Zufall. Schicksal. Vorsehung. Oder was?
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Eine ganze Weile meines Lebens habe ich mich mit “Esoterischem” beschäftigt. Mit Tarot, Pendeln, Divination, mit Schwarzen Spiegeln und manch anderem. Eifrig gelernt und eifrig geübt habe ich. Wichtige Regeln immer beachtet, Zeichen gesucht und gesehen und interpretiert. Numerologische Tabellen habe ich aufgestellt, mir ein eigenes Buch geschrieben mit meinen (Be-) Deutungen der Großen und Kleinen Arkana. Doch Decks und Pendel und Athame und Kelch und einiges andere ruhen seit einiger Zeit gut und sicher verpackt im Schrank. Weil mir die (Chaos-) Magie irgendwann zu anstrengend wurde, ließ ich ab von ihr – ohne sie zu vergessen.
Nun darf ja jeder über Magie oder Magick (Achtung: das ist kein Schreibfehler und kein kleiner Unterscheid!) denken, was sie oder er will. Manche Menschen werden bei diesen Worten an Friedhöfe mit schwarzgekleideten Gestalten und Blut und Pentagramme und Teufel usw. denken. Das ist weder Magie noch Magick – das ist sensationslüstern aufbereitete Kolportage. Manche erinnern sich hoffentlich daran, daß Großmutter noch “Warzen besprach” oder Mutter noch Schmerzen wegpusten konnte, manche haben zumindest das Letztere schon selbst getan. Genau das ist Magie oder Magick, genauso wie das Herbeiwünschen eines Parkplatzes vom Universum usw. usf.
Mir fiel jedenfalls meine Magick-Kiste gestern in die Hände (Was sich so alles auf knapp 40 m² in Schränken und sonstwo verstecken kann!), als ich etwas völlig anderes suchte. Plötzlich hatte ich die farbigen Kerzen in der Hand, das Tuch, DAS Buch, die Kartendecks, die Pendel und alles andere. Und wie das eben so ist: ich habe mich von hinten her festgelesen in DEM Buch und las weiter rückwärts. So entdeckte ich auch wieder, was das für ein seltsames Verzeichnis auf der einen Festplatte ist. Plötzlich habe ich dafür auch wieder das Paßwort.
Plötzich ist mir ein Stück meiner Vergangenheit in den Schoß gefallen. Ein Teil davon stammt noch aus der Zeit von vor 2002, ein anderer aus den Jahren danach. Noch habe ich keine von den Dateien gelesen. Und auch DAS Buch habe ich nach einiger Zeit wieder beiseitegelegt. Eine Tageskarte habe ich mir gezogen (Fünf der Schwerter).
Was fang ich jetzt mit all der Information an? Wieso schreibe ich davon hier?
Ganz ehrlich? Auf beide Fragen habe ich keine Antwort.
Der Emil hat eine “magische” Vergangenheit und die auch schon in der Zeit gehabt, als er noch nicht Der Emil war. Das ist schon was. Das ist schon ganz schön heftig. Denn Magick ist eines der wenigen Dinge, die sich über den Bruch hinweg fortgesetzt haben. Und schon aus diesem Grund ist es für mich interessant, einmal genauer hinzusehen. Vielleicht auch ein Grund dafür, mich wieder mit der Magick zu beschäftigen. Noch weiß ich es nicht, noch weiß ich ja nichteinmal, woher ich die Zeit dafür nehmen soll und ob ich mich und diese Vergangenheit überhaupt aushalten kann.
Aber hinsehen. Hinspüren. Annähern werde ich mich (muß ich mich ja auch, immernoch, immer wieder).
In diesem Sinne: Auf eine spannende Zeit.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 20. September 2013 waren der Fund, das Wissen, der Buchfink, ein Gespräch.
