Mein Fünfeinhalbliterrezept
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Wenn ich schon mal Eintopf koche (siehe Positives vom Freitag), dann richtig.
Und so gehts:
Man stelle am Donnerstag fest, daß da ein Appetit ist auf eine warme Mahlzeit. Sodann blicke man sich in Gefrierfach und Vorratsschrank um und finde Linsen, Bauchspeck, Kaßlerbauch, Suppengrün, blanchierte Karottenscheiben.
Ah. Linseneintopf süß-sauer wäre doch ganz lecker?
Das Kilogramm Linsen lasse man von Donnerstag nachmittag bis Freitag vormittag in reichlich Wasser quellen. Obenschwimmende Früchte und anders werden abgesammelt. Bauchspeck, Kaßlerbauch und Suppengrün tauen über Nacht außerhalb des Gefrierfaches ebenso auf wie etwa 500 g blanchierte Karottenscheiben. Am Donnerstag allerdings gibt es nichts Warmes, sondern nur Bemme mit Brot.
Am Freitag werden 200 g Bauchspeck und 200 g Kaßlerbauch gewürfelt. Das Suppengrün (war übrigens auch blanchiert eingefroren) wird in einer Pfanne kräftig angeröstet. Die Linsen werden – in etwa zweieinhalb Litern frischen Wassers – mit Lorbeerblatt, Wacholderbeeren und Salz etwa 30 Minuten gekocht. In die Pfanne mit dem Suppengrün gibt man die Speck- und Kaßlerwürfel und läßt beides glasig bis goldbraun brutzeln. Kurz vor Ende der Garzeit gibt man dann das Gebrutzelte sowie die aufgetauten Karottenscheiben zu den Linsen ins Wasser. Schnell fertigt man noch eine braune Mehlschwitze zum Andicken des Eintopfes. Inzwischen sollten auch die ca. 800 g geschälten und gewürfelten Kartoffeln gargekocht sein.
Mehlschwitze und Kartoffeln kommen zu den Linsen in den Topf, das Ganze muß nochmal kurz aufwallen. Danach wird abgeschmeckt mit Salz, Pfeffer, Zucker, Essig, dunklem Aceto Balsamico (wenn vorhanden: etwas gutem Rotwein), etwas Tomatenmark. Ganz nach Geschmack darf auch noch ein Glas Gewürzgurken oder Cornichons grob geraspelt oder gewürfelt in den Topf gegeben werden.
Ja. Das sind dann etwa fünfeinhalb Liter fertiger Linseneintopf, der für Freitag, Sonnabend und Sonntag geradeso reichen wird. Am Sonntag gibt es dann noch heiße, am besten doppelt geräucherte Polnische (Mettenden, Knackwürste) dazu.
Ach ja, ich eß das wirklich alleine! (An drei Tagen.)
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 9. November 2013 waren leckeres Essen, ein Treffen mit einem anderen Blogger und eine ungeplante, aber nette Schicht Corax-Sendedienst mit guter Mugge von «Zirkus of Sound» (zu finden bei InTensivStation in der Rubrik Electro / House oder bei Mixcloud).
© 2013 – Der Emil. Der Text steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
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mein linsenentopf geht fast gleich, nur ganz anders: einfach ohne lorbeer, suppengrün, fleisch und mehlschweisse. und dass ich alles zusammen koche, also frische kleine kartoffel- und karottenstücke. dazu nehme ich jene braunen linsen, die man nicht vorkochen muss. würzen tu ich mit currypaste. das war in meinen früheren wg-zeiten (ich/wir alle waren vegi) mindestens 1x pro woche auf dem speisezettel. heute seltener, aber wenn, dann mjam.
der eintopf geht ähnlich auch mit voreingeweichten kichererbsen.
ich liebe hülsenfrüchte!
Beim Eintopf ist wohl auch das Wichtigste, daß da ein Appetit ist … Und dann muß es jas glei ch sein, beinahe jedenfalls.
Gleich, aber ganz anders; wie schön. Endlich ein deutschsprachiges Synonym für: we agree to disagree 🙂
Linsen, wie lecker, ich liebe Linsen 🙂
😉
Eintopf geht nur in Mengen 🙂 Klingt sehr lecker und ist genau das Richtige für diese Zeit des Jahres.
Ja, klar. Aber daß es so viel wurde (mal wieder), erstaunte mich schon. Egal, nachher gleich ist er aufgegessen …
Ich liebe Eintöpfe!! Und auch Hülsenfrüchte – obwohl (das flüstere ich Dir jetzt mal ganz leise ins Ohr) das Sprichwort stimmt: Jedes Böhnchen macht ein Tönchen/Nach Linsen kanns Arscherl grinsen). Dadurch lasse ich mir den Appetit aber nicht verderben!
Dazu sag ich jetzt appetitschonend lieber nichts.
Dau schweige ich lieber appetitschonend.
