das ist mir auch schon passiert aber anstatt einen Tag habe ich gleich alles eine Woche überzogen und das waren leider nicht wenig Bücher :/ Das ging echt gut ins Geld seit dem schreiben ich mir das abgeben bzw verlängern immer zwei Tage vorher in den Kalender!

  5. Irgendwann gibt es eine App für, dann kommst du zum Sparen. 😉

  6. Sofasophia sagt:

    bei uns in b. wird erst etwa zwei-drei tage nach ablauf gemahnt (vorteil von kleinstädten), aber in bern wars wie bei dir. was war das ein stress! ich hab mir darum damals den ablauftermin immer ein paar tage vor dem termin in den kalender geschrieben, um geld zu sparen.
    selbstüberlistung. wie meine zu früh gestellte küchenuhr 🙂
    [schussligkeit sei in den genen lass ich neulich. willkommen in meiner welt – *kicher*]
    neuerdings leihe ich dank ebookreader übrigens auch ebooks (onleihe). die bücher „erlöschen“ einfach nach zwei wochen. … 🙂

  7. Gabi sagt:

    Oh je, das kann ich nachvollziehen, den Ärger. Mir gehts leider auch öfter so bei anderen Dingen.
    Am besten vielleicht sich mit dem Handy schon ein paar Tage vorher erinnern lassen, dann hat man es zumindest wieder in der Erinnerung. Was aber natürlich nicht hilft, wenn man den falschen Termin eingetragen hat. 🙂
    Hab jetzt mal nachgeschaut, wieviel die Jahresgebühr bei uns in Wien ausmacht. Da seid Ihr eh noch günstig dran. Bei uns kostet es 23,.- Euro! Aber dafür ist die Versäumnisgebühr billiger. Nur 20 Cent pro Tag.

    • Der Emil sagt:

      Nun, die Wiener Bibliothek wird wohl auch etwas größer sein. In der ersten Woche sind je Einheit ein Euro Mahngebühr, in der zweiten bis zur sechsten Woche sind je drei Euro pro Einheit fällig: 1, 4, 7, 10, 13, 16 und 19 Euro je Buch/Zeitschrift/CD usw. Da ist Kaufen oft billiger 😉

      • Gabi sagt:

        Ja, die Wiener Bibliothek ist wirklich sehr groß. Und natürlich gibts in jedem Bezirk eine oder mehrere Filialen.
        Und stimmt, da wäre kaufen oft billiger.
        Ich weiß ja, Du mags den Amazonen nicht, aber da bekommt man auch Bücher gebraucht über andere Anbieter. Da sind oft ganz gute Schnäppchen dabei. Habe letztens ein älteres Buch – einen Wälzer von fast 900 Seiten, das nicht mehr aufgelegt wird um sage und schreibe 1 Eurocent gekauft. Zuerst dachte ich mir, da ist was faul dran. Aber ich hab tatsächlich 3 Euro für den Versand und 1 Cent fürs Buch bezahlt.:-)

  8. irgendlink sagt:

    Argl. Das ist wirklich ärgerlich. Wie wärs mit einem kollektiven Erinnerungs-Kommentar-Chor via dieses Blog: am 19. April singen alle Shallalaaa, Emil gib die Bücher zurück 🙂
    Was ich Of-Topic noch sagen wollte: Lieber Emil, ganz herzlichen Dank fürs Lesen meines Tollmonds beim Buchfink! Ich bin zwar ein bisschen schamerrötet beim Zuhören, war aber grundlegend begeisert, wie toll Du das machst. Liebgrüß Jürgen

    • Der Emil sagt:

      Ad 1: Ich hoffe natürlich, daß ich diesmal den richtigen Termin (mit Erinnerungen ab 3 Tagen vorher) überall eingetragen habe.

      Ad 2: Danke. Es ist echt ein sehr zwiespältiges Gefühl, Texte zu lesen von Menschen, die dann gerade live zuhören. Aber der Tollmond reizte mich … Wie ist das, wenn jemand einen szenisch zu spielenden Text schreibt: Hört der Autor beim Schreiben, wie es klingen soll(te), und ist er dann überrascht davon, wie es tatsächlich klingt? — Ich stell mir manchmal schon vor, wie meine Texte gelesen werden, laut gelesen werden (von Ben Becker oder Sky Dumont oder Dieter Pfaff oder Henry Hübchen oder Kathi Karrenbauer). Und Du?

      • irgendlink sagt:

        Das war wie etwas mit ganz anderen Augen zu sehen, bzw. es mit neuen Ohren zu hören, bzw. es überhaupt erstmals zu hören. Eine angenehme Überraschung. Vor allem hast Du durch entsprechende Betonung und Pausen sozusagen „das Schwert geschärft“. Und zu guter Letzt kann man etwas über die eigene Schreibart lernen.

  9. Amelie sagt:

    Der Vorschlag mit dem kollektiven Erinnerungs-Chor hat mir ein Lachen ins Gesicht gezaubert. Ich bin dafür und singe dann mit *Schallalalala*

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