© 2013 – Der Emil. Der Text steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
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Ich schätze die Geschenke des Serendipity-Prinzips oder Serendipitätsprinzips sehr. Sie bringen die innere Enwicklung immer voran, ohne dass man „wissen“ muß, nur vertrauen darauf, dass es gut ist, was einem auf diese Weise zufällt, reicht (mir) schon für ein kleines Glücksgefühl, selbst wenn es mal ein fieses kleines schwarzes und beissendes „Geschenk“ wäre. Ich betrachte es immer als das Wiederfinden von etwas Verlorenem, das mir gehört, meinem Ich, meinem Sein im Ganzen. Es hilft bei der Orientierung in Vergangenheit und Zukunft und es vermittelt ein Gefühl von Größerem als der Alltäglichkeit. Wunderbar.
„Der Zufall begünstigt nur einen vorbereiteten (offenen) Geist.“
Ja, das scheint sehr wahrscheinlich. Und so ist es ja auch bei den Mystikern oder bei mystischen Erfahrungen, bei Gotteserfahrungen. Es ist mit dem menschlichen Geist und den von ihm benutzten Hilfsmitteln manchmal schon sehr seltsam.
Hi Emil, schon witzig, diesmal bin ich ueber die Franziskanereremiten zu dir gekommen (meinem alten Internet-Freund und treuesten Leser) und natuerlich interessant und sehr ehrlich, was du da schreibst. Bewundernswert. Ja, das mit den Franziskanern haben wir gemeinsam, dass wir bei ihnen sein wollten und nicht bei ihnen sind und ich finde ja meisterlich, dass sie auf diese deine Seite verlinken, wo doch eindeutig in der Bibel steht, man solle ja keine Magie betreiben, das waere alles Teufelszeug.
Mich macht das etwas traurig, denn irgendwie bekam ich letzthin den Eindruck mit und durch diese ganz unschuldige sich selbst entwickelnde Magie, zu der ich nichts, aber auch gar nichts hinzutun muss ausser zu Vertrauen, diese Magie des Lebens, die uns durch und durch gluecklich macht und so dankbar sein laesst ueber jedes noch so kleine Etwas – ja, dies sei von und vor dem biblischenn Gott verboten!
Ehrlich gesagt: meine Traurigkeit kennt keine Grenzen, all das wunder-volle soll verboten sein vor Gott. Du hast ja damals gefragt glaube ich, was es mit den Geschichten in meinem Vagabundenblog auf sich hat und ich fand darauf selbst keine befriedigende Antwort. Aber es hatte einfach etwas mit dem tiefen Vertrauen auf Gott zu tun, dem Leben im Moment und mit dem, was sich in jedem Augenblick ganz von selbst entwickelt, ohne dass ich auch nur irgendetwas besonderes tun muesste.
Und jetzt soll das alles etwas schlechtes gewesen sein. Das soll einer mal verstehen…
Oh Michelle, schön, etwas von Dir zu lesen! (Sr. Britta lese ich schon eine ganze Weile.)
Kirche und Magick: Die Durchführung von Ritualen spiritueller Natur, ist das nicht auch fester Bestandteil jeder Religion? Ist nicht das Heilige Abendmahl ein ebenso mystisches Ritual, das Gebet, die Beichte, die Segnungen? Mystik, Magick/Magie, persönliche Gotteserfahrung, Erlebnisse in der Meditation …
Für mich sind Magie und (Christliche) Religion kein Widerspruch, sondern nur zwei unterschiedliche Umgehensweisen mit dem, was zwischen Himmel und Erde ist. Ich vetraue trotz allem weiterhin auf das Mysterium, auf das Leben, die Göttin, die Vorsehung, Gottes Gnade oder wie auch immer die Menschen es nennen mögen.
Ein gutes Beispiel für diese andere Betrachtungsweise hatte damals Bruce Low
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Um Dein Leben im Moment habe ich Dich oft beneidet … (obwohl ich mir die Schwierigkeiten dabei sehr, sehr gut ausmalen konnte).