Bücher-Pläne (Nº 263)


Darf’s ein wenig mehr und dazu noch etwas ganz anderes sein?

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Manchmal mache ich mir einen Plan.

 

Ich bin nicht gerade jemand, der gerne oder gar ausschließlich nach Plan leben kann oder gar lebt! Aber: Manchmal mache ich mir einen Plan, von dem ich ein Gelingen überhaupt nicht erwarte. Doch, manchmal muß Geplantes auch gelingen, sonst gibt es Ärger oder gar rechtliche Konsequenzen. Aber meist ist es mir schlichtweg egal. Umso größer ist nämlich meine Freude, wenn wider Erwarten doch einmal ein Plan (von mir geplant!) funktioniert, aufgeht, erfüllt wird.

Für gestern hatte ich den Plan, endlich den Bundestag wählen zu gehen. Am Sonntag werde ich nämlich bei Radio Corax sein und von kurz nach dem Aufstehen bis kurz nach Wahlschluß die Sendetechnik übernehmen. Et voilà: Isch ‚abbe göwällt. War ja auch einfach, mußte ich doch nur zwei Kreuze an der richtigen Stelle machen. Ach, und zu einer »repräsentativen Wahlirgendwas« trage ich auch bei, weil ich geboren bin wann ich geboren bin. (Aber: Weil ich jetzt den Bundestag gewählt habe, müßt ihr nicht zuhause bleiben. Ihr dürft und solltet sogar selbst wählen gehen!)

Heute Abend um 20 Uhr werde ich wieder im Studio 3 bei Radio Corax sitzen und live auf Sendung sein mit dem «Buchfink». Es gibt diesmal in dieser einen Stunde «Literatur zum Hören» nur Buchanfänge von einem einzigen Schriftsteller. Um genügend Bücher dieses Autors vorrätig zu haben, war ich gestern nocheinmal in der Stadtbibliothek am Hallmarkt. Auch der Plan funktionierte, und so habe ich für heute Abend sechs Romane und zwei Erzählungsbände von ihm vor mir liegen.

Es wird mir aber auch sehr, sehr gefallen, wenn Hörer live im Radio vorlesen möchten (über ihr Telefon, die Telefonnummer wird oft genug angesagt). Gedichte, Kurzgeschichten, Stellen aus Lieblingsbüchern – alles, was sich in höchstens zehn Minuten so vorlesen läßt. (Gut, nicht alles: Einige Arten von Texten werden auch in anderen Radiosendern nie zur Ausstrahlung gelangen. Es muß schon rechts- und gesetzeskonform sein.)

Allerdings passierte gestern auch etwas, das nicht geplant war. Denn in den von mir gestalteten Sendungen möchte ich immer ein «Gedicht für die Woche» haben. Eines, das mich besonders berührt, oder von mir ist, oder sehr aktuell ist, oder eines, das ich gern jemandem widme. (Mag jemand namentlich erwähnt werden mit seinem Blog?) Ich hielt in der Bibliothek also auch nach Lyrik Ausschau.

Und seitdem bin ich «akut ver-Jandl-t». Nur einen Band mit seinen Gedichten nahm ich mit – aber in dem Buch war ich so versunken auf dem Heimweg in der Straßenbahn, daß ich vier Stationen zu weit mitfuhr bis zur Endhaltestelle. Bisher hatte ich mich nie so recht an Ernst Jandl herangewagt, schien er mir doch anstrengend und abgehoben und sperrig und … Ach, so viele Gründe gab es, Ernst Jandl nicht zu lesen. Jetzt habe ich einhundertsechsunddreißig Seiten («lechts und rinks») voller guter Gründe, mich mit disem Mann und seinem Œuvre zu befassen.

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 19. September 2013 war die Begegnung mit einem völlig Unbekannten, dem ich mit meinem Münzgeld helfen konnte.

© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehten unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Bücher-Pläne (Nº 263)

  1. Der Emil sagt:

    Na toll! Nix mit „Plan funktioniert“. Wahrscheinlich habe ich keinen Sendetechniker bzw. ich bin der Sendetechniker – ich weiß noch nicht, ob und wie ich Anrufe entgegennehmen kann …

    Versuchen werde ich es auf alle Fälle.

    Mifft.

  2. Schön, dass Du mit Muenzgeld weiter helfen könntest und auch der Aufruf zur Wahl, sowie Dein soziales Engagement ist einfach Klasse! Habe eben auch was zum Thema BTW 2013 geschrieben! Wünsche Dir ein schönes Wochenende!

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