Mein Linseneintopf ist fast gleich. Schmeckt lecker und geht nur in großen Mengen. Aber heute gibts Stampfkartoffeln und Leberkäse. 🙂
Aber nach drei Tagen bin ich froh, daß mein Topf jetzt endlich leer ist und ich satt bin 😉
Emil, was ist den Bemme?
Segen in deinen Sonntag!
HERZ-lichst
M.M.
Bemme: Eine Scheibe Grau- oder Schwarzbrot, eine Schnitte. Umgangssprachlich im sächsischen (und angrenzenden) Sprachraum meist zwei Scheiben Brot mit Belag dazwischen als sogenannte „Dobblbemme“ in der Brotbüchse zu finden. 😉
Bei uns heißt das Stulle. Aber auch Bemme ist in Berlin durchaus üblich.
Danke Emil,
jetzt habe ich dazugelernt.
MAHLZEIT ich werde mir auch heute noch Bemme genehmigen.
Segen und Freude!
M.M.
Ich sags mal so:
Linseneintopf: Jaaaaaa!
süß-sauer: nein
3 Mal aufgewärmt: suuuuper!
5,5 Liter: Oh Gott!
Ach komm. Wie sag ich immer: „Es reicht, wenn Du mich Herr und Meister nennst.“ 😉
Das liest sich gut. Das wird immer so viel, weil eben so viel hineingehört, damit es optimal wird und man ja keine halben Packungen herumstehen haben will, aus denen man auch nichts anderes machen würde als Linsensuppe.
Ich mache es nicht ganz gleich, aber streckenweise.
Lorbeer muß, Rotwein auch, Gürkchen können, aber statt Mehlschwitze nehme ich „alt gewordenes“ gewürfeltes Brot ohne Rinde und koche es mit, das löst sich komplett auf, und der Sauerteig-Geschmack paßt auch gut; vor allem im Schnellkochtopf wird das schon beim ersten Mal so gut, als hätte man es schon mal aufgewärmt.
Altes Brot ist etwas, das es bei mir nicht gibt. Und wenn, geht es an die Enten, Schwäne und die anderen Wasservögel …
Naja, aber ich könnte mal welches dafür aufheben. Ja, das mach ich. Wieviel brauch ich denn da auf mein Kilo Linsen?
kommt auf die Größe vom Brot an, 2 normale Scheiben hätte ich jetzt geantwortet, aber das ist ja keine Gewichtseinheit. Bin leider jemand, der solche Sachen mit Löffelmassen, Tassen und gefühlten Einheiten wie „Handvoll“ kocht, ohne Waage, außer bei ganz Unbekanntem.
Also 4 oder 5 Handvoll auf den großen Topf – und wenn ichs dicker mag, etwas mehr …
Würfelchen? ja, kann ich mir schon gut so vorstellen.
Diese beim Kochen entstehenden Gerüche haben vielleicht sogar einige Nachbarn verzaubert, bzw. irritiert- wer kocht denn noch?
Toll, ich liebe so deftige Stadtlandhausküche- und dazu die Bemmenerklärungen und alles….
Wird keiner was gerochen haben. Neben mir und über mir wohnt niemand mehr.
Leider war der Topf heut mittag leer. Das nächste wird wohl mal wieder Nudeleintopf werden, mit Hühnerklein – oder bald Rosenkohl … Vielleicht auch Pommersche Eier (auch süß-sauer).
Ich hab viele Jahre nicht gekocht. Seit zwei oder drei Jahren tu ich es wieder.
Kingt ja sehr lecker. Aber 5 1/2 l – eine ganze Menge! So einen großen Topf hab ich gar nicht. 🙂
Aber dass man das in 3 Tagen mit Appetit verputzen kann, das glaub ich Dir schon.
LG Gabi
Mittlerweile habe ich mehrere, also 3 in der Größe 😉
Ich bin kein Linsen-Fan, aber ein schöner Eintopf ist schon was Feines, vor allem aufgewärmt
Bei meinem nächsten ist das nicht ganz so einfach. Das wird was mit Nudeln, Möhren, Kohlrabi, Hühnerklein. (Und da rühr ich mir dann Senf ein auf dem Teller. Hach.)
Hat dies auf Germanys next Kabinettsküche rebloggt und kommentierte:
Der Emil zeigt wie es geht und kocht uns was. Das Rezept reicht auch, eine vierköpfige Familie für ein bis zwei Tage satt zu bekommen. Wer kein Gemüse eingefroren hat, dem sei empfohlen, einen Einkaufszettel zu schreiben, damit nichts vergessen geht und morgen wird auf Vorrat gekocht …
wir essen jetzt auch gleich Linsensuppe… wirklich !
Hab die heute gekocht, aber nicht so viel wie du 😉
Sonntag nimmt sich die Mr.TB noch mit zur Arbeit … wir lieben Linsensuppe … früher habe ich immer noch ein paar Scheiben Rotwurst dazu gebraten … das machen wir aber nicht mehr .
Jetzt brate ich immer Bockwurstscheiben dran .
LG